[WestG] [AKT] Vortrag: Stephan, Tinte, Feder und Kanonen? Große und kleine Politik im Reichskreis Niederrhein-Westfalen um 1700, Muenster, 12.11.2018

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Fr Nov 9 10:33:46 CET 2018


Von: "Christine Schedensack" <christine.schedensack at lwl.org>	
Datum: 08.11.2018, 09:50


AKTUELL
 	
Vortrag
Montag, 12.11.2018, 19.00 Uhr

Jonas Stephan, WWU Münster
Tinte, Feder und Kanonen? Große und kleine Politik im Reichskreis Niederrhein-Westfalen um 1700

Auf Einladung des VEreins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, referiert der Rechtshistoriker Jonas Stephan über die Auswirkungen des Spanischen Erbfolgekrieges in Westfalen zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Das Heilige Römischen Reich Deutscher Nation war kein Staat im heutigen Sinn. Es gab keine Gleichheit vor dem Gesetz, keine klar umrissenen Grenzen, keine zentrale Exekutive und auch keine nennenswerte Reichsbürokratie. Stattdessen war die öffentliche Gewalt ungleichmäßig auf viele verschiedene Glieder aufgeteilt. An der Spitze der politischen Ordnung stand der auf Lebenszeit gewählte Kaiser. Er teilte sich die Regierung des Reiches mit mehreren hundert anderen Herrschaftsträgern, darunter Fürsten, Bischöfen und freien Stadtkommunen. Diese sogenannten Reichsstände, deren Herrschaftsgebiete den berühmt-berüchtigten Flickenteppich bildeten, besaßen eine Vielzahl von Hoheitsrechten und waren deshalb außerordentlich selbstständig, jedoch bis zuletzt nicht souverän. 

Reichspolitik spielte sich primär auf drei Ebenen ab. Da waren zunächst die Herrscherhöfe und -kabinette, allen voran natürlich der Kaiserhof in Wien, dann der Reichstag in Regensburg (die zentrale Ständeversammlung) und schließlich die regionalen Vereinigungen der Reichsstände, die sogenannten Reichskreise. Niederrhein-Westfalen war einer von zehn Kreisen. Ihm gehörten etwa vierzig Reichsstände an, deren Territorien sich über ein unregelmäßig konturiertes Gebiet von der Nordsee bis zum Mittelrheintal, vom heutigen Belgien bis nach Hessen erstreckten.

An der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert befanden sich Europa und das Reich wieder einmal am Rande eines großen Krieges. Der Spanische Erbfolgekrieg (1701-1714) war der letzte und längste der Kriege, die der ehrgeizige französische König Ludwig XIV. (1638-1715) um die Vorherrschaft auf dem Kontinent führte. Ihm stand eine Koalition unter Führung von England, den Niederlanden und dem römisch-deutschen Kaiser gegenüber. Im Gegensatz zu den vergangenen Konflikten, die als französische Eroberungszüge begannen, eskalierte dieser Krieg über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren aus einer internationalen Krise heraus (Herbst 1700 bis Herbst 1702). Niederrhein-Westfalen war einer der Brennpunkte dieser Krise und daher Schauplatz vielfältiger diplomatischer und militärischer Winkelzüge der Konfliktparteien. Der Vortrag führt mitten hinein in das politische Leben des Kreises während der spanischen Erbfolgekrise und zeichnet dessen Spielregeln, Kontroversen und Konflikte nach.

Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im Plenarsaal des Landeshauses, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48147 Münster. Der Eintritt ist frei!
	
 	
 	
INFO	

Vortrag: Stephan, Tinte, Feder und Kanonen? Große und kleine Politik im Reichskreis Niederrhein-Westfalen um 1700
Montag, 12.11.2018, 19:00 Uhr
Plenarsaal des Landeshauses
Freiherr-vom-Stein-Platz 1
48147 Münster

		
Kontakt:
	
Christine Schedensack	
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster	
Karlstraße 33	
48147 Münster
 	
Tel.: 0251-5915972	
E-Mail: christine.schedensack at lwl.org	
URL: www.altertumsverein-muenster.de	


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