[WestG] [AKT] Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter

Bodden, Lina lina.bodden at lwl.org
Mo Sep 20 07:48:04 CEST 2021


Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 16.09.2021, 11:58


AKTUELL

Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter

Themen des Newsletters August 2021

Neuigkeiten
- Erster Arbeitstag von Dr. Axel Doßmann als Leiter des Geschichtsortes
- "Ein spannendes Jahr geht zuende"
- Willkommen im Team!

Ausblick
- Ausstellungseröffnung "Mehr als man kennt - näher als man denkt"
- Gemeinsam gedenken: Vorbereitung einer gemeinsamen Veranstaltung zum Holocaustgedenktag am 22. September, 16-17.30 Uhr
- Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung am 26. September
- Lesung von Michael Göring am 30. September

Rückblick
- Intensiv "den Tätern auf der Spur!"
- Späte Anerkennung für ein NS-Opfer im Beisein des Bundespräsidenten
- Im Praktikum on Tour!
- Eine Zeitzeugin hat das Wort
- Stimmungsvolle Musik zur langen Museumsnacht
- "Tatort Fabrikantenvilla"

Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse bei der Lektüre unseres Newsletters!


Neuigkeiten

Kulturdezernentin Cornelia Wilkens begrüßte Dr. Axel Doßmann in der Villa - Erster Arbeitstag von Dr. Axel Doßmann als Leiter des Geschichtsortes

Kulturdezernentin Cornelia Wilkens begrüßte am Mittwoch, 1. September, Axel Doßmann als neuen Leiter in der Villa ten Hompel. Der promovierte Historiker stammt gebürtig aus Ostberlin und hat sich mit internationaler Forschung zu Gesellschaftsverbrechen in Nationalsozialismus und Kommunismus sowie zur deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte und der Aufarbeitung von NS-Verbrechen einen Namen gemacht.

Zum Einstand <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=1>


Corinna Koselleck bei der Jugendbegegnung des deutschen Bundestages - "Ein spannendes Jahr geht zuende"

Ende August endete das FSJ Kultur und Bildung von Corinna Koselleck:

"Mit viel Freude durfte ich in verschiedensten Bereichen mithelfen und mitgestalten. Highlight dieses Jahres war für mich auch die Teilnahme an der jährlichen Jugendbegegnung des deutschen Bundestages, eigentlich zur Gedenkstunde am 27.01, dieses Jahr aber thematisch und zeitlich abgestimmt zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22.06.1941. Dort hatte ich die Möglichkeit, zusammen mit vielen anderen Freiwilligen aus Gedenkstätten, Bildungsorten und anderen spannenden Einrichtungen mich inhaltlich mit dem Vernichtungskrieg und der daraus entstehenden Verantwortung der Erinnerung auseinanderzusetzen. Fokus meiner Gruppe lag auf der Ermordung politischer Eliten im besetzten Osten - viele spannende Diskussionen und ein gemeinsames Gedenken kommen mir immer wieder in den Kopf. Eindrücklich war auch der Besuch der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. Als Höhepunkt der Veranstaltung durften wir an einer Plenarsitzung des deutschen Bundestages teilnehmen. Die aktuelle Stunde handelte sich um den Abzug der Soldaten aus Afghanistan - aufgrund der bedrückenden aktuellen Nachrichten erinnere ich mich häufig zurück daran.

Ein großes Dankeschön spreche ich aus an den Geschichtsort Villa ten Hompel und den Arbeitskreis Gedenkstätten NRW: Dass ich für diese Jugendbegegnung vorgeschlagen wurde und vor allem, dass ich ein so interessantes Jahr hier verbringen durfte."

Und auch wir sagen DANKE, dass du uns im vergangenen Jahr trotz der pandemiebedingt schwierigen Umstände tatkräftig unterstützt und die Arbeit im Geschichtsort mit vielen Ideen bereichert hast! Bis bald!


Unsere neue FSJlerin Jule Richter - Willkommen im Team!

Mit Jule Richter begrüßen wir auch unsere neue FSJlerin im Team der Villa.

Neben der Schule hatte sie schon immer Interesse an Geschichte und Politik und nahm daher bereits zwei Mal am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teil. In diesem Rahmen lernte sie die Villa über Archiv-Recherchen sowie durch Seminarbesuche in der Schule kennen. Nun freut sie sich auf ein spannendes und interessantes Jahr in der Villa, wie sie in einem kurzen Interview berichtet - und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Zu Jule Richter <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=2>


Ausblick

Anatol Herzfelds Gemälde verbildlicht polizeiliche Verbrechen und (innerpolizeiliche) Aufarbeitung.

