[WestG] [AUS] "Eierlei Osterschaetze. Zwischen Tradition und Moderne" - Neue Sonderausstellung ab 27. Februar in den Westfaelischen Salzwelten

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Fr Feb 21 12:20:23 CET 2020


Von: "Jeanette Metz" <metz at westfaelische-salzwelten.de>
Datum: 21.02.2020, 09:59


AUSSTELLUNG

"Eierlei Osterschätze. Zwischen Tradition und Moderne" - Neue Sonderausstellung ab 27. Februar in den Westfälischen Salzwelten, Bad Sassendorf

Über 200 Eier aus der Osterschätze- Sammlung der Künstlerin Ute Kugel-Erbe zeugen von dem historischen Brauch an Ostern Eier als Symbol der Fruchtbarkeit zu verschenken. Sie dokumentieren die Vielfalt der weltweiten Techniken und der aufgetragenen Muster. Der Osterhase bringt wie selbstverständlich am Fest die gestalteten Eier. Seiner österlichen Symbolik spürt die Ausstellung ebenso nach wie den vielfältigen religiösen und volkskundlichen Traditionen am Osterfest auf der ganzen Welt.

Das Ei umspannt die Welt: Zahlreiche Mythen und Religionen sehen in ihm den Ursprung des Kosmos. Durch das Zerspringen der scheinbar toten Schale bringt es neues Leben hervor. Dadurch wird das Ei zu einem Symbol, in dem sich Fruchtbarkeit und Neuanfang ausdrücken. Dies zeigt sich auch im alten Brauchtum der Ostereier, die zum Osterfest verschenkt, dekoriert oder gegessen werden. Dabei versinnbildlichen sie die Auferstehung Jesu, den Frühlingsanfang und das Ende der Fastenzeit. Über 200 Eier aus der umfangreichen Osterschätze-Sammlung der verstorbenen Künstlerin Ute Kugel-Erbe aus Gütersloh zeigen diese Symbolik in den Westfälischen Salzwelten vom 28. Februar bis 27. April 2020.

Gemalt, gekratzt, lackiert: Die traditionellen Techniken, die die Eier widerspiegeln, sind genauso vielfältig wie die kunsthandwerkliche Gestaltung und die Motive. Darin verdeutlichen sich die historische wie religiöse Bedeutung des Osterfestes, das möglicherweise auf die germanische Frühlingsgöttin Ostara zurückgeführt werden kann. Andererseits ergeben sich sowohl namentlich als auch in Form des Osterlammes Bezüge zum jüdischen Pessach-Fest: Am 14. Tag des Monats Nisam wird als wichtigster Festtag der Sederabend begangen. Dazu wird traditionell der Sederteller gereicht, auf dem sich Beitzah, ein gekochtes Ei, befindt.

Das Ei-Motiv als Zeichen der Fruchtbarkeit findet sich in vielen Religionen und atheistischen Bräuchen wieder, welche die Forscher bis in die Zeit der Babylonier zurückverfolgen können: Die Byzantiner sahen in dem Hasen bereits ein Symbol für Jesus Christus, weswegen heute möglicherweise der Osterhase die Gaben bringt. Daneben veranschaulichen die Eier aber auch die unterschiedlichen Osterriten in Westfalen. Vom Plapperwasser über die Karfreitagsratschen bis zu den Osterrädern in Lügde zeichnet sich die Region durch eine lebendige österliche Kultur aus. Dies spiegelt sich besonders an den alljährlichen Osterfeuern, wie dem in Bad Sassendorf-Lohne, wider.

Matrjoschka-Eier aus der Ukraine und hölzerne Glückeier aus China, die zur Geburt eines Kindes verschenkt werden, führen die weltweiten schöpferischen Symboliken des Eies vor Augen. Die Bezüglichkeiten der Osterschätze-Sammlung kontextualisieren das Ei heute als einen kulturellen Bedeutungsträger, der von weit verbreiteten Traditionen begleitet wird. Eine Osterwerkstatt in der Ausstellung lädt kleine und große Besucher*innen zur Suche nach interkulturellen österlichen Bezügen sowie zur kreativen Ei-Gestaltung für den Osterbaum ein. Die Ausstellungseröffnung findet am 27. Februar um 18.00 Uhr statt, für die eine Anmeldung unter 02921-9433435 oder info at salzwelten.de gewünscht wird.


INFO

Sonderausstellung "Eierlei Osterschätze. Zwischen Tradition und Moderne"
Vom 28. Februar bis 27. April 2020
Westfälische Salzwelten
An der Rosenau 2
59505 Bad Sassendorf


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