[WestG] [AKT] Vor 40 Jahren: Volkshochschule Gelsenkirchen an der Seite der Heinze-Frauen

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Fr Jan 3 10:38:31 CET 2020


Von: "Stadt Gelsenkirchen" <pressestelle at gelsenkirchen.de>
Datum: 20.12.2019, 13:07


AKTUELL

Vor 40 Jahren: Volkshochschule Gelsenkirchen an der Seite der Heinze-Frauen - Ein Meilenstein in der hundertjährigen Geschichte der VHS

Es war die Unterstützung des Kampfes der Heinze-Frauen, die vor 40 Jahren im Heinze Fotolaborbetrieb für gleichen Lohn für gleiche Arbeit stritten. Sie wollten es nicht hinnehmen, dass ihre männlichen Kollegen 1,50 DM mehr Lohn für die gleiche Arbeit bekamen. Noch heute erreichen die damalige Leiterin des VHS-Fachbereichs "Gesellschaft, Politik", Dr. Marianne Kaiser, Anfragen zum Kampf der Heinze-Frauen.

"Die Nachricht, dass Frauen mit der Unterstützung ihrer Gewerkschaft IG Druck und Papier gegen ihren Arbeitgeber vor Gericht um gleichen Lohn für gleiche Arbeit stritten, löste eine Welle der Solidarität in Gelsenkirchen und weit über die Stadtgrenze hinaus aus", erinnert sich die heute 79-jährige Dr. Marianne Kaiser.

Als Gewerkschafterin solidarisierte sie sich mit den Heinze-Frauen. Als VHS-Mitarbeiterin bot sie ihnen und anderen Interessierten die Möglichkeit zur Reflexion der Geschehnisse zum Beispiel mit Seminaren zur Geschichte des Kampfes um Gleichberechtigung. Vor allem aber ging es um die Reflexion des eigenen Handelns, darum, den Kampf für gleiche Löhne und die dabei gemachten Erfahrungen festzuhalten und zu diskutieren. "Die Tonbandmitschnitte dieser Diskussionen wurden dann wesentlicher Bestandteil des Buches ,Wir wollen gleiche Löhne', das ich in Absprache mit den Frauen 1980 herausgegeben habe", erläutert Dr. Kaiser.

Der erst im letzten Jahr von der ARD gezeigte Film "Keiner schiebt uns weg" hatte den Protestsong der Heinze-Frauen zum Titel. Den hatten sie gemeinsam mit der Protestsängerin Fasia Jansen erarbeitet. Auf das Drehbuch des Films konnte Marianne Kaiser Einfluss nehmen. "Die Gewerkschaften und die breite Solidaritätsbewegung wären sonst nicht im Film vorgekommen. Ich hoffe, dass der Film dazu beiträgt, die Erinnerung an die Heinze-Frauen wachzuhalten", hofft Kaiser.

Ihre Materialein wie Fotos, Filme, Flugblätter oder Zeitungsbeiträge hat sie dem Institut für Stadtgeschichte überlassen. "Weil hier das Gedächtnis der Stadt ist. Hier können alle Interessierten nachfragen", begründet sie ihren Schritt und hofft, dass das Interesse an dem exemplarischen Prozess der Heinze-frauen noch lange anhält, denn: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, dieses Recht ist noch längst nicht durchgesetzt."


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