[WestG] [AKT] Newsletter Villa ten Hompel, September 2023
Dewert, Camilla Lucia
CamillaLucia.Dewert at lwl.org
Mo Sep 18 09:16:09 CEST 2023
Von: noreplyvth at stadt-muenster.de <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 15.09.2023, 14:00
AKTUELL
Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter
Themen des Newsletters September 2023
Neuigkeiten
- Das Kulturmagazin 2022/23 ist erschienen
Ausblick
- Rund um die Villa
- Vorbereitung einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung
- Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung
Rückblick
- Konfliktlandschaften - Besuch in Płaszów
- Ein Blick in die Sammlung ...
- Neueste Forschungen zu Polizei und Holocaust veröffentlicht
- Nachhaltige Eindrücke über Täterschaft und Widerstand in Białystok
- Französisches Gedenken sichtbar machen
- Erzähl mal ... Spurensuche zur NS-Familiengeschichte
Guten Tag!
Diesen Monat dürfen wir uns gleich über zwei, unterschiedlich umfangreiche Publikationen freuen, die die verschiedenen Seiten des Geschichtsortes repräsentieren: Mit dem Sammelband "Polizei und Holocaust" legen die Mitherausgeber Thomas Köhler und Peter Römer internationale Erkenntnisse der neuesten Täterforschung mit Gegenwartsbezügen vor. Mit dem Kulturmagazin 2022/23 erhalten unsere Mitarbeitenden daneben die Gelegenheit, auf einer Doppelseite ihre aktuellen Projekte zu präsentieren. Hinzu kommt eine Reihe von Veranstaltungen, auf die wir uns freuen, und altbekannte Formate wie das Fundstück des Monats oder "Erzähl mal", die mit einem Fokus auf Film bzw. Geschlecht neue Aktualität gewinnen.
Diese – und noch weitere – Neuigkeiten finden Sie in diesem Newsletter des Monats September. Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse bei der Lektüre unseres Newsletters!
Neuigkeiten
Das Magazin "Kultur in Münster 22/23" stellt einmal jährlich die städtischen Kultureinrichtungen vor und gibt der geförderten freien Szene breiten Raum. Das Journal ist jahresübergreifend angelegt, blickt zurück auf spannende Veranstaltungen, erzählt von Veränderungen in der Kulturlandschaft und weist auf kommende Termine hin. Herausgeber ist das Kulturamt der Stadt. Auch die Villa ten Hompel ist darin mit einer Doppelseite vertreten.
Cornelia Wilkens, Münsters Beigeordnete für Kultur, lädt Leser*innen mit dem Magazin zu einem Blick hinter die Kulissen ein: "In zahlreichen Interviews, Statements und Geschichten erzählen Kulturschaffende von ihrem kulturellen Wirken, von ihren Wünschen und ihrem künstlerischen Antrieb."
Zum Kulturmagazin 2022/23 <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=1>
Ausblick
Wer authentische Spuren aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs finden möchte, muss hierfür nicht zu Museen in Berlin oder München reisen. Schon bei einem Spaziergang vor der eigenen Haustür lassen sich diese finden. Vom Ausgangspunkt, der Villa ten Hompel, führt die Historikerin Dr. Michaela Kipp am Sonntag, 17. September, um 14 Uhr zu bekannten und weniger bekannten Orten im Erpho- und Mauritzviertel.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Dauer ca. 2 Stunden.
Mehr zum historischen Stadtteilspaziergang <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=2>
Vorbereitung einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung
Auch zum 27. Januar 2024 möchten wir den Schulen der Stadt Münster und anderen interessierten Schulen im Regierungsbezirk die Möglichkeit einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung auf dem Platz des Westfälischen Friedens bzw. einer Umsetzung vor Ort geben. Da der 27. Januar ein Samstag ist, soll die Veranstaltung am 29. Januar stattfinden. Zur Koordination einer solchen Veranstaltung soll die erste von drei Vorbereitungssitzungen am Mittwoch, 20. September, ab 16 Uhr in der Villa ten Hompel dienen.
Mehr zu dieser Yad Vashem Lecture <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=3>
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung
Gewalt hat die Geschichte der Villa ten Hompel geprägt. Hier standen die Schreibtische jener NS-Beamter, die Polizisten ins besetzte Europa abkommandierten – zur Teilnahme an Massenmorden an Jüdinnen*Juden, Sinti*zze und Rom*nja. Hier standen die Schreibtische jener Nachkriegsbeamter, die nationalsozialistische Gewalttaten untersuchten und zugefügtes Unrecht wiedergutmachen sollten. Diese Geschichte kann in einer öffentlichen Führung am Sonntag, 24. September, um 15 Uhr gemeinsam erkundet werden.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.
Mehr zur Führung durch die Dauerausstellung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=4>
Rückblick
Konfliktlandschaften - Besuch in Płaszów
Konfliktlandschaften sind Orte, die durch Gewalthandlungen geprägt wurden, die an diesen Stellen Spuren hinterlassen haben. Diese prägen auch in der Gegenwart soziale Praxen. So definieren Ruppe Koselleck und Andreas Brenne den Begriff. Mit solchen Konfliktlandschaften in Polen setzten sich Studierende der Universität Osnabrück und die beiden damals dort Lehrenden 2019 in einer Forschungsexkursion künstlerisch auseinander. Sie besuchten die KZ-Gedenkstätte von Auschwitz (Oświęcim), das Gelände des ehemaligen Lagers in Płaszów/Krakau und Drehorte des Films Schindlers Liste. Die Produkte dieser Auseinandersetzung waren Funde, "Werbemittel", Skizzen eines Graphic Novels, mit Thermochromie-Lack bearbeitete Fotografien, Steinzeugen, Videos, Aquarell und im wahrsten Sinne des Wortes "eingelegte Erinnerungen". Im Rahmen des Schauraums wurden die künstlerischen Arbeiten in der Villa ten Hompel präsentiert und trafen auf viel Resonanz.
