[WestG] [CFP] Workshop: "Verwaltung als Praxis. Theorien und Methoden einer kulturwissenschaftlich gewendeten Geschichte des Verwaltens", Bochum, Abgabefrist 19.03.23
Hanke, Enrique
Enrique.Hanke at lwl.org
Mo Mär 13 09:59:08 CET 2023
Von: "Sebastian Kreyenschulte" <sebastian.kreyenschulte at rub.de>
Datum: 09.03.2023, 16:50
CALL FOR PAPERS
Call for Papers für einen Theorie- und Methodenworkshop, der am 13. und 14. Juli 2023 im Rahmen des DFG-Projekts "Körperbeherrschung. Konfessionalisierte Ehegerichtsbarkeit in den Hohenloher Territorien zwischen (bevölkerungs-)politischem Verfahren und persönlichem Konflikt, 1648-1806" in Bochum stattfinden wird.
Verwaltung als Praxis. Workshop zu Theorien und Methoden einer kulturwissenschaftlich gewendeten Geschichte des Verwaltens
Staatsbildungsprozesse der Frühen Neuzeit basieren ganz wesentlich auf der Etablierung und Erweiterung geistlicher sowie weltlicher Verwaltungsapparate. Diese "innere Staatsbildung" skizzierte Max Weber als Herrschaft, die im Alltag primär Verwaltung sei, die aber nicht frei von Konflikten war. Gerade die klassische Verwaltungsgeschichte und ihr institutionsgeschichtlicher Blick auf administrative Problemstellungen hat sich mit dem Alltag des Verwaltens aber nur selten beschäftigt. Dagegen nimmt die neuere, kulturwissenschaftlich gewendete Verwaltungsgeschichte auch die sozialen Vollzüge und materiellen Settings im Prozess des vormodernen Verwaltungshandelns zentral in den Blick und schafft es deshalb, weite Perspektiven zu öffnen. So kann die Praxis des Verwaltens inzwischen mit vielfältigen interdisziplinär gewonnenen, kulturwissenschaftlichen Methoden und Ansätzen, darunter auch die Praxeologie, beschrieben und untersucht werden, die in den vergangenen Jahren beispielsweise von Historiker:innen, Soziolog:innen und Ethnolog:innen entwickelt, adaptiert und erprobt wurden.
Um verschiedene praxistheoretische Ansätze und ihre Herausforderungen miteinander ins Gespräch zu bringen und so einen produktiven Austausch zu stiften, möchten HistorikerInnen des Bochumer DFG-Projekts des Lehrstuhls für Frühe Neuzeit und Geschlechtergeschichte "Körperbeherrschung. Konfessionalisierte Ehegerichtsbarkeit in den Hohenloher Territorien zwischen (bevölkerungs-)politischem Verfahren und persönlichem Konflikt, 1648-1806" Interessierte zu einem Doktorand:innen-Workshop einladen. Die Projektgruppe beschäftigt sich mit der Verwaltungspraxis von Ehegerichten in der frühneuzeitlichen Grafschaft Hohenlohe. Besonderes Augenmerk gilt der Pluralität von Normen der Verwaltungspraxis im Spannungsfeld zwischen verschiedenen Akteursgruppen wie FürstInnen, Supplizierenden, Beamten, Pfarrern und Gutachtern sowie der konfessionellen Konkurrenz in einem kleinräumigen Herrschaftsgebiet.
Vor dem Hintergrund der kulturwissenschaftlichen Wende sollen praxistheoretische Fragen und methodologische Zugänge ausführlicher diskutiert werden. Dazu sind Doktorand:innen zur Teilnahme eingeladen, um in kurzen Vorträgen ihre theoretische Konzeption und Perspektivierung vorzustellen. Die verschiedenen Ansätze werden von ausgewählten Expert:innen kommentiert und gemeinsam diskutiert. Ziel des Workshops ist es, im Austausch miteinander die unterschiedlichen Herangehensweisen an konkreten Beispielen und Problemen zu reflektieren, so Impulse für die jeweils eigene Forschungsarbeit zu erhalten und dadurch zur Weiterentwicklung der Promotionsprojekte beizutragen.
Der Workshop "Verwaltung als Praxis" wird in Kooperation mit Ass.-Prof. Dr. Tim Neu (Wien) am 13. und 14. Juli 2023 in Bochum stattfinden. Interessent:innen senden bitte ein Abstract zum eigenen Promotionsprojekt mit einer Konkretisierung in Bezug auf Potentiale und Grenzen des gewählten theoretisch-methodischen Ansatzes (max. 500 Wörter) sowie eine Kurzvita bis zum 19. März 2023 an markus.albuschat at rub.de. Reise- und Übernachtungskosten der Beitragenden werden übernommen (Bahnfahrt 2. Klasse, zwei Übernachtungen).
Expert:innen:
Prof. Dr. Stefan Brakensiek
Prof. Dr. Marian Füssel
Prof. Dr. Ulrike Ludwig
INFO
Markus Albuschat, Sebastian Kreyenschulte, Kerstin Lischka
Ruhr-Universität Bochum, Historisches Institut, Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit & Geschlechtergeschichte
Universitätsstraße 150
44801 Bochum
Tel.: 0234 - 32 - 22196
E-Mail: markus.albuschat at rub.de
URL: https://www.ruhr-uni-bochum.de/fnzgg/
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