[WestG] [AKT] Vortrag: Hertel, "Aufgewachsen im NS-Staat", Petershagen, 12.03.2019
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Mi Mär 6 16:26:30 CET 2019
Von: "Wolfgang Battermann" <battermann.wolfgang at gmail.com>
Datum: 06.03.2019, 12:19
AKTUELL
"Aufgewachsen im NS-Staat": Zwiespältige Erfahrungen und notwendige Konsequenzen
Vortrag von Peter Hertel mit der Fotopräsentation von Christiane Buddenberg-Hertel
Zu den Erfahrungen Peter Hertels, der 1937 in der Bergarbeitergemeinde Bockum- Hövel (heute ein Stadtbezirk von Hamm) geboren wurde, gehören die Angst vor tödlichen Bomben und die Bilder zerstörter Städte; aber auch ein Jude, der "abgeholt" wird und Zwangsarbeiter, die bei Nachbarn arbeiten müssen. Nach dem Krieg schweigt die Gesellschaft weithin über die Naziverbrechen. Mit ihnen setzt sich Peter Hertel erst als Student und dann als politischer Zeitungsredakteur auseinander. Im NDR-Hörfunk übernimmt er u.a. die Verantwortung für die Sendungen zum Judentum. Schließlich steigt er aktiv in die Erinnerungsarbeit ein. In seinem Wohnort Ronnenberg bei Hannover erforscht er die fast unbekannte Geschichte der Juden und entdeckt mehr als zehn Holocaustopfer. Die Stadt Ronnenberg errichtet auf der Basis seiner Erkundungen ein Denkmal für sie. Über eine Wanderausstellung, die Peter Hertel mit seiner Frau, Christiane Buddenberg-Hertel, erarbeitet, veröffentlichen beide 2016 das Buch "Die Juden von Ronnenberg", herausgegeben von der Region Hannover. Im Geburtsort Bockum-Hövel erforscht der Autor die Geschichte der Zwangsarbeiter und Juden. Auch dort findet er die Namen und enthüllt die Schicksale von zwölf ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, die vergessen waren. 2018 veröffentlicht er das Buch "Eine Kindheit im NS-Staat", in dem er diese Recherchen auf dem Hintergrund seiner frühen Erlebnisse darstellt.
"Peter Hertel kämpft seit langem gegen das Vergessen. Sein neues Buch beweist das", schreibt in Belgien die jüdische Zeitschrift "Regards". In seinem Vortrag schildert der Journalist nicht nur frühe Erfahrungen, die sich in sein Gedächtnis eingegraben haben. Zur Sprache bringt er auch die Widersprüche und Verdrängungen, die seine Generation erlebt hat; sowie die Ängste, die viele noch im Alter mit sich herumtragen. Aber er nennt auch die Konsequenzen, die er für seinen Alltag gezogen hat und die ihm angesichts der gesellschaftlichen Lage von heute als unerlässlich erscheinen. Seine Frau veranschaulicht die Schilderungen und Schlussfolgerungen durch Fotos und Dokumente.
INFO
Veranstaltungsdaten:
"Aufgewachsen im NS-Staat": Zwiespältige Erfahrungen und notwendige Konsequenzen
Dienstag, 12. März 2019, 19:00 Uhr
Altes Amtsgericht Petershagen
Mindener Straße 16
32469 Petershagen
Eintritt frei, Spenden willkommen.
Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen e.V.
Kontakt:
Wolfgang Battermann
AG Alte Synagoge Petershagen
Tel. 05707 1378
info at synagoge-petershagen.de
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