[WestG] [AKT] Dokumentarfilm "Unerwuenscht und Vergessen. Zwangsarbeiterinnen und ihre Kinder", 25.11.2024

WGO wgo at lwl.org
Di Nov 12 10:48:17 CET 2024


Von: "Mareike Berweger, Gleichstellungsbeauftragte" <gleichstellungsstelle at waltrop.de> 	
Datum: 12.11.2024, 10:41 	
 	
 	
AKTUELLES
 	
WAS? -- Dokumentarfilm "Unerwünscht und Vergessen. Zwangsarbeiterinnen und ihre Kinder"
Produktion, Drehbuch & Regie: Anne Roerkohl - WDR 2000, 45 Min. / Erstausstrahlung: 10/2000

WANN? -- 25. November 2024 um 19.30h - Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

WO? -- Heimatmuseum Waltrop im Riphaushof, Riphausstr. 31, 45731 Waltrop

Information & Anmeldung gleichstellungsstelle at waltrop.de - 02309.930 348

Eintritt ist frei!

Rund 95.000 Frauen arbeiteten 1944 unter Zwang in Westfalen, verschleppt aus ihren besetzten Heimatländern, wie Vieh ins "Reich" transportiert, wie Sklaven in Soest an die Betriebe verkauft. Sie waren jung, im Durchschnitt gerade einmal 20 Jahre und stammten aus Polen, der Ukraine oder der Sowjetunion. Sie wurden in den Rüstungsbetrieben des Ruhrgebietes eingesetzt, in den Lampenstuben der Zechen, in münsterländischen Textilbetrieben, auf Bauernhöfen oder in Familienhaushalten, stets gekennzeichnet durch die diskriminierenden Kennzeichen "Ost" oder "P" auf ihrer Kleidung. Die nationalsozialistische Kriegswirtschaft war ausschließlich an der Arbeitskraft der Zwangsarbeiterinnen interessiert, schwangere Frauen waren nicht produktiv. In Waltrop wurde am Rande der Rieselfelder ein zentrales Entbindungslager für "Ostarbeiterinnen" aus Westfalen eingerichtet. Mit einer Kapazität von 500 Personen war es das größte seiner Art im Reich. Zwangsarbeiterinnen bis zum fünften Monat der Schwangerschaft wurden hier zur Abtreibung gezwungen. Die Frauen mit einer weiter fortgeschrittenen Schwangerschaft mussten bis zur Niederkunft auf den Feldern der "Gemüseanbaugenossenschaft Waltrop" oder in einer angegliederten Nadelfabrik arbeiten. Die pseudowissenschaftliche "Rassenlehre" der Nationalsozialisten machte die meisten der in Waltrop geborenen Kinder zu minderwertigem Leben. Viele der Säuglinge und Kleinkinder starben vor Erreichen des 1. Lebensjahres - unterernährt, vernachlässigt. 

Anne Roerkohl besuchte mit ihrem Filmteam Maria Wieclaw in Polen. Der Film zeigt eines der sehr seltenen Interviews einer Frau, die in Waltrop entbinden musste. Der Film folgt ihren Stationen von der Ukraine bis ins Entbindungs- und Abtreibungslager Waltrop-Holthausen Die Polin Maria Wieclaw war eine der jungen Frauen, die durch Deportation zur Zwangsarbeit nach Westfalen kam. Sie lernte mit 20 ihren späteren Ehemann kennen und wurde schwanger. Im Entbindungslager Waltrop-Holthausen brachte sie ihre Tochter Valentina zur Welt. Das Kind wurde ihr weggenommen - blond und blauäugig entsprach es der Rassenideologie der Nationalsozialisten und wurde vermutlich an deutsche Eltern abgegeben. Maria Wieclaw erfuhr nie, was mit ihrer Tochter passiert ist. Die Münsteraner Historikerin Dr. Gisela Schwarze legte 19997 eine umfangreiche Monographie zu dem Lager-Komplex Waltrop-Holthausen und anderen Lagern in Westfalen vor. Allesamt oft nahezu vergessene Orte, die untrennbar mit frauen- und kinderspezifischer Gewalt und Unmenschlichkeit verbunden sind. Im Zeitalter der Zweitzeugenschaft ist es wichtig, diese seltenen Stimmen zu sehen, hören und zu lesen.

Einführung und Filmgespräch: Stadtarchivar Reinhard Jäkel & Mareike Berweger M.A. 

Kooperationsveranstaltung: Gleichstellungsstelle der Stadt Waltrop, Stadtarchiv, Heimatmuseum, Partnerschaft für Demokratie Waltrop


INFO 

Gleichstellungsstelle, Heimatmuseum & Stadtarchiv	
Hochstr. 50, 45731 Waltrop
Ort: Heimatmuseum Waltrop im Riphaushof, Riphausstr. 31, 45731 Waltrop
Datum: 25.11.2024, 19:30 Uhr
Anmeldung: Telefonisch oder per Mail, siehe Kontakt
Preis: Kostenlos
Kontakt: Tel. 02309.930 348; E-Mail: gleichstellungsstelle at waltrop.de
URL: waltrop.de


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