[WestG] [AKT] Newsletter Villa ten Hompel, November 2023
WGO
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Mo Nov 20 09:21:35 CET 2023
Von: noreplyvth at stadt-muenster.de <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 17.11.2023, 13:32
AKTUELL
Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter
Themen des Newsletters November 2023
Neuigkeiten
- NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen solidarisieren sich mit dem Staat Israel und der Kollegenschaft in Yad Vashem
- Aktuell finden Arbeiten an der Fassade des Geschichtsortes statt
Ausblick
- Rund um die Villa
- Der Holocaust, Kolonialismus und Erinnerungskultur
- Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung
- Vorbereitung einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung
- Experten der Vernichtung
- Der sensible Blick auf Konrad Adenauer, auf David Ben-Gurion und ihre „unmögliche Freundschaft“
- Gedenken an die erste Deportation aus Münster ins Ghetto Riga
Rückblick
- Ein Blick in die Sammlung ...
- „Die Polizei kann nicht bloß ein Spiegel der Gesellschaft sein. Sie muss noch vorbildlicher handeln.“
- Reise unter Lebensgefahr
- Erzähl mal ... Spurensuche zur NS-Familiengeschichte
Guten Tag!
Wir blicken auf vier Wochen zurück, die nicht nur uns Mitarbeitende im Geschichtsort angesichts der Eskalation der Lage im Nahen Osten, dem damit zusammenhängenden, nun offener zutagetretenden Antisemitismus und dem Jahrestag der Novemberpogrome sehr bewegten. Deswegen finden sich in diesem Newsletter einige Neuigkeiten, die auch von diesen Entwicklungen geprägt sind. Nichtsdestotrotz gab und gibt es darüber hinaus auch Termine, auf die wir gerne zurück- und vorausblicken möchten, zum Beispiel die noch folgenden Vorträge zu historischen wie gegenwärtigen Themen.
Diese – und noch weitere – Neuigkeiten finden Sie in diesem Newsletter des Monats November. Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse bei der Lektüre unseres Newsletters!
Neuigkeiten
NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen solidarisieren sich mit dem Staat Israel und der Kollegenschaft in Yad Vashem
Das Entsetzen über die Eskalation der Lage im Nahen Osten nehmen die nordrhein-westfälischen NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte zum Anlass, ihre Solidarität mit dem Staat Israel und der Kolleg*innenschaft in der Gedenkstätte Yad Vashem zu bekunden. Gerade weil das Land Nordrhein-Westfalen besonders intensive Beziehungen pflege, sei es notwendig, Anteil zu nehmen und die neu aufkeimenden Formen des Antisemitismus zu bekämpfen, betonte Arbeitskreis-Vorsitzender Dr. Stefan Mühlhofer, Direktor der Kulturbetriebe der Stadt Dortmund, zusammen mit Stefan Querl, Leiter des Geschichtsortes Villa ten Hompel, die den Wortlaut der Erklärung jüngst innerhalb des gesamten Landesvorstandes abgestimmt hatten.
Aktuell finden Arbeiten an der Fassade des Geschichtsortes statt
Aus diesem Grund wird ein Baugerüst rund um die Villa ten Hompel aufgebaut. Der Besuch der Ausstellung und der Seminarbetrieb sind dennoch wie gewohnt möglich. Die Parkplätze im Hinterhof stehen allerdings nur sehr eingeschränkt zur Verfügung.
Ausblick
Rund um die Villa
Wer authentische Spuren aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs finden möchte, muss hierfür nicht zu Museen in Berlin oder München reisen. Schon bei einem Spaziergang vor der eigenen Haustür lassen sich diese finden. Vom Ausgangspunkt, der Villa ten Hompel, führt die Historikerin Dr. Michaela Kipp am Sonntag, 19. November, um 14 Uhr zu bekannten und weniger bekannten Orten im Erpho- und Mauritzviertel.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Dauer ca. 2 Stunden.
Mehr zum historischen Stadtteilspaziergang <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=1>
Der Holocaust, Kolonialismus und Erinnerungskultur
In den letzten drei Jahren haben sich die öffentlichen Debatten über die Verflechtungen zwischen der Geschichte des Nationalsozialismus und des (Post-)Kolonialismus sowie deren Zusammenhang mit der deutschen Erinnerungskultur immer weiter zugespitzt. Rachel O'Sullivan beleuchtet in ihrem Vortrag am Mittwoch(!), den 22. November, um 19 Uhr die öffentlichen Debatten und gibt einen Einblick in wissenschaftliche Ansätze, die den Holocaust aus anderen Perspektiven untersuchen.
Die Veranstaltung findet vor Ort und über Zoom statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.
Mehr zu diesem Forum am Mittwoch(!) mit Rachel O'Sullivan <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=2>
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung
Gewalt hat die Geschichte der Villa ten Hompel geprägt. Hier standen die Schreibtische jener NS-Beamten, die Polizisten ins besetzte Europa abkommandierten – zur Teilnahme an Massenmorden an Jüdinnen*Juden, Sinti*zze und Rom*nja. Hier standen die Schreibtische jener Nachkriegsbeamten, die nationalsozialistische Gewalttaten untersuchten und zugefügtes Unrecht wiedergutmachen sollten. Diese Geschichte kann in einer öffentlichen Führung am Sonntag, 26. November, um 15 Uhr gemeinsam erkundet werden.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.
Mehr zur Führung durch die Dauerausstellung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=3>
Vorbereitung einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung
Auch zum 27. Januar 2023 möchten wir den Schulen der Stadt Münster und anderen interessierten Schulen im Regierungsbezirk die Möglichkeit einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung auf dem Platz des Westfälischen Friedens bzw. einer Umsetzung vor Ort geben. Zur Koordination einer solchen Veranstaltung soll diese zweite von drei Vorbereitungssitzungen am Mittwoch, 29. November, ab 16 Uhr in der Villa ten Hompel dienen.
Mehr zu dieser Yad Vashem Lecture <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=4>
Experten der Vernichtung
In Belzec, Sobibor und Treblinka errichteten die Nationalsozialisten Vernichtungslager, die ausschließlich dem Zweck der systematischen Tötung in Gaskammern dienten. Etwa 1,6 Millionen europäische Jüdinnen*Juden und tausende Roma* wurden ab März 1942 innerhalb weniger Monate in diesen Lagern der sogenannten „Aktion Reinhard“ ermordet. Verantwortlich für die Durchführung der Mordaktion waren Experten der Vernichtung. Sara Berger wirft am Mittwoch, 29. November, um 19 Uhr einen Blick auf die Mordaktion, analysiert die Täterstruktur und gibt einen Ausblick auf die juristische Aufarbeitung der Verbrechen.
Die Veranstaltung findet vor Ort und über Zoom statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.
Mehr zu diesem Mittwochsgespräch mit Sara Berger <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=5>
Der sensible Blick auf Konrad Adenauer, auf David Ben-Gurion und ihre „unmögliche Freundschaft“
Als Israel und Deutschland 1965 offiziell diplomatische Beziehungen aufnahmen, war vielen Zeitgenoss*innen bewusst, welch hohe Herausforderungen sich angesichts des Holocaust, des Kalten Krieges und Nahostkonflikts nach dem Zweiten Weltkrieg ergaben. Maßgeblich zwei Männer brachten dieses Miteinander dennoch beharrlich voran: Konrad Adenauer und David Ben-Gurion, persönlich verbunden in einer eigentlich „unmöglichen Freundschaft“. In Wort und Bild hat der ehemals NS-Verfolgte und Bonner Journalist Rolf Vogel die Begegnungen dieser Staatenlenker begleitet. Über die Interviews und Fotos spricht am Donnerstag, 7. Dezember, um 19 Uhr Stefan Querl.
Die Veranstaltung findet vor Ort und über Zoom statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.
Zu dieser Jungen Wissenschaft mit Stefan Querl <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=6>
Gedenken an die erste Deportation aus Münster ins Ghetto Riga
Am 13. Dezember 1941 wurden 390 Jüdinnen*Juden aus Münster und dem Münsterland nach Riga deportiert. Dies war der Beginn der Transporte, an deren Ende Ghetto, Überlebenskampf oder Tod durch Erschöpfung, Arbeit, Erschießung oder Gas im Vernichtungslagersystem stand. Sammelstelle für die Deportierten war seit dem 10. Dezember 1941 die Gastwirtschaft „Gertrudenhof“ an der Warendorfer Straße. Am Sonntag, 10. Dezember, findet um 11.30 Uhr eine Gedenkzeremonie an der Stele statt. Um 12 Uhr werden in der Villa ten Hompel der Pfarrer Martin Mustroph, Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V., und Peter Römer, wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter der Villa ten Hompel, über eine Delegationsreise des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge an die Tat- und Erinnerungsorte in Riga berichten.
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=7>
Rückblick
Ein Blick in die Sammlung ...
Das aktuelle Fundstück repräsentiert ein Phänomen, das wir in harmloser Weise auch in der Gegenwart an deutschen Supermarktkassen erleben: die Sammelleidenschaft. Aus der heutigen Popkultur kennen wir vor allem Sammelhefte, die mit Panini-Bildern oder Anime-Spielkarten gefüllt werden. Doch schon im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden Sammelbilderalben veröffentlicht, in die Bilder aus Zigarettenpackungen eingeklebt werden konnten. Diese waren auch in der NS-Zeit außerordentlich beliebt – genauso wie der damalige Trend, Abzeichen des Winterhilfswerks zu sammeln. Ein Setzkarton mit eben solchen Abzeichen ist unser Fundstück des Monats November.
Mehr zum Fundstück des Monats November <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=8>
„Die Polizei kann nicht bloß ein Spiegel der Gesellschaft sein. Sie muss noch vorbildlicher handeln.“
Gibt es strukturellen Rassismus bei der Polizei? Diese Frage wurde sehr klar, kontrovers und konzentriert diskutiert bei einem Podium der Kreispolizeibehörde Coesfeld, die ihr 70-jähriges Bestehen mit einem Blick auf die rechtliche Rahmung von professioneller Polizeiarbeit in Kreisen und Kommunen verband. An der Diskussion im Bürgerzentrum „Schulze Frenkings Hof“ nahmen Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Landtagsabgeordneter Dietmar Panske, Bürgermeister Wilhelm Sendermann aus Olfen und Stefan Querl aus der Villa ten Hompel teil.
Mehr zum Podium der Kreispolizeibehörde Coesfeld <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=9>
Reise unter Lebensgefahr
Mit Grußbotschaften des Bundespräsidenten, des polnischen Botschafters und der Deutschen Bischofskonferenz ist in Berlin das 50-jährige Bestehen des Maximilian Kolbe Werkes gefeiert worden. Die katholische Hilfsorganisation für ehemalige KZ-Häftlinge und Inhaftierte aus Ghettos oder Gefängnissen in Mittel- und Osteuropa kooperiert in ihrer Zeitzeuginnen- und Fortbildungsarbeit für Lehrkräfte eng mit dem Geschichtsort Villa ten Hompel der Stadt Münster. Sie entstand durch den Einsatz der katholischen Friedensbewegung nach einer so genannten Sühnewallfahrt. Die nächste pädagogisch-wissenschaftliche Fortbildung für Lehrkräfte wird Mitte November in der Gedenkstätte Auschwitz stattfinden als Projekt mit der Villa ten Hompel und weiteren Partnerinnen und Partnern. Sie ist ausgebucht.
Mehr zum Empfang des Zeitzeugen Dr. Leon Weintraub <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=10>
Erzähl mal ... Spurensuche zur NS-Familiengeschichte
Seit Anfang Februar 2023, also seit knapp neun Monaten, läuft unser familiengeschichtliches Blogprojekt „Erzähl mal…“ mit mittlerweile 14 Beiträgen. Jetzt war Zeit für eine Zwischenbilanz, die wir in einer Runde von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen der Villa ten Hompel anstellten. Zwischen den Projektteilnehmenden ergab sich dabei eine Diskussion, an der sich wesentliche Aspekte der Erforschung der eigenen Familienbiografie ablesen lassen.
Mehr zur Zwischenbilanz im Projekt "Erzähl mal ..." <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-november-2023?mid=3396&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=11>
Herzlichen Dank für Ihre Lektüre des Newsletters! Der nächste Newsletter erscheint Mitte Dezember 2023.
Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unser Homepage www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel, auf Facebook www.facebook.com/villatenhompel, auf unserem YouTube-Kanal www.youtube.com/channel/UCFvRjz6UPpHIkFUMHCbJ5MQ, auf Instagram www.instagram.com/villatenhompel sowie auf Twitter twitter.com/ten_hompel und TikTok https://www.tiktok.com/@villatenhompel.
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Ihre Annina Hofferberth
INFO
Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Kontakt: Tel. 0251 4927101, E-Mail tenhomp at stadt-muenster.de
URL: https://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/startseite.html
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