[WestG] [AKT] Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in der Bocholter Innenstadt
Bodden, Lina
lina.bodden at lwl.org
Fr Jan 28 10:17:44 CET 2022
Von: "Stadt Bocholt" <info at presse-service.de>
Datum: 28.01.2022, 09:46
AKTUELL
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in der Bocholter Innenstadt - Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums gestalten Gedenken aktiv mit
Rund 30 Bocholterinnen und Bocholter nahmen am 27. Januar 2022 an einem sog. Stolperstein-Rundgang durch die Bocholter Innenstadt teil. Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums gestalteten die Gedenkveranstaltung aktiv mit.
Anlass für den Rundgang entlang der Stolpersteine zu den Häusern, in denen einst Menschen jüdischen Glaubens wohnten, die in Auschwitz ermordet wurden, ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslagers Auschwitz befreit.
Hermann Oechtering und Josef Niebur vom VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften erinnerten zu Beginn der Gedenkveranstaltung an die etwa 1,3 Millionen Menschen, zumeist jüdischen Glaubens, die im Vernichtungslager Auschwitz ihr Leben lassen mussten. Oechtering schilderte die letzten Tage und Stunden wie folgt: "Überall wehte der Todesgeruch [...] Noch kurz vor der Befreiung des Lagers am 27. Januar 1945 hatte die SS versucht, die geschundenen Leichen in Krematorien zu verbrennen. Nur etwa 3.000 Menschen überlebten das fünf Jahre währende Inferno."
Zu den ermordeten Menschen jüdischen Glaubens im Vernichtungslager Auschwitz zählen auch 38 Kinder, Frauen und Männer, die in Bocholt geboren wurden oder einmal hier gewohnt hatten. Allein Sigmar Seif überlebte.
Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums unterstützten bei der Gedenkveranstaltung den VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften sowie den städtischen Fachbereich Kultur und Bildung. An mehreren Station in der Innenstadt machten die Teilnehmenden an Stolpersteinen halt, wo sie über die Lebens- und Todesumstände ehemaliger Bocholter Jüdinnen und Juden erfuhren.
Zum Abschluss bedankte sich Oliver Brenn, Geschäftsbereichsleiter Kultur und Archiv, im Namen der Stadt Bocholt bei den Schülerinnen und Schüler sowie den Teilnehmenden und verwies mit einem Zitat der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano auf die Bedeutung einer fortwährenden Erinnerungskultur: "Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah."
Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 18.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte