[WestG] [AKT] Gruener Lebensmittelpunkt - Dr.-Dudziak-Park ist Denkmal des Monats
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Mo Mai 3 18:44:57 CEST 2021
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 03.05.2021, 10:05
AKTUELL
Grüner Lebensmittelpunkt - Dr.-Dudziak-Park ist Denkmal des Monats
Erich Dudziak hätte es vermutlich gefallen: Der nach dem Fabrikdirektor der Stahlwerke Südwestfalen benannte Park in der Siedlung Wenscht in Siegen ist Denkmal des Monats Mai. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die gelungene Sanierung des Gartendenkmals, die im Sommer 2020 nach vierjähriger Arbeit abgeschlossen wurde.
"Obwohl der in der Nachkriegszeit entstandene Park noch vergleichsweise jung ist, hatte er schon große Substanzverluste erlitten", erläutert LWL-Gartendenkmalpfleger Marcus Weiß. "Umso mehr ist es zu begrüßen, wenn sich Denkmaleigentümer für die Bewahrung und Restaurierung von Grünräumen dieser Zeit einsetzen."
Ein Quellbach mündet am südlichen Ende in den Schwanenteich, an dessen Staumauer ein Platz zum Verweilen einlädt. "Zeittypische Gestaltungselemente wie die geschwungene Natursteinmauer mit Banknischen, ein Brunnenbecken mit Bronzeplastik, Bodenbeläge aus polygonalen Sandsteinplatten sowie kunsthandwerklich gearbeitete Metallgitter zeigen den hohen Anspruch, mit dem damals geplant wurde", betont Weiß.
Gleichzeitig kennt der Gartenexperte des LWL auch die Herausforderungen, die die Instandhaltung des seit 2011 denkmalgeschützten Parks mit sich brachte: "Die Pflege der bewaldeten Hangbereiche war seit jeher schwierig und unterblieb zeitweise. Durch Wildwuchs gingen Gartenräume und Sichtbeziehungen verloren, die künstlichen Gewässerflächen verlandeten zusehends. Auch der zunehmende Vandalismus hinterließ seine Spuren an Bänken, Geländern oder Kunstwerken."
Den Wendepunkt stellte ein Freiraumkonzept von 2010 dar, das geeignete Maßnahmen für eine denkmalgerechte Restaurierung und Instandsetzung des Gartenkunstwerkes lieferte. Ab 2017 begann dessen Umsetzung mithilfe städtischer Haushaltsmittel und einer Förderung durch das Land NRW. "So hat die Stadt den Verfall gestoppt und die gestalterischen sowie räumlichen Qualitäten der Anlage wieder herausgearbeitet", sagt Weiß und lobt die enge Zusammenarbeit der Beteiligten: "Die gute Kooperation zwischen der Stadt, der LWL-Denkmalpflege sowie dem Planungsbüro hat es ermöglicht, alle Maßnahmen auf einem hohen fachlichen Niveau zu realisieren. Gartenarchäologische Grabungen lieferten Erkenntnisse zum Materialaufbau und Verlauf der Wege, restauratorische Voruntersuchungen ermöglichten die denkmalgerechte Sanierung historischer Gitterelemente."
Wildwuchs wurde ausgelichtet, zahlreiche Bäume nachgepflanzt, die Gewässer vom Schlamm befreit und das Wegenetz barrierefrei instandgesetzt. Besonders freut den Gartendenkmalpfleger die Restaurierung des Platzes am Schwanenteich: "Hier können Besucher:innen heute wieder auf einem Natursteinplattenbelag nach historischem Vorbild flanieren und originalgetreu gestaltete Maueraufsatzleuchten bewundern. Die Gitterelemente von Bogenbrücke und Teichgeländer haben Auszubildende der Deutschen Edelstahlwerke Siegen, dem Nachfolger der Stahlwerke Südwestfalen, behutsam restauriert", so Weiß. "Heute sind die Ideen und Qualitäten seiner Entstehungszeit im Dr.-Dudziak-Park wieder sicht- und spürbar. Erneut ist das Gartenkunstwerk der grüne Lebensmittelpunkt der Vorderen Wenscht."
Hintergrund
Als Teil der Siedlung "Vordere Wenscht" wurde der Park ab 1953 auf Initiative des Fabrikdirektors der Stahlwerke Südwestfalen, Dr. Erich Dudziak, angelegt. Großzügige, öffentlich nutzbare Grünflächen sollten den Bewohner:innen der neuen Siedlung - so Dudziak - den "heilsamen Einfluss der Natur und das Teilhaben an dem Wachsen und Blühen der Pflanzen und Bäume" ermöglichen. Ziel war es, "gesundes Wohnen durch Auflockerung, Gliederung und starke Durchgrünung der Baugebiete" zu erzielen. "Damit steht die Wenscht in der Tradition der Gartenstadtsiedlungen der 1920er- und 1930er-Jahre, die sozialhygienische Gestaltungsaspekte mit steigendem Wohnraumbedarf in Einklang zu bringen suchte", so Gartendenkmalpfleger Weiß.
Geplant wurde die Grünanlage von den Landschaftsarchitekten Volke und Becker in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Siedlerbund. Die Topografie des Dr.-Dudziak-Parks wird bestimmt durch ein 550 Meter langes, in die Landschaft eingekerbtes Tal, auch Siepen genannt. Das als Rundweg konzipierte Spazierwegenetz erschließt den Talraum mit seinen Spiel- und Sportflächen, Ruhebereichen, Gehölzgruppen und kleinen Teichen.
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