Ausstellungseröffnung "Mehr als man kennt - näher als man denkt"

Was macht die Brotschneidemaschine der ermordeten Grete Hertz so wertvoll? Weil wir wissen, dass sie sie vor ihrer Deportation einem Nachbarn gab zur zwischenzeitlichen Verwahrung. Für uns ein Anlass, über das Vertrauen deutscher Juden in ihre Umwelt nachzudenken. Und das Fahrrad? Es verhalf 1938 einem Mann aus dem Niederrhein zur Flucht vor den Nazis. Und was kann ein Gemälde über innerpolizeiliche Aufarbeitung der NS-Vergangenheit aussagen?

Geschichten von Objekten und Verfolgung erzählt die von Gedenkstätten aus ganz NRW koordinierte Ausstellung "Mehr als man kennt - näher als man denkt", die am 20. September mit einer Talkrunde und Diskussion in der Bezirksregierung Münster eröffnet wird.

Anmeldung bis zum 13. September per E-Mail an lzpb-nrw at mohrevents.de oder telefonisch unter 02 11/93 67 74 57.

Zur Veranstaltung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=4>


Gemeinsam gedenken: Vorbereitung einer gemeinsamen Veranstaltung zum Holocaustgedenktag am 22. September, 16-17.30 Uhr

Auch zum 27. Januar 2022 möchten wir den Schulen der Stadt Münster und anderen interessierten Schulen im Regierungsbezirk die Möglichkeit einer Gemeinsamen Gedenkveranstaltung auf dem Platz des Westfälischen Friedens bzw. einer Umsetzung vor Ort geben. Alle Schulen sind eingeladen, sich mit kleinen und großen Projekten an der Gedenkfeier unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Markus Lewe zu beteiligen. Im Fokus stehen dieses Jahr die "Vergessenen Opfer". Parallel zum Holocaust-Gedenktag wird es eine Ausstellung in der Bezirksregierung geben, die in dieser Lecture vorgestellt wird und als Anregung für Projekte dienen soll.

Zur Yad Vashem Lecture und Anmeldung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=5>


Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung am 26. September

Nach der Sommerschließzeit sind die Türen der Villa nun wieder geöffnet - und gleich bietet sich die Möglichkeit, bei unserer öffentlichen Führung am Sonntag, 26. September, ab 15 Uhr einen Blick in unsere Dauerausstellung zu werfen! Die Führung dauert ca. eine Stunde. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zur Führung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=6>


Michael Göring liest aus seinem neuen Roman "Dresden"

Lesung von Michael Göring am 30. September

Nach verschiedenen Lesungen in den letzten Jahren wird Michael Göring in diesem Jahr seinen neuen Roman "Dresden. Roman einer Familie" vorstellen, der im Februar dieses Jahres erschienen ist:

Kai ist gerade 18, als er 1978 bei Dömitz durch die Elbe schwimmt, um in den Westen zu gelangen. Er will zu Fabian, dem Westbesucher, den er bewundert, seit Fabian zum ersten Mal nach Dresden gekommen ist. Kai wird im Fluss angeschossen und aufgeschnappt. Er muss für anderthalb Jahre ins Gefängnis. Seine Schwester Anne schließt sich 1987 in Dresden der Umweltbewegung an, Vater Ekkehard aber glaubt noch immer, dass die DDR aus sich heraus reformfähig ist. Am 1. Oktober 1989 sitzt Kai im dritten Zug, der von Prag durch Dresden nach Hof in Bayern fährt ...

Die Veranstaltung wird ab 19 Uhr als hybrides Format in der Villa ten Hompel stattfinden. Interessierte können sich außerdem per Zoom zuschalten. Anmeldung telefonisch unter 0251/492-71 01 oder per E-Mail an tenhomp at stadt-muenster.de.

Zur Veranstaltung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=8>


Rückblick

Teilnehmende beim Auftaktseminar in der Villa

Intensiv "den Tätern auf der Spur!"

Acht junge Polizist*innen aus ganz Deutschland haben vom 11.-15. August intensive Tage bei uns erlebt: Ausgehend von der "Villa" als ehemaligen Schreibtischtäterort machten sich die jungen Anwärter*innen auf die Spur von Verbrechen der NS-Ordnungspolizei. Diese wird sie im September nach Polen führen, wo Sie in Warschau, im Raum von Münsters Partnerstadt Lublin und in den ehemaligen Vernichtungslagern der "Aktion Reinhardt" ein Stück Polizeigeschichte aufarbeiten. Dort werden Sie aller Voraussicht nach auch auf polnische Polizeikolleg*innen treffen - und weiter geht die Spurensuche!

