[WestG] [AKT] Stilles Gedenken an Paderborner Juden - Kranzniederlegung am Mahnmal an der Alten Synagoge
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Do Nov 12 08:03:06 CET 2020
Von: "Pressestelle der Stadt Paderborn" <pressestelle at paderborn.de>
Datum: 10.11.2020, 17:13
AKTUELL
Stilles Gedenken an Paderborner Juden - Kranzniederlegung am Mahnmal an der Alten Synagoge
Im Gedenken an die ermordeten Paderborner Jüdinnen und Juden haben Bürgermeister Michael Dreier, Monika Schrader-Bewermeier, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Paderborn e.V., und Alexander Kogan, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn, am Montag, 9. November, einen Kranz am Mahnmal an der Alten Synagoge niedergelegt.
"Das gemeinsame Gedenken am Mahnmal an der Alten Synagoge ist ein wichtiger Teil unserer Erinnerungskultur. Auch wenn wir heute nicht wie gewohnt an diesem Ort zusammenkommen können, möchte ich jeden einzelnen dazu aufrufen, sich gegen das Vergessen sowie gegen Hass und Rechtsextremismus einzusetzen", hob Bürgermeister Michael Dreier hervor. Paderborn könne stolz darauf sein, dass Menschen aus 140 Nationen in der Stadt friedlich zusammenlebten und die verschiedenen Religionen miteinander im Dialog seien. "Wir alle haben die Verantwortung dafür, dass dies so bleibt", so Dreier.
"Dass wir den heutigen Tag in dieser stillen Form begehen müssen, bedeutet nicht, dass der Opfer nicht gedacht wird," betonte Monika Schrader-Bewermeier. Dies zeigten auch die Kerzen, die Bürgerinnen und Bürger vor dem Mahnmal aufgestellt hatten. Die Novemberpogrome seien der Einstieg in unvorstellbare Grausamkeiten gewesen, was nicht in Vergessenheit geraten dürfe, so Schrader-Bewermeier. Vor der Kranzniederlegung sprach Alexander Kogan ein Gebet in deutscher und hebräischer Sprache.
Die öffentliche Gedenkfeier, zu der die Stadt Paderborn und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit die Bürgerinnen und Bürger jedes Jahr einladen, musste aufgrund des aktuellen Corona-Infektionsgeschehens und den damit verbundenen Maßnahmen in diesem Jahr entfallen. Stattdessen hatte Bürgermeister Michael Dreier die Paderbornerinnen und Paderborner dazu aufgefordert, den Opfern der Novemberpogrome im Stillen zu gedenken.
In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Jüdinnen und Juden getötet, misshandelt, verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Synagogen wurden in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte und Häuser geplündert oder zerstört. Anders als in anderen Städten begannen die Ausschreitungen in Paderborn erst am 10. November, da die Feuerwehr zunächst Vorkehrungen zum Schutz der Nachbarhäuser traf, ehe die Synagoge in Brand gesetzt wurde. An ihrem damaligen Standort steht heute das Mahnmal des 2018 verstorbenen Künstlers Per Kirkeby.
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