[WestG] [AUS] Sonderