[WestG] [KONF] "Internierungslager fuer nationalsozialistische Funktionstraeger in Stukenbrock/Senne", Bielefeld, 27.-28.09.2019
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Do Aug 8 09:16:57 CEST 2019
Von: "Malte Thießen" <malte.thießen at lwl.org>
Datum: 05.08.2019, 13:54
KONFERENZ
Workshop an der Universität Bielefeld "Internierungslager für nationalsozialistische Funktionsträger in Stukenbrock/Senne" - "Repatriierung der sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem Stalag 326"
am 27./28. September 2019 in der Universität Bielefeld, X-Gebäude, Raum B2-103
Leitung: Prof. Dr. Thomas Welskopp, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld; Dr. Falk Pingel, Regionale Arbeitsgruppe OWL Stalag 326 im Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie", Bielefeld; in Kooperation mit Prof. Dr. Malte Thießen, Institut für westfälische Regionalgeschichte im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Prof. Dr. Peter Fäßler, Arbeitsbereich Zeit-geschichte der Universität Paderborn
"Das Schicksal der 5,3 Millionen sowjetischer Kriegsgefangener aus dem Erinnerungsschat-ten herausholen!" Bundespräsident Joachim Gauck rief mit diesen Worten am 8. Mai 2015 in Stukenbrock zur Weiterentwicklung der bestehenden Dokumentationsstätte "Stalag 326" ("Stammlager" für sowjetische Kriegsgefangene im "Dritten Reich") zu einer Gedenkstätte von überregionaler und internationaler Bedeutung auf. Die Überreste des Stalag 326 und der Sowjetische Ehrenfriedhof bilden innerhalb der Bundesrepublik Deutschland einen einzigartigen Gedenkort. Kein anderes Lager für vornehmlich sowjetische Kriegsgefangene hat so-lange bestanden wie das Stalag 326, mit dessen Aufbau schon vor dem Angriff gegen die Sowjetunion begonnen worden war und das bis Kriegsende bestand. Durch das Stalag 326 sind die meisten sowjetischen Kriegsgefangenen im Gewahrsam der deutschen Wehrmacht gegangen, etwa 302.000.
Die Geschichte ist 1945 aber nicht stehengeblieben.
In Stukenbrock kann ein "Erinnerungsbogen" (Volkhard Knigge) vom Kriegsgefangenenlager über das Internierungslager für Nationalsozialisten zum Flüchtlingslager in der Nachkriegszeit gespannt werden. Zur Nachkriegsgeschichte gehört auch eine Darstellung von Gedenken und Verleugnung oder Verharmlosung des Schicksals der sowjetischen Kriegsgefangenen nach der Befreiung. Nach ihrer Rückkehr in die Sowjetunion standen die ehemaligen Kriegsgefangenen unter Kollaborationsverdacht, wurden von der Geheimpolizei verhört und zum Teil in Arbeitslager deportiert oder in die Armee überstellt.
Der Workshop an der Universität Bielefeld soll den Forschungsstand und weiterführende Forschungsaufgaben sowohl zum Internierungslager und als auch zur Repatriierung der sowjetischen Kriegsgefangenen nach der Befreiung durch die Alliierten erarbeiten. Die von wissenschaftlichen Experten vorgesehenen Beiträge sollen ausführliche Diskussionen anregen und damit die Neukonzeption der Gedenkstätte inhaltlich unterstützen.
Es sind jeweils Vorträge von einer halben Stunde mit einer anschließenden halbstündigen Diskussion geplant.
Freitag, 27. September 2019
Anreise bis 13.00 Uhr, nach Wunsch vorher Mittagessen in der Mensa der Uni-versität von 12.00 bis 13.00 Uhr
Beginn: 13:00
Prof. Dr. Thomas Welskopp / Dr. Falk Pingel (Bielefeld): Einführung in die Thematik des Workshops
Teil I: Das alliierte Internierungslager
13:30 - 18:00
Moderation: Prof. Dr. Peter Fäßler
Kerstin Schulte (Universität Bielefeld)
"Unseren Stolz brauchen sie nicht." Die Internierung von nationalsozialistischen Funktionären in der Senne
Dr. Andrew Beattie (University of New South Wales, Sidney) (Übertragung via Skype)
Internierungslager für nationalsozialistische Funktionsträger in der britischen Besatzungszone nach 1945 und die deutsche Gesellschaft
Moderation: Dr. Thomas Lutz (angefragt)
Dr. Andreas Ehresmann (Gedenkstätte Lager Sandbostel)
Die Ausstellung zum Internierungslager in der Gedenkstätte Sandbostel
16.30 - 17.00 Pause
17.30 -18.00 Impulsreferate
Dr. Jörg von Norden (Universität Bielefeld)
Didaktische Überlegungen zum "Erinnerungsbogen" vom Stalag 326 über das Internierungslager zum Sozialwerk
Dr. Enrico Heitzer (Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen)
Repatriierung sowjetischer Kriegsgefangener aus dem Repatriierungslager in Sachsenhausen
18.00 - 19.00
Präsentation des Dokumentarfilms der British Control Commission: A Defeated People (1946)
Dr. Bettina Blum (Universität Paderborn): Einführung
20.00 Gemeinsames Abendessen: Anno 1802 im Bültmannshof
Samstag, 28. September 2019
Teil II: Repatriierung von sowjetischen Kriegsgefangenen
9.00 - 13.00
Moderation: Prof. Dr. Malte Thießen
Dr. Ulrike Goeken-Haidl (Nürnberg)
Repatriierung sowjetischer Kriegsgefangener aus Deutschland in die Sowjetunion
Dr. Artem Valerevitch Latischev (Higher School of Economics, Moscow)
The Repatriation and Deportation of Soviet Prisoners of War before 1945
Dr. Dmitri Stratievski (Deutsches Historisches Institut Moskau)
Lebensschicksale sowjetischer Repatriierter
Abschlussdiskussion
Moderation: Prof. Dr. Thomas Welskopp
13.00 Uhr Ende des Workshops
INFO
Workshop an der Universität Bielefeld "Internierungslager für nationalsozialistische Funktionsträger in Stukenbrock/Senne" / "Repatriierung der sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem Stalag 326"
27. und 28. September 2019
Universität Bielefeld
X-Gebäude, Raum B2-103
Universitätsstraße 25
33615 Bielefeld
Die Tagung wird mit einem Zuschuss der Universitätsgesellschaft Bielefeld, Verein der Freunde und Förderer der Universität Bielefeld e.V., unterstützt.
Rückmeldungen bis zum 31. August 2019:
Prof. Dr. Thomas Welskopp
Tel.: 0521 / 106-0000
E-Mail: Thomas.welskopp at uni-bielefeld.de
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte