[WestG] [AKT] Freitags-Kolloquium des Instituts fuer vergleichende Staedtegeschichte zum Thema "Migration und soziale Netzwerke in der vormodernen Stadt" am 21.06.2024
WGO
wgo at lwl.org
Di Jun 18 12:48:19 CEST 2024
Von: "Heinz, Anja" <istg at uni-muenster.de>
Datum: 17.06.2024, 15:35
AKTUELLES
Der Workshop im kommenden Freitags-Kolloquium am 21. Juni (14 Uhr c.t.) befasst sich mit dem Thema "Migration und soziale Netzwerke in der vormodernen Stadt". Folgende Vorträge laden zur Diskussion ein:
Filip Vukuša (Bielefeld)
Newcomers from the Apennine Peninsula in the Late 14th Century Zadar and Rab
The 1358 signing of the Treaty of Zadar relinquished Venetian suzerainty over Dalmatian cities to the Hungarian king Louis I. As one of the immediate consequences of this development, most of the Venetian professionals residing in the Dalmatian cities left them in a relatively short time span, leaving a vacuum that was soon filled by merchants and artisans from other parts of the Apennine peninsula. The paper analyses the social networks of Zadar and Rab to examine the social conditions of these newcomers in their new surroundings, while taking into account the structural differences between the two cities.
Simon Dreher (Münster)
Freiwillige und unfreiwillige Migration in den Moskauer Staat des 17. Jahrhunderts. Soziale und wirtschaftliche Netzwerke von Zugewanderten und Gefangenen in urbanen Räumen des vormodernen Russlands.
Der Moskauer Staat setzte im 17. Jahrhundert verstärkt auf die Anwerbung von Fachkräften und Militärs aus dem westlichen Europa sowie auf die Niederlassung ausländischer Kaufleute. Gleichzeitig stellten Gefangennahmen und Zwangsumsiedlungen im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen mit Polen-Litauen, Schweden und anderen westlichen Nachbarn eine bewährte Methode dar, die moskowitische Wirtschaft durch unfreie Arbeitskräfte zu stützen. Während die Zugewanderten mit zarischen Privilegien ausgestattet und von Steuern befreit wurden, blieben Gefangene auch nach ihrer Freilassung in einer prekären rechtlichen und wirtschaftlichen Stellung. Da die moskowitischen Regierungen zumeist der von orthodoxen Geistlichen geforderten Linie, Nicht-Orthodoxe bezüglich ihrer Ansiedlung und alltäglicher Kontakte von der orthodoxen Mehrheitsbevölkerung zu isolieren, folgten, bildeten Zugewanderte und Gefangene westchristlicher Konfessionen und kleinere Gruppen jüdischer Religion gemeinsame Siedlungs- und Gemeindestrukturen heraus. Das im Vortrag vorgestellte Dissertationsprojekt spürt diesen Strukturen anhand von Zensusdaten verschiedener moskowitischer Städte nach.
Alle Interessierten sind herzlich um 14 Uhr c.t. in den Seminarraum des IStG (Königsstraße 46 | 48143 Münster) eingeladen!
Der angekündigte Vortrag von Jesse Spohnholz (Pullman) "Dutch Reformed Refugees in Cities of the Holy Roman Empire, 1554-1596: Complicating Confessional Coexistence by Attending to Constitutional and Demographic Dynamism" muss leider entfallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
Link zum Download des Programms zum Freitags-Kolloquium im Sommer-Semester 2024
https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/staedtegeschichte/veranstaltungen/freitagskolloquium/programm_freitags_kolloquium_sose_2024.pdf
INFO
Institut für vergleichende Städtegeschichte - IStG
Ort: Königsstraße 46, 48143 Münster
Datum: 21.06.2024, 14:00 Uhr
Anmeldung: Nicht erforderlich
Preis: Kostenlos
Kontakt: Tel. 0251 8327514; E-Mail: istg at uni-muenster.de
URL: https://www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte/veranstaltungen/freitagskolloquium.html
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