[WestG] [AKT] Vortrag: Hallama, Entlausung von zivilen Zwangsarbeiter_innen aus Osteuropa vor ihrem Arbeitseinsatz, Schloß Holte-Stukenbrock, 02.04.2019
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Di Apr 2 08:27:07 CEST 2019
Von: "dok.stalag" <info at stalag326.de>
Datum: 01.04.2019, 11:58
AKTUELL
Tag der Befreiung / Stalag 326 (VI K) Senne
Am 2 April 1945 wurden die sowjetischen Kriegsgefangenen des Stalag 326 (VI K) Senne befreit.
Auf dem heutigen Gelände des LAFP befinden sich aus dieser Zeit noch zwei historische Gebäude, das ehemalige Arrestgebäude und das Gebäude zur Desinfektion und Entlausung.
Im Kontext der ehemaligen "Entlausung" bietet die Gedenkstätte am 2 April 2019, 18.30 Uhr einen Vortrag von Eva Hallama (Doktorandin aus Wien) an: "Übertragungen, Verwandlungen und Eindringlinge: Die "Entlausung" ziviler Zwangsarbeiter_innen aus Osteuropa vor ihrem Arbeitseinsatz im Deutschen Reich."
Thema: Entlausung von zivilen Zwangsarbeiter_innen aus Osteuropa vor ihrem Arbeitseinsatz im Deutschen Reich mit Verweisen auf Entlausung von sowjetischen Kriegsgefangenen und auf die Bilder von Mauthausen und Gusen
Nach der Zwangsrekrutierung zum Arbeitseinsatz durch das NS-Regime wurden Männer, Frauen und Jugendliche aus Osteuropa millionenfach ins Deutsche Reich deportiert. Die ersten Stationen dieser Transporte lagen noch innerhalb der besetzten Länder: In sogenannten "Grenzentlausungslagern" wurden die zivilen ZwangsarbeiterInnen von "Ärztekommissionen" auf Arbeitstauglichkeit und Infektionsgefahr untersucht, und - wegen der Fleckfiebergefahr - ihre Kleider einer Entwesung und Desinfektion, ihre Körper einer Entlausung und "Reinigung" unterzogen. Der Aufenthalt in diesen Lagern und die Entlausung wird in lebensgeschichtlichen Erinnerungen häufig als einschneidendes Erlebnis auf dem Weg in die Zwangsarbeit erzählt. Anhand der Begriffe "Übertragung", "Verwandlung" und "Eindringling" fragt der Beitrag nach der Rolle der Entlausung im Prozess der Unterwerfung der osteuropäischen Bevölkerung zu SklavenarbeiterInnen und diskutiert damit die Verschränkung von medizinischer Gefahrenprävention mit dem NS-Rassismus, Aspekte der In- und Exklusion sowie der Kolonialisierung von Bevölkerungen. Verweise auf die Entlausung von sowjetischen Kriegsgefangenen, die dieselbe Prozedur durchlaufen mussten, werden ebenso vorgestellt."
Treffpunkt und Einlass: 18.15 Uhr, an der Wache der Polizeischule (LAFP), Eintritt frei.
Öffentliche Führung:
Die Gedenkstätte hat an diesem Tag von 10-14 Uhr geöffnet.
Ab 16 Uhr bietet die Gedenkstätte eine öffentliche Führung an. Diese Führung beinhaltet einen Rundgang durch die Ausstellung, Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter und eine Besichtigung der ehemaligen "Entlausung." Die Führung ist kostenlos.
Treffpunkt und Einlass: 15:45 Uhr, an der Wache der Polizeischule (LAFP). Eine Anmeldung zur Führung ist erforderlich: buchung at stalag326.de, 05257/3033.
Teilnehmerzahl ist beschränkt auf 20 Personen.
INFO
Vortrag: "Übertragungen, Verwandlungen und Eindringlinge: Die "Entlausung" ziviler Zwangsarbeiter_innen aus Osteuropa vor ihrem Arbeitseinsatz im Deutschen Reich."
Dienstag, 02. April 2019, 18:15 Uhr
Haupteingang Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW
Bildungszentrum "Erich Klausener"
Lippstädter Weg 26a
33758 Schloß Holte-Stukenbrock
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