Einblicke in die Sonderausstellung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=5>
Ein Blick in die Sammlung ...
Wie schon im letzten Monat, in dem das Medium "Fotoalbum" im Fokus stand, dreht sich das Fundstück des Monats September abermals um ein visuelles Medium: den Amateurfilm. Solche liegen in der Sammlung des Geschichtsorts Villa ten Hompel unter anderem von Kurt Kreikenbom vor und werden in der Dauerausstellung in Ausschnitten gezeigt.
Kreikenbom, geboren am 16. März 1900 in Berlin, hielt seinen "Auswärtigen Dienst" als Oberstleutnant der Gendarmerie während des Zweiten Weltkriegs filmisch fest. Die überlieferten Filme enthalten verschiedene Versatzstücke seines Alltags: Er dokumentierte zahlreiche Straßen- und Landschaftsszenen – darunter große Propagandamärsche, Kriegszerstörungen und Deportationen –, aber auch sein familiäres Leben.
Mehr zum Fundstück des Monats September <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=6>
Neueste Forschungen zu Polizei und Holocaust veröffentlicht
Vor kurzem ist der internationale Sammelband "Polizei und Holocaust" erschienen – ein Vierteljahrhundert nach Christopher Brownings Pionierstudie "Ordinary Men. Reserve Police Bataillon 101 and the Final Solution in Poland" und vier Jahre nach einer Tagung zur NS-Tätergeschichte und deren Vermittlung in Münster – die größte, die der Geschichtsort bisher organisiert hat. Ausgangspunkt war Christopher Brownings wirkungsmächtige Arbeit, die die Frage danach stellte, was 'ganz normale Männer' im Holocaust zu Massenmördern und Mordgehilfen werden ließ.
Mehr zum neu erschienenen Sammelband "Polizei und Holocaust" <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=7>
Nachhaltige Eindrücke über Täterschaft und Widerstand in Białystok
Aus Anlass des 80. Jahrestages des Ghetto-Aufstandes in der polnischen Stadt Białystok war kürzlich Peter Römer für die Villa ten Hompel vor Ort. Er konnte sich auf einer durch das Bildungswerk Stanislaw Hantz organisierten Bildungsreise fortbilden und so Kenntnisse über jüdischen Widerstand wie auch Täterhandeln während der deutschen Besatzungszeit vertiefen. Die organisatorische wie auch inhaltliche Reiseleitung durch Dr. Andreas Kahrs und Dr. Mario Wenzel setzte die Reiseteilnehmer*innen bestens ins Bild. Die Reise führte neben Białystok auch an NS-Verbrechensorte in der Umgebung wie das "Aktion Reinhard"-Lager Treblinka. Dort endete die Reise symbolisch in Gedenken an die Białystoker Jüdinnen und Juden, die zu großen Teilen in Treblinka ermordet worden waren. Ihnen ist dort ein großer Gedenkstein gewidmet.
Mehr zur Bildungsreise nach Białystok <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=8>
Französisches Gedenken sichtbar machen
Eine FSJlerin und eine französische Gedenkstätte – was hat das miteinander zu tun? Das erzählt Sarah Wagner in ihrem Projektbericht. Denn da sie Halbfranzösin ist, lag die Idee nahe, für das eigenständige Projekt im Rahmen ihres Freiwilligenjahres ein Projekt zu gestalten, das mit französischem Gedenken und dem Besuch einer Gedenkstätte zu tun hat. Deswegen besuchte sie Fort de Queuleu in Metz, wo sie auch mit dem stellvertretenden Leiter Pascal Legros sprechen konnte. Im Zweiten Weltkrieg war dort das Verhör- und Haftlager Feste Goeben eingerichtet gewesen, wo 1500 bis 1800 französische Widerständige inhaftiert waren. Nur vier unter ihnen gelang die Flucht.
Mehr zum FSJ-Projekt von Sarah Wagner <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=9>
Erzähl mal ... Spurensuche zur NS-Familiengeschichte
Wenn man auf all unsere "Erzähl mal"-Beiträge der letzten Monate zurückblickt, begegnet einem ein breites Spektrum an unterschiedlichen Geschichten und Biografien. Eine Leerstelle fällt jedoch auf: Protagonisten der Texte sind Väter, Großväter, Urgroßväter und Onkel. Die Frauen in unseren Familien hingegen – Mütter, Großmütter, Urgroßmütter, aber auch Tanten, Cousinen, Schwestern und andere – sind in den meisten Beiträgen höchstens Randfiguren, oft finden sie gar keine Erwähnung. Woran liegt das?
Mehr zum Projekt "Erzähl mal ..." <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-september-2023?mid=3117&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=10>
Herzlichen Dank für Ihre Lektüre des Newsletters! Der nächste Newsletter erscheint Mitte Oktober 2023.
Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unser Homepage www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel, auf Facebook www.facebook.com/villatenhompel, auf unserem YouTube-Kanal www.youtube.com/channel/UCFvRjz6UPpHIkFUMHCbJ5MQ , auf Instagram www.instagram.com/villatenhompel sowie auf Twitter twitter.com/ten_hompel und TikTok https://www.tiktok.com/@villatenhompel.
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Ihre Annina Hofferberth
INFO
Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Kontakt: Tel. 0251 4927101, E-Mail tenhomp at stadt-muenster.de
URL: https://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/startseite.html
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