[WestG] [AKT] "Verbotener Umgang" kostete das Leben - Themenabend im Stadtarchiv zu Opfern der Zwangsarbeit, Muenster, 26.10.2017

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Mo Okt 23 13:45:51 CEST 2017


Von: "Stadt Muenster" <info at presse-service.de>
Datum: 20.10.2017, 10:06


AKTUELL

"Verbotener Umgang" kostete das Leben - Themenabend im Stadtarchiv zu Opfern der Zwangsarbeit

Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski wurden am 14. August 1942 in den Bockholter Bergen durch die Gestapo hingerichtet. Das Verbrechen der jungen Polen: "Verbotener Umgang", in diesem Fall eine Liebesbeziehung mit deutschen Frauen. Den Lebensweg der Männer, ihren gewaltsamen Tod und die Hintergründe hat der Historiker Christoph Leclaire ausführlich recherchiert. Er stellt das Schicksal der beiden Zwangsarbeiter  beim Themenabend im Stadtarchiv vor.

In langwieriger und kleinteiliger Suche hat Leclaire die Puzzlesteine dieses kurzen Lebensweges - Banás war 28 Jahre alt, Ceglewski 21 - zusammengefügt. In historischen Quellen hinterließen beide nur wenige Spuren. Eine im Stadtarchiv aufbewahrte Meldekarte weist aus, das Waclaw Ceglewski im  Mai 1941 einige Tage bei einem Bauern in Roxel lebte.

Sie teilten das Schicksal mit mindestens 12 000 Männern und Frauen, die zwischen 1939 und 1945 auch in Münster zwangsweise in der Landwirtschaft, der Rüstungsindustrie, bei der Reichsbahn, in privaten Haushalten oder bei der Stadtverwaltung arbeiten mussten. Vielfach schlecht behandelt - besonders die polnischen und sowjetischen Zwangsarbeiter galten als "rassisch minderwertig".

Wer beim Stehlen ertappt wurde, beim Fluchtversuch oder "verbotenen Umgang" pflegte, geriet oft in die Hände der Gestapo. Jeder soziale Kontakt mit Deutschen und besonders intime Beziehungen zu deutschen Frauen war streng untersagt und ging nicht selten tödlich aus. Dafür ist die Geschichte von Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski ein Beispiel.

Gegen Ende des Krieges häuften sich die willkürlichen Hinrichtungen von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. So wurden noch im März 1945 im Innenhof des Zuchthauses an der Gartenstraße 16 russische Fremdarbeiter und eine russische Fremdarbeiterin aus dem Lager Maikotten von der Geheimen Staatspolizei Münster ermordet. Ihre sterblichen Überreste ruhen heute auf dem Waldfriedhof Lauheide. Auch an diese Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft erinnert der Themenabend.


INFO

Info: Der Themenabend beginnt am Donnerstag, 26. Oktober, um 18 Uhr im Stadtarchiv, An den Speichern 8. Um Anmeldung wird wegen begrenzter Plätze gebeten: E-Mail archiv at stadt-muenster.de oder Telefon 02 51/4 92-47 08, der Eintritt ist frei.   

Weitere Themen und Termine im Stadtportal unter www.stadt-muenster.de/archiv.



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