[WestG] [AKT] Dortmund: Staedtische Museen oeffnen ihre Dauerausstellungen - Was es 2019 zu sehen gibt
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Fr Feb 8 13:16:16 CET 2019
Von: "Katrin Pinetzki" <katrin.pinetzki at stadtdor.de>
Datum: 08.02.2019
AKTUELL
"Komm gucken": Städtische Museen öffnen ihre Dauerausstellungen - Was es 2019 zu sehen gibt
Seit Januar ist der Eintritt in die Dauerausstellungen der städtischen Museen frei: Museum Ostwall im Dortmunder U, Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Hoesch-Museum und Brauerei-Museum können seit 2019 kostenlos besucht werden. Auch das Naturkundemuseum, das derzeit saniert und umgebaut wird, schließt sich nach seiner Wiedereröffnung an. Das Kindermuseum Adlerturm und das Westfälische Schulmuseum hatten das Entgelt schon 2016 abgeschafft, die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache nimmt seit jeher keinen Eintritt.
Museen sollen zu Treffpunkten werden
Die Kulturbetriebe der Stadt Dortmund machen aktuell mit der Kampagne "Eintritt frei" mit Flyern, Plakaten und in den sozialen Medien auf das neue Angebot aufmerksam, das der Rat der Stadt im November 2018 beschlossen hat. Dortmund übernimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle. Ziel ist es, die Besucherinnen und Besucher häufiger in "ihre" Häuser zu locken. "Wir wollen die Museen als Treffpunkte und Lieblingsorte etablieren und dadurch auch auf andere - kostenpflichtige - Angebote aufmerksam machen, etwa Sonderausstellungen oder Programme der Museumspädagogik", sagt Dr. Stefan Mühlhofer, Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe. Das Motto der Aktion: "Komm gucken!"
Die ersten Reaktionen auf die Eintrittsfreiheit sind überwiegend positiv. "Vorbildlich", "Endlich!" oder "Genauso sollte es sein", wurde die Nachricht in den sozialen Medien kommentiert. Gründe für einen häufigeren Besuch in den Dauerausstellungen gibt es genug - denn auch Dauerausstellungen sind höchst dynamisch und bieten übers Jahr gesehen viel Abwechslung.
Zehn Gründe, 2019 die Museen häufiger zu besuchen
1. Im Museum Ostwall im Dortmunder U besteht nur noch bis zum 31. März die Chance, die aktuelle Sammlungspräsentation "Fast wie im echten Leben" in den umgebauten Etagen 4 und 5 im U zu besuchen. Die Schau konfrontiert 100 Jahre Kunstgeschichte in sechs Themenräumen mit dem Alltag und der Lebensrealität der Besucherinnen und Besucher. So trifft man in der Abteilung "Ausflug ins Grüne" eine Industrielandschaft im Umbruch - Matthias Kochs Fotografie des entstehenden PHOENIX Sees - ebenso wie leuchtende Berge und Täler, die der Expressionist Alexej von Jawlensky 1912 malte.
2. Nächster Anlass für den Besuch im MO ist dann ab Oktober: Die Sammlung wird ab April umgebaut und eröffnet am 6. Oktober neu. Unter dem Titel "Body & Soul. Was wir sind" stehen dann Werke des 20. und 21. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Außerdem erwartet die Besucherinnen und Besucher eine neue Innenarchitektur mit großzügigeren Räumen und einer besucherfreundlichen Wegeführung. Das "Flux Inn" im Foyer bietet dann die Möglichkeit, kreativ zu werden, eine Pause einzulegen oder in Kontakt mit dem Museumsteam zu treten. Ein neu eingerichteter, geräumiger Unterrichts- und KunstAktionsRaum wird Schulklassen, Einzelnen und Seminaren ermöglichen, direkt in der Ausstellungfläche zu den Kunstwerken in der Sammlung zu arbeiten. Im zentralen Schaufenster auf der Ebene 4 wird eines der Meisterwerke der Präsentation einen Vorgeschmack aufs Innere bieten.
3. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) bietet seit einiger Zeit durch temporäre Eingriffe und spannende, oft humorvolle Interventionen neue Perspektiven auf seine mehrere Etagen umfassende Dauerausstellung. Noch bis 19. Mai finden sich diverse Sitzgelegenheiten zwischen den Exponaten der Sammlung - vom mittelalterlichen Kaiserthron über einen Stuhl ohne Beine bis zum umhäkelten Toilettensitz. Sie gehören zur Ausstellung "Auf Möbeln. SitzPolsterModen", die das MKK in Kooperation mit dem Masterstudiengang "Kulturanalyse und Kulturvermittlung" der TU Dortmund eingerichtet hat. Rund 30 Installationen verteilten sich auf alle Ebenen in der Dauerausstellung, insgesamt sind es Objekte von über 60 Leihgeberinnen und Leihgebern aus der ganzen Welt.
4. Im Kinosessel von vergangenen Zeiten träumen - das kann man noch bis Ende März im MKK. Die Film-Installation "OLYMPIA UNIVERSUM PALAST" im Foyer erinnert an die goldenen Zeiten des Kinos im Dortmunder Brückviertel. Der 16,5-minütige Film kombiniert die Dortmunder Kino-Historie mit aktuellen Statements heutiger Protagonisten.
5. Schon immer erzählt das MKK auch die Stadtgeschichte. Ab dem Frühjahr können große und kleine Besucherinnen und Besucher im neuen Stadtlabor die Geschichte Dortmunds weitererzählen. Im Erdgeschoss direkt am Eingang entsteht mit dem Stadtlabor ein Mitmach-Raum zum Experimentieren und Gestalten. Unter dem Motto "Mein Dortmund. Hier - Jetzt - Heute - Damals" geht es darum, Architektur und Stadtplanung zu erforschen, Dortmund aus neuen Blickwinkeln zu entdecken und weiterzudenken.
6. Die Dauerausstellung im MKK rund um die beeindruckende Rotunde besteht aus mehreren Sammlungen und ist so groß, dass man sie an einem Tag kaum schaffen kann. Besser, man nimmt sich bei jedem Besuch eine andere Abteilung vor. Zur Auswahl stehen etwa Rundgänge zum Thema altes und neues Dortmund, "Höfische und bürgerliche Kultur vom 16. bis 18. Jahrhundert"; die Gemälde-Galerie des 19. Jahrhunderts, Design und Kunsthandwerk im 20. Jahrhundert oder ein Spaziergang in die Steinzeit.
7. Im Hoesch-Museum ist nicht nur der Eintritt in die Dauerausstellung "Stahlzeit in Dortmund" frei, sondern auch die Sonderausstellungen, die einzelne Aspekte der Industrie- und Unternehmensgeschichte in den Blick nehmen. Noch bis 7. April präsentiert das Hoesch-Museum Philipp Robiens Fotografien von Stahlbungalows, die Hoesch in den 1960er-Jahren produziert hat und von denen einige auch in Dortmund aufgebaut wurden. Mitte Juni folgt die Ausstellung "Neue Heimat finden. Auf Vielfalt vertrauen. Im Revier leben" zu Migration und religiöser Pluralisierung im Ruhrgebiet. Die Ausstellung "Hoesch maritim" erzählt zum 120. Jahrestag der Hafeneinweihung ab August vom Verhältnis zwischen Stahlindustrie und Wasser. Und im November wird eine Fotoausstellung zur Fraueninitiative Hoesch unter dem Blick "Gerechtigkeit" eröffnet.
8. Das Westfälische Schulmuseum eröffnet am 19. Mai die kostenfreie Sonderausstellung ",Oma, kannst du das lesen?' Deutsche Schreibschriften im Wandel der Zeit" zum heiß diskutierten Thema Schreibschrift. Sie sei schwierig zu lesen, zu schnörkelig und überflüssig in Zeiten der Digitalisierung, sagen Kritiker. Wie sie entstand, was die Sütterlinschrift ist und welche Schreibschriften es heute gibt, damit befasst sich die Ausstellung. Am Ende kann man selbst zu Feder und Tinte greifen und verschiedene Schriften ausprobieren.
9. Im Brauerei-Museum sind nach einer Erweiterung der Abteilung "Gaststätte" neuerdings zahlreiche Stücke aus der Kneipenkultur der 1950er bis 1970er Jahre zu sehen, die bisher im Depot schlummerten. Noch bis Ende April läuft die kostenlose Ausstellung "150 Jahre Dortmunder Actien-Brauerei" zur Geschichte einer der bedeutendsten deutschen Brauereien des 20. Jahrhunderts.
10. Die Dauerausstellung im Kindermuseum Adlerturm erzählt von Dortmund im Mittelalter und richtet sich an Kinder zwischen 4 und 12 Jahren mit ihren Familien. Mitmachen und aktiv werden kann man dort immer - ganz besonders aber bei den monatlich stattfindenden Familiennachmittagen zu unterschiedlichen Themen. An diesem Sonntag (10. Februar) geht es z.B. um die Liebe im Mittelalter. Familienführungen gibt es jeden vierten Sonntag im Monat, und an jedem dritten Sonntag gibt der "Turm-Scout" Tipps beim Rundgang und beantwortet Fragen.
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