[WestG] [AKT] Gemeinsam gerettet - LWL zeichnet Hirschberger Tor als Denkmal des Monats aus, Arnsberg
Hanke, Enrique
Enrique.Hanke at lwl.org
Do Mai 4 10:30:02 CEST 2023
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 03.05.2023
AKTUELL
Gemeinsam gerettet - LWL zeichnet Hirschberger Tor als Denkmal des Monats aus
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) würdigt die gelungene Restaurierung des Hirschberger Tores in Arnsberg mit der Auszeichnung "Denkmal des Monats Mai". Am 6. Mai um 16 Uhr feiert die Stadt die Restaurierung. Bei einem kleinen Festakt haben Interessierte die Möglichkeit, sich das Ergebnis der Sanierungsarbeiten von einem Hubsteiger aus anzusehen. Ein Vortrag stellt die umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen vor.
Gemeinsam mit engagierten Bürger:innen hat die Stadt Arnsberg die Zukunft des repräsentativen Bauwerks gesichert. Der Handlungsbedarf am Bauwerk des bekannten westfälischen Baumeisters Johann Conrad Schlaun war zuletzt dringend. "Nach einer Instandsetzung 1958 waren in den letzten Jahren immer wieder Teile des plastischen Schmucks am Hirschberger Tor abgefallen. Außerdem wies das Mauerwerk erhebliche Durchfeuchtungen infolge offener Fugenbereiche auf", erklärt LWL-Denkmalpflegerin Dr. Bettina Heine-Hippler. Im Rahmen der Restaurierung wurden die offenen Fugenbereiche der Toranlage geschlossen, rostende Eisen ausgebaut, bildhauerische Ergänzungen vorgenommen und die bauzeitlichen, schmiedeeisernen Tore umfassend restauriert.
Schon während der Ausschreibung der Restaurierungsarbeiten erklärte sich der Verein der Eichholzfreunde e. V. bereit, die Stadt Arnsberg bei der Finanzierung der Maßnahme zu unterstützen. Wesentlichen Anteil hatte ein gemeinsam mit der Volksbank Sauerland initiiertes Crowdfunding-Projekt. So konnte das Hirschberger Tor gerettet werden.
Das kunstvoll gestaltete Denkmal hat eine bewegte Geschichte: Es entstand 1753, als das Hirschberger Schloss bei Warstein zu einem Jagdschloss für Fürstbischof Clemens August ausgebaut wurde. Er veranlasste den Bau eines repräsentativen Eingangstores. "Seine Nachfolger, die Kurfürsten Maximilian Friedrich und Max Franz, waren an der Jagd nicht interessiert. In der Folge verfiel das Schloss mehr und mehr", so Heine-Hippler. "Die hessische Regierung, die ab 1803 Eigentümerin der Anlage war, legte keinen Wert auf den Erhalt des inzwischen teilweise verfallenen Schlosses und verkaufte es auf Abbruch." Erhalten blieb nur das Eingangstor. Von seinem ursprünglichen Standort in Hirschberg bei Warstein wurde es 1826 an die heutige Stelle in Arnsberg versetzt.
Hintergrund
Die dreiteilige Toranlage besteht aus einem breiten Mitteltor und zwei kleineren Eingängen. Auf dem Tor befinden sich zwei Jagdszenen einer Parforcejagd, geschaffen von dem Bildhauer Johann Christoph Manskirsch (1689 - 1760). Der Entwurf für das repräsentative Eingangstor geht auf den bedeutendsten Baumeister des Westfälischen Barocks zurück: Der 1695 in Nörde bei Warburg geborene Johann Conrad Schlaun hinterließ ein umfangreiches und vielfältiges Werk. Der Denkmalwert des Hirschberger Tores wurde schon früh erkannt. So wurde es 1822 bereits im Zuge der ersten, staatlich veranlassten Denkmäler-Inventarisation in Westfalen erfasst.
INFO
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