[WestG] [AKT] Filmpraesentation und Vortrag zur Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus - Mahn- und Gedenkstaette Steinwache in Dortmund, 28.03.2024 und 04.04.2024
WGO
wgo at lwl.org
Mi Mär 27 10:33:50 CET 2024
Von: Geschichtskultur geschichtskultur-bounces at ml.geschichtskultur-ruhr.de
Datum: 26.03.2024, 17:10
AKTUELL
Filmpräsentation und Vortrag zur Verfolgung der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus - Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund, 28.03.2024 und 04.04.2024
Filmpräsentation, 28.03.2024, 19:00 Uhr, Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Steinstraße 50
Unrecht und Widerstand - Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung Dokumentarfilm von Peter Nestler
Am 2. August 2021 erhält Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau die Auszeichnung "Licht der Erinnerung". Er wird damit geehrt für sein jahrzehntelanges Engagement im Kampf um die Erinnerung und die Anerkennung des Porajmos, des Völkermords an den europäischen Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten. Ausgehend von der Lebens- und Familiengeschichte Roses schildert der Dokumentarfilm wichtige Etappen dieser Auseinandersetzung und erzählt auf eindringliche Weise vom Leid der Sinti und Roma vor und nach 1945. Es ist die leidvolle Geschichte einer Minderheit zwischen Trauma und Selbstbehauptung, die nach dem Völkermord die gesamte Nachkriegszeit hindurch bis in die Gegenwart hinein Gewalt und behördliche Schikanen erlitt und nur dank der Bürgerrechtsbewegung Anerkennung erfuhr.
Peter Nestler, Jahrgang 1937, zählt seit den 1960er-Jahren zu den bekanntesten deutschen Dokumentarfilmregisseuren. Für "Unrecht und Widerstand" erhielt er 2023 den Grimme-Preis.
Vortrag, 04.04.2024, 19:00 Uhr, Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Steinstraße 50
Dr. Sebastian Lotto-Kusche: Der Völkermord an den Sinti und Roma und die Bundesrepublik. Der lange Weg zur Anerkennung 1949-1990
In seinem Vortrag untersucht Dr. Sebastian Lotto-Kusche die diskursiven Kämpfe um die Anerkennung des NS-Völkermords an Sinti und Roma in der Bundesrepublik bis 1990. Dabei wird unter Anerkennung zweierlei verstanden: die Akzeptanz der Verbände der Sinti und Roma als legitime Gesprächspartner der Bundesregierung sowie die Bewertung der "NS-Zigeunerverfolgung‟ als "rassisch‟ motiviertes Verbrechen in Politik und Wissenschaft. Auf der Grundlage umfassenden Quellenmaterials von Bundesbehörden und politischen wie zivilgesellschaftlichen Akteuren entsteht eine Diskursgeschichte dieses langwierigen Anerkennungsprozesses. Sie zeigt, dass bis tief in die 1960er Jahre hinein ein durch und durch rassistisches Bild der nationalsozialistischen Politik gegen Sinti und Roma vorherrschte. Dieser Denkstil geriet in den 1970er Jahren mit der Rezeption von internationalen Forschungsarbeiten immer stärker unter Druck. Doch erst in den 1980er Jahren begann mit der Anerkennung der Sinti und Roma als Gesprächspartner durch Bundeskanzler Helmut Schmidt auch die Erforschung des NS-Massenverbrechens.
Dr. Sebastian Lotto-Kusche promovierte am Institut für Geschichtswissenschaft der Humboldt-Universität Berlin über das Vortragsthema. Seit 2015 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Europa-Universität Flensburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Zeitgeschichte, der Minderheitengeschichte, der Nachgeschichte des Nationalsozialismus in der BRD und der Begriffs- und Diskursgeschichte. Im Rahmen seiner Habilitationsschrift forscht er zum Thema "Die Geschichte der Sonder- und Hilfsschulen im 19. und 20. Jahrhundert im regionalen Vergleich".
INFO
Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Steinstraße 50
44147 Dortmund
Datum: (I) Filmpräsentation 28.03.2024, Uhrzeit 19:00 Uhr, (II) Vortrag 04.04.2024, Uhrzeit 19:00 Uhr
Kontakt: Tel. 0231 50-25002, E-Mail stadtarchiv-dortmund at stadtdo.de
URL: www.dortmund.de/steinwache
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte