[WestG] [AUS] "Zwischen Erfolg und Verfolgung - Juedische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach", Minden, 26.04.22 - 15.05.22

Hanke, Enrique Enrique.Hanke at lwl.org
Do Apr 7 15:12:18 CEST 2022


Von: "Dagmar Selle-Korent" <D.Selle-Korent at minden-luebbecke.de> 
Datum: 07.04.2022, 13:36


AUSSTELLUNG

Ausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung - Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach" in Minden

Der Kreis Minden-Lübbecke zeigt vom 26. April bis zum 15. Mai 2022 auf dem Simeonsplatz die Ausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung - Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach". In einer großformatigen skulpturalen Präsentation würdigt die Ausstellung in Trägerschaft des Zentrums deutsche Sportgeschichte e.V. das große Verdienst jüdischer Sportlerinnen und Sportler für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland und dokumentiert anhand ausgewählter Porträts deren Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. 

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 17 herausragende deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten, die als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten. Mit überlebensgroßen Silhouetten wird an ihr Leben und ihre Erfolge erinnert. 

Nur weil sie Juden waren, wurden diese Frauen und Männer während der NS-Zeit aus ihren Sportvereinen ausgeschlossen, Titel wurden aberkannt. Dem deutschen Fußballpionier Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes, blieb wie vielen anderen nur die Flucht. Nicht wenige Sportler, wie der Fußballnationalspieler Julius Hirsch oder die zehnfache Deutsche Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, wurden deportiert und ermordet. Ralph Klein entkam nur knapp der Deportation nach Auschwitz. Nach dem Krieg war er israelischer, später deutscher Basketball-Nationaltrainer.

Vorgestellt werden ebenfalls die Biografien der Fechtolympiasiegerin Helene Mayer, des Schachweltmeisters Emanuel Lasker, des Meisterboxers Erich Seelig, der Deutschen Tennismeisterin Nelly Neppach, der Deutschen Speerwurfmeisterin Martha Jacob, der Leichtathletin Gretel Bergmann, der Turnolympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow, der  Europameister im Gewichtheben beziehungsweise im Ringen Julius und Hermann Baruch, des Eishockeyspielers Rudi Ball und des deutschen Fußballnationalspielers Gottfried Fuchs.

Die Ausstellung bietet mit der Schwimmerin Sarah Poewe aber auch einen Ausblick und stellt eine wichtige Verbindung zur Gegenwart her. Als erste jüdische Athletin nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gewann sie 2004 in Athen eine olympische Medaille für Deutschland. 

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 25. April 2022, 16:00 Uhr im Ständersaal des Preußenmuseums in Minden statt. Das Grußwort wird Landrätin Anna Katharina Bölling halten. Auch die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sendet einen kurzen Videogruß. Danach erwartet die Gäste ein Referat von Dr. Stefan Zwicker mit dem Titel: "Erinnerungskultur und jüdischer Sport". Der Kurator Dr. Berno Bahro von der Universität Potsdam führt anschließend in das Thema der Ausstellung ein.

Initiiert, konzipiert und finanziert wurde und wird die Ausstellung durch die DFB-Kulturstiftung, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Die aus Anlass der European Maccabi Games 2015 in Berlin erstmals gezeigte Ausstellung wurde zudem durch die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) und die Deutsche Bahn Stiftung gefördert.

Idee und Konzept: Norbert Niclauss (BKM) und Olliver Tietz (DFB-Kulturstiftung).

Autoren: Dr. Berno Bahro, Prof. Dr. Hans Joachim Teichler (beide Potsdam), Prof. Dr. Lorenz Peiffer (Hannover) sowie Dr. Henry Wahlig (Dortmund). 

Die Ausstellung ist zweisprachig (deutsch/englisch) und über QR-Codes mit einer Online-Ausstellung verknüpft, auf der ergänzende Texte und Fotos ausführlich die jüdische Geschichte des deutschen Sports dokumentieren: www.juedische-sportstars.de.

 Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm mit zwei Vorträgen zum Thema israelbezogenen Antisemitismus (15. Mai um 18.00 Uhr) und Erinnerungskultur im Fußball (04. Mai um 18.00 Uhr) im BÜZ sowie einen Workshop zur pädagogischen Bearbeitung von antisemitischen Ressentiments für Lehrkräfte, Interessierte und Netzwerkbeteiligte NRWeltoffen im Kreishaus am 09. Mai um 12.00 Uhr.

Um Anmeldung wird gebeten unter d.kapteina at minden-luebbecke.de.


INFO

Ausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung - Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach"
26.04.2022 bis 15.05.2022

Simeonsplatz
32423 Minden

E-Mail: d.kapteina at minden-luebbecke.de

URL: www.juedische-sportstars.de


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