[WestG] [AKT] Neue Ausstellung im Stadtmuseum Iserlohn: "Heil Dir im Siegerkranz!" - Der erste Weltkrieg in der Literatur, 22.02.-29.03.2018

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Mi Feb 21 13:26:27 CET 2018


Von: "Stadt Iserlohn" <info at presse-service.de> 
Datum: 20.02.2018, 13:45


AUSSTELLUNG

Neue Ausstellung im Stadtmuseum Iserlohn: "Heil Dir im Siegerkranz!" - Der erste Weltkrieg in der Literatur (22.02. bis 29.03.) Zusammengestellt von Dr. Walter Wehner, Iserlohn

Das Stadtmuseum Iserlohn zeigt ab Donnerstag, 22. Februar, die Sonderausstellung "Heil Dir im Siegerkranz!" - Der Erste Weltkrieg in der Literatur. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von Dr. Walter Wehner, Iserlohn.

Auch nach 100 Jahren sind die Narben des "Großen Krieges" nicht verheilt - nicht in der Natur, nicht in der Politik, nicht in den Ängsten der Menschen. Auf seinen Schrecken folgte der 2. Weltkrieg mit noch mehr Zerstörung, mit Holocaust, mit Hiroshima, mit Eisernem Vorhang. Zwar hat Europa danach für viele Jahrzehnte Frieden erlebt, einen brüchigen Frieden im Kalten Krieg, aber die Folgen des Ersten Weltkrieges mit seinen teils willkürlichen Grenzziehungen im Orient und auf dem Balkan führen bis heute zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. "Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen" - William Faulkners Satz hat seine Gültigkeit behalten.

Der "Große Krieg" hat nicht nur auf den Schlachtfeldern getobt, in Tannenberg, vor Verdun, in Afrika, im Orient. Er wurde auch zum Kulturkrieg, zum Zusammenbruch der "Alten Welt", zum Wegbereiter einer neuen Moderne. Er besaß seine absurden, ja dadaistischen Episoden, denkt man an Lenins Reise im verplombten Eisenbahnzug aus seinem Schweizer Exil nach Sankt Petersburg auf Kosten der deutschen Regierung, Kaiser Wilhelm II. als "Beförderer" der russischen Revolution. 

In seiner Ausstellung "Heil Dir im Siegerkranz!" (oder "Gedichte und Kinderbücher für den Krieg" oder "Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen!") holt Dr. Walter Wehner eine verdrängte Literatur ans Tageslicht, die den Krieg in Liedern und Gedichten begeistert besang und in Kinder- und Jugendbüchern eine ganze Generation mit chauvinistischen, gewaltverherrlichenden Darstellungen vergiftete.

Es gab in Deutschland auch eine Tradition des Ungeistes, die lange vor 1914 begann und nach 1945 durchaus fortlebte. An dieser Unkultur haben vor 100 Jahren fast alle bekannten literarischen Größen mitgewirkt, ob Nobelpreisträger Gerhard Hauptmann, Erfolgsautoren wie Hermann Löns und Peter Rosegger, ob Arbeiterdichter wie Heinrich Lersch, gefeierte Poeten wie Ina Seidel, Rainer Maria Rilke und Hermann Hesse, ob Berliner Gymnasiast oder Dr. Richard Dehmel, ob kath. Priester, ev. Pfarrer oder jüdische Gelehrte - und vor allem unzählige "dichtende" Zeitungsleserinnen und Zeitungsleser.

Auch die heimische Presse in Altena, Hemer, Iserlohn, Lüdenscheid, Menden und Plettenberg füllte ihre Seiten mit poetischer Vaterlandsbegeisterung. Im Iserlohner Kreisanzeiger erschien das erste Kriegsgedicht Alldeutschland macht mobil am 5. August 1914. Am 11. August forderte der Iserlohner Bernhard Wachtel: Auf zum Kampf! Noch eiliger hatten es Julius Bergfeld im Altenaer Kreisblatt und Karl vom Berge im Lüdenscheider General-Anzeiger, die bereits am 3. August den Auszug der heimischen Truppen lyrisch begleiteten.

Das Stadtmuseum liefert mit der Ausstellung einen besonderen Beitrag zur Aufarbeitung eines gewalttätigen Teils unserer Geschichte. Im eigenen Erleben, in der Auseinandersetzung, dem gemeinsamen Gespräch der Besucher bleibt das Vergangene tatsächlich nicht tot, sondern wird lebendig.

Alle Interessierten sind herzlich zum Besuch der Ausstellung (22. Februar bis 29. März) eingeladen. Das Stadtmuseum Iserlohn (Fritz-Kühn-Platz 1) öffnet dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es online unter www.stadtmuseum-iserlohn.de


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