[WestG] [AKT] LWL foerdert Neukonzeption der Gedenkstaette "Franzoesische Kapelle" in Soest mit 100.000 Euro
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Mo Jan 4 09:41:27 CET 2021
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 18.12.2020, 11:51
AKTUELL
LWL fördert Neukonzeption der Gedenkstätte "Französische Kapelle" in Soest mit 100.000 Euro
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unterstützt die Geschichtswerkstatt Französische Kapelle (GFK) in Soest mit 100.000 Euro (je 50.000 Euro 2020 und 2021) dabei, eine Neukonzeption der Gedenkstätte "Französische Kapelle" in Kooperation mit weiteren Geschichtsvereinen im Dachgeschoss von Block 3 in der Adam-Kaserne zu realisieren. Das hat der LWL-Landschaftsausschuss am Freitag (18.12.) in Münster beschlossen.
"Mit unserer Förderung können wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die etablierte und durch zivilgesellschaftliches Engagement getragene Gedenkstätte zu erhalten, weiter zu entwickeln und zu professionalisieren", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.
Bisher hat sich die Gedenkstätte fast ausschließlich auf die Opfergruppe der hier während des Zweiten Weltkrieges gefangen gehaltenen französischen Offiziere konzentriert. "Künftig sollen andere Gruppen wie zum Beispiel die sowjetischen Kriegsgefangenen, die zeitgleich auf dem Gelände waren, stärker vergleichend einbezogen werden. So macht die Gedenkstätte ein grausames Merkmal nationalsozialistischer Herrschaft erfahrbar: die Hierarchisierung von Gefangenen aus verschiedenen Nationen, Ethnien und sozialen Gruppen auf der Grundlage der NS-Rassenideologie", so Rüschoff-Parzinger. Dafür hat das LWL-Museumsamt für Westfalen ein Grobkonzept entwickelt, das die GFK nun modifiziert umsetzen möchte. Für die Einrichtung der neuen Gedenkstätte stellt die Stadt Soest 500 Quadratmeter im Dachgeschoss von Block 3 zur Verfügung und trägt die Kaltmiete.
Mit dem Zuschuss will die GFK das Dachgeschoss so ausbauen und einrichten, dass sie es für museale und gedenkstättenpädagogische Zwecke nutzen kann. Dazu will sie unter anderem Trockenbauwände errichten, den Estrich ausbessern und teilweise erneuern sowie Bandschutz-Türen und behindertengerechte sanitäre Einrichtungen einbauen. Außerdem will die Geschichtswerkstatt Exponat-Beleuchtung, museumstechnisches Inventar wie Vitrinen und Stellwände sowie die nötige Infrastruktur wie Empfangstresen und Schließfächer anschaffen.
Hintergrund
Die "Französische Kapelle" im Dachgeschoss eines Kasernenblocks haben während des Zweiten Weltkrieges französische Kriegsgefangene abgetrennt, ausgestaltet und für Gottesdienste genutzt. Zu dieser Zeit war auf dem Gelände ein Kriegsgefangenenlager für französische Offiziere untergebracht. In der Nachkriegszeit wurde die Kaserne von belgischen Streitkräften genutzt. Seit 1997 haben sich hier mehrere Geschichtsvereine etabliert, die einzelne Nutzungsphasen der Kasernengeschichte erforschen und ihre Ergebnisse präsentieren. Die Stadt Soest hat das Gelände 2017 gekauft, um hier ein Wohnquartier zu entwickeln. Wegen der Schaffung von Wohnraum musste die GFK ins Dachgeschoss umziehen und hat ihre neuen Räume nun direkt neben der "Französischen Kapelle". Die unter Denkmalschutz stehende Kapelle soll erhalten und öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Stadt hat ihre öffentliche Verpflichtung, die Geschichte des Denkmals in angemessener Form zu vermitteln, an die GFK delegiert.
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