[WestG] [KONF] Industrielle Arbeitswelt und Nationalsozialismus. Der Betrieb als Laboratorium der "Volksgemeinschaft" 1920-1960, Gelsenkirchen, 11.-13.10.2017
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Fr Sep 8 09:44:26 CEST 2017
Von: "Daniel Schmidt" <daniel.schmidt at gelsenkirchen.de>
Datum: 08.09.2017, 08:19
KONFERENZ
Industrielle Arbeitswelt und Nationalsozialismus. Der Betrieb als Laboratorium der "Volksgemeinschaft" 1920-1960, Gelsenkirchen, 11.-13. Oktober 2017
Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen/Historisches Institut, Universität Duisburg-Essen/Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen
Die "Volksgemeinschaft" war ein Leitbegriff des "Dritten Reiches". Dahinter verbarg sich auch das Ziel der NSDAP, den "deutschen Arbeiter" unter vorgeblicher Überwindung der Klassengegensätze in eine neue Gesellschaftsordnung einzubinden. Daher musste der Nationalsozialismus, insbesondere in der industriellen Arbeitswelt und dort konkret im Betrieb, seine gesellschaftspolitische Gestaltungskraft unter Beweis stellen, soziale Perspektiven bieten und seiner "Volksgemeinschafts"-Vision Taten folgen lassen.
Im Mittelpunkt der Tagung steht der Zusammenhang zwischen "Betriebsgemeinschaft" und "Volksgemeinschaft". Ziel ist es, klassische Forschungsperspektiven auf die Geschichte der NS-Gesellschaft mit der aktuellen Debatte um die NS-"Volksgemeinschaft" zu verbinden. Indem sie sich zudem an der "neuen Geschichte der Arbeit" orientiert, fragt die Tagung nach der Rolle von Deutungen und Diskursen, Wissen und Wissenschaft für den Arbeitsprozess sowie nach der Bedeutung von Körpern, symbolischen Handlungen und (sozialen) Räumen.
Der zeitliche Fokus liegt bewusst auf der Phase zwischen 1920 und 1960. So können nicht nur die Bezugspunkte der NS-Arbeiterpolitik und "Betriebsgemeinschafts"-Ideologie aus der Weimarer Zeit in den Blick genommen, sondern auch die Konsequenzen dieser Gemeinschaftsvisionen für die Industrie- und Betriebspolitik in Bundesrepublik und DDR diskutiert werden.
Anmeldung bis zum 30.9.2017
Mittwoch, 11.10.2017 (Wissenschaftspark)
14:00 Begrüßung und Einführung
14:30 Keynotes
Moderation: Frank Becker/Daniel Schmidt
Industriearbeit im Wandel (Thomas Welskopp, Bielefeld)
Volksgemeinschaften und Arbeitswelten (Malte Thießen, Münster)
16:00 Kaffeepause
16:30 Sektion 1: Akteure nationalsozialistischer Betriebspolitik
Moderation/Kommentar: Rüdiger Hachtmann, Potsdam
Zwischen "Betriebs-" und "Volksgemeinschaft". Die Treuhänder der Arbeit und die Regelung der Arbeitsbeziehungen (Sören Eden, Berlin)
Hüter der Betriebsgemeinschaft? Vertrauensräte in öffentlichen Unternehmen und Verwaltungen 1933/34-1945 (Matthias Frese, Münster)
18:30 Abendessen
Donnerstag, 12.10.2017 (Wissenschaftspark)
9:00 Sektion 2: Zwischen weltanschaulichen Vorgaben und ökonomischer Realität - Industriebetriebe und Gemeinschaftsideologie
Moderation/Kommentar: Carola Sachse, Wien
Betriebsgemeinschaft und Unternehmenspolitik: Ideologische Grundlagen und betriebliche Praxis in der Zwischenkriegszeit am Beispiel der Gutehoffnungshütte (Torben Möbius, Bielefeld)
"NS-Musterbetriebe". Inszenierungen von Gefolgschaft und Gemeinschaft in Gelsenkirchener Unternehmen (Jennifer Horstmann, Gelsenkirchen)
10:45 Kaffeepause
11.15 Sektion 3: Inszenierungen industrieller Arbeit in der NS-Zeit
Moderation/Kommentar: Detlef Schmiechen-Ackermann, Hannover
"Gelsenkirchen - Stadt der Arbeit und Erholung". Eine Industriestadt als NS-Musterkommune: Anspruch und Wirklichkeit (Daniel Schmidt, Gelsenkirchen)
Der Bergmann als Prototyp des "Soldaten der Arbeit": Fotografische Strategien der Inszenierungen des "Völkischen" im Medium Zechen-Zeitschrift (Gisela Parak, Freiberg)
13:00 Mittagspause
14:00 Sektion 4: Der Betrieb als Anwendungsfeld der Arbeitswissenschaften
Moderation/Kommentar: Dagmar Kift, Dortmund
Die Arbeitswissenschaften und das "Wohlbefinden" des Werktätigen. Vom DINTA zur DAF (1925-1939) (Frank Becker, Duisburg-Essen)
Präventive Werbung für den Arbeitsschutz: Arbeitsschutz-Plakate 1920 - 1960 (Karin Kaudelka, Dortmund)
15:45 Kaffeepause
16:15 Sektion 5: Körperpolitik im Betrieb
Moderation/Kommentar: Stefan Goch, Gelsenkirchen
Helden und Simulanten: Subjektivierungen im Steinkohlenbergbau 1920-1945 (Lars Bluma, Bochum)
Der Betrieb als Laboratorium der "Volksgemeinschaft" und des "Volkskörpers": Betriebssport und Körperpolitik der NS-Organisation "Kraft durch Freude" (Julia Timpe, Bremen)
19:00 Abendessen
Freitag, 13.10.2017 (Hans-Sachs-Haus)
9:00 Sektion 6: Kontinuitäten I: Das Erbe der betrieblichen Gemeinschaftsideologie in SBZ und DDR
Moderation/Kommentar: Tim Schanetzky, Jena
Kontinuität im Wandel. Ein diachroner Systemvergleich anhand des Braunkohlenindustriekomplexes Böhlen-Espenhain zwischen 1933 und 1965 (Martin Baumert, Leipzig)
Von der "Betriebsgemeinschaft" zum "Kollektiv der sozialistischen Arbeit": Prolegomena zum Begriffs- und Symbolwandel in Zeiten des Umbruchs (1945-1960) (Christoph Lorke, Münster)
10:45 Kaffeepause
11:15 Sektion 7: Kontinuitäten II - Westdeutsche Wege von der Gemeinschaftsideologie zum "Wirtschaftswunder"
Moderation/Kommentar: Hans Wupper, Düsseldorf
"Betrieb - Ordnung - Leistung". Kontinuität und Wandel der Diskurse zum Betrieb im Steinkohlenbergbau nach 1945 (Martha Poplawski, Bochum)
Von der "Volksgemeinschaft" zur "Schicksalsgemeinschaft von Werk und Stadt". Wolfsburg und das Volkswagenwerk 1945-1963 (Marcel Glaser, Kassel/Alexander Kraus, Wolfsburg)
13:00 Abschluss der Tagung
Veranstaltungsorte
Wissenschaftspark Gelsenkirchen - Plenarsaal
Munscheidstr. 14
45886 Gelsenkirchen
Hans-Sachs-Haus - Ratssaal
Ebertstr. 11
45879 Gelsenkirchen
INFO
Veranstaltungsdaten:
Tagung: Industrielle Arbeitswelt und Nationalsozialismus. Der Betrieb als Laboratorium der "Volksgemeinschaft" 1920-1960
Datum: 11.10.-13.10.2017
Kontakt:
Daniel Schmidt
Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen
Munscheidstr. 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: 0209/1698555
Fax: 0209/1698553
E-Mail: daniel.schmidt at gelsenkirchen.de
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