[WestG] [AKT] Beginn der Vortragsreihe zur Ruhrbesetzung - Der "blutige Karsamstag" bei Krupp, Dr. Klaus Wisotzky, Essen, 17.01.23, 18:00 Uhr
Hanke, Enrique
Enrique.Hanke at lwl.org
Mo Jan 16 10:47:53 CET 2023
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 13.01.2023, 12:46
Übernahme aus der Mailingliste Geschichtskultur im Ruhrgebiet
AKTUELL
Beginn der Vortragsreihe zur Ruhrbesetzung mit Der "blutige Karsamstag" bei Krupp
Referent: Dr. Klaus Wisotzky, Düsseldorf
Seit dem 12.1.2023 zeigt das Ruhr Museum auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein die Galerieausstellung "Hände weg vom Ruhrgebiet! Die Ruhrbesetzung 1923-1925". Im Rahmen des umfangreichen Begleitprogramms zur Ausstellung startet am 17.1.2023 die hochkarätig besetzte, wissenschaftliche Vortragsreihe. Sie beschäftigt sich mit verschiedenen Perspektiven zum Thema Ruhrbesetzung. Dabei geht es um den "blutigen Karsamstag", die Industriellen des Reviers, die Deutungen der Ruhrbesetzung, die Propagandaschlacht und schließlich um die Einordnung der Ruhrbesetzung in die europäische Geschichte. Bis zum 14.2.2023 finden fünf Vorträge jeweils dienstags um 18 Uhr im Kokskohlenbunker des Ruhr Museums statt.
Den Auftakt macht am Dienstag, dem 17.1.2023, um 18 Uhr der Historiker und ehemalige Leiter des Hauses der Essener Geschichte/Stadtarchiv Dr. Klaus Wisotzky mit seinem Vortrag Der "blutige Karsamstag" bei Krupp. In seinem Vortrag werden die Ereignisse am Ostersamstag 1923, die Reaktion der Öffentlichkeit, die inszenierte Beerdigungsfeier und der Krupp-Prozess eingehend betrachtet und die Frage aufgeworfen, warum dem "blutigen Karsamstag" in der Essener Erinnerungskultur nicht mehr gedacht wird.
Am Morgen des 31.3.1923 wollte eine kleine französische Einheit in der Kruppschen Wagenhalle LKWs beschlagnahmen. Tausende von Arbeitern protestierten spontan gegen die Requirierung der Kraftwagen. Als sich die französischen Soldaten durch die Demonstranten bedrängt fühlten, eröffneten sie das Feuer und stürmten aus der Halle. Zu beklagen waren 13 Tote und zahlreiche Verletzte. Es war der schwerste Zusammenstoß während der Besatzungszeit im Ruhrgebiet und fand weltweit Beachtung. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach und das Direktorium wurden danach als die vermeintlich Schuldigen von einem Kriegsgericht zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Die Regierung nutzte die Gelegenheit, um die antifranzösische Stimmung anzuheizen. Die Trauerfeierlichkeiten und die Beerdigung der Toten am 10.4.2023 wurden als machtvolle, die nationale Einheit demonstrierende Kundgebungen gestaltet. Obwohl auch in der Folgezeit alles getan wurde, um das Geschehen im Bewusstsein der Bevölkerung zu halten, ist dieser "blutige Karsamstag" heute weitgehend in Vergessenheit geraten.
Dr. Klaus Wisotzky hat Geschichte und Germanistik in Düsseldorf studiert. Nach seiner Ausbildung zum höheren Archivdienst war er Leiter des Stadtarchivs Ratingen (1986 bis 1995) und des heutigen Hauses der Essener Geschichte/Stadtarchiv (1995 bis 2018). Er hat zusammen mit Monika Josten die Dauerausstellung "Essen - Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert" im Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv konzipiert und zahlreiche Publikationen zur Stadtgeschichte Essens und Ratingens sowie zur Bergbau- und Archivgeschichte verfasst und herausgegeben. Zuletzt erschien 2019 "Unruhige Zeiten. Politische und soziale Unruhen im Raum Essen 1916-1919".
Alle Veranstaltungen der Vortragsreihe sind kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte den Besucherdienst des Ruhr Museums unter besucherdienst at ruhrmuseum.de oder Mo-Fr von 9-16 Uhr unter 0201 24681 444.
Die weiteren Vorträge im Überblick:
Di 24.1.2023_18 Uhr
Prof. Dr. Ralf Stremmel
Nationale Verräter. Industrielle während der Ruhrbesetzung
Di 31.1.2023_18 Uhr
Prof. Dr. Stefan Goch
Nationale Welle und / oder Klassenkampf? Deutungen der Ruhrbesetzung
Di 7.2.2023_18 Uhr
Gabriele Unverferth
Das Plakat als Waffe. Ruhrbesetzung und Propaganda
Di 14.2.2023_18 Uhr
Prof. Dr. Michael Wildt
1923 - ein europäisches Krisenjahr
Veranstaltungsort
Kokskohlenbunker des Ruhr Museums
Welterbe Zeche Zollverein
Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen
INFO
Datum: 17.01.2023
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: Kokskohlenbunker des Ruhr Museums, Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen
Kontakt: besucherdienst at ruhrmuseum.de; Tel. +49 (0) 201 24681 444
Kosten: Eintritt frei
URL: https://ruhrmuseum.de/
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