Zum Auftaktseminar <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=9>


Kulturdezernentin Cornelia Wilkens, Künstler Gunter Demnig (Mitte), und Dr. Axel Doßmann, neuer Leiter der Villa ten Hompel mit dem Stolperstein für Bruno Lüdke.

Späte Anerkennung für ein NS-Opfer im Beisein des Bundespräsidenten

Im Zentrum von Münster verankert die Skulptur von Paul Wulf seit 2007 ein Opfer der nationalsozialistischen Zwangssterilisation unübersehbar ins Stadtgedächtnis. Wulf wurde 1938 sterilisiert, der Berliner Kutscher Bruno Lüdke 1940. Lüdke und Wulf sind zwei von über 400.000 Menschen, denen Ärzte und Juristen im Nationalsozialismus das Recht auf Fortpflanzung nahmen. Am Samstag, 28. August, ist schließlich in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Stolperstein für Bruno Lüdke im Berliner Stadtteil Köpenick verlegt worden. Dr. Axel Doßmann hielt zusammen mit der Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener die Gedenkrede.

Zur Stolpersteinverlegung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=10>


Praktikantin Harriet Beltrup und Praktikant Arthur Petzel waren zu Besuch in Bad Arolsen in den Arolsen Archives

Im Praktikum on Tour!

Nicht nur in die Arbeit der Villa, sondern auch die der Arolsen Archives erhielten unsere Praktikant*innen Harriet Veldtrup und Arthur Petzel Einblicke: Bei einem Besuch in Bad Arolsen lernten sie kürzlich die Geschichte und heutige Aufgaben des ehemaligen "International Tracing Service" kennen und erfuhren bei einer Führung durch die Stadt Volkmarsen viel über die jüdische Geschichte des Ortes.

Zum Ausflug <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=11>


Krystyna Budnicka war online zu Gast beim Zoom-Gesprächsabend zum Gedenken an die Opfer der NS-Vernichtungspolitik im besetzten Polen nach Kriegsausbruch 1939

Eine Zeitzeugin hat das Wort

"Ich habe überlebt, um heute davon zu erzählen. So kann ich meine Eltern und Geschwister lebendig halten. Denn ich habe kein Grab und keine Fotos, nur meine Erinnerungen." Dieser Aufgabe des Erzählens geht Krystyna Budnicka nun schon seit vielen Jahren nach und beeindruckte hiermit am Mittwochabend, 1. September, in einem Online-Abendforum der Akademie Franz Hitze Haus die Zuschauenden.

Zum Zeitzeuginnengespräch <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-09-01?mid=2410&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=12>


Tassilo Rinecker und Jonas Höltig sangen Lieder von Verfolgten

Stimmungsvolle Musik zur langen Museumsnacht

Bei bestem Spätsommerwetter öffnete die Villa ten Hompel anlässlich der Nacht der Museen am 4. September 2021 ihre Türen. Neben der Möglichkeit des Ausstellungsbesuchs von 16 bis 24 Uhr standen zwei Open-Air-Konzerte im Vordergrund: zuerst die Irish Folk Band "Dancing Willow", die mit schmissigen Rhythmen bei Wein und Bier für gute Stimmung sorgte. Im Anschluss spielte das Gitarren-Duo Jonas Höltig und Tassilo Rinecker sein Programm "Lieder von Verfolgten" in stimmungsvoller Atmosphäre an geschichtsträchtigem Ort.


Führung durch die Räume der Villa

"Tatort Fabrikantenvilla"

Großer Andrang herrschte in der Villa: Zum Tag des offenen Denkmals lockten zwei Führungen viele Besucherinnen und Besucher, bei strahlendem Sonnenschein auch abseits von Innenstadt und Promenade einen Blick auf geschichtsträchtige Gebäude zu werfen und gemeinsam hinter die Fassaden der ehemaligen Industriellenvilla zu blicken - auf ihre Bewohnerinnen und Bewohner und den Wandel der Villa im Laufe der Jahrzehnte.

Herzlichen Dank für Ihre Lektüre des Newsletters! Der nächste Newsletter erscheint Mitte September 2021.


INFO

Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unser Homepage www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel, auf Facebook www.facebook.com/villatenhompel, sowie auf Instagram www.instagram.com/villatenhompel. Folgen Sie uns gerne - und bleiben Sie gesund!

Kim Sommerer
Stadt Münster, Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster

Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 18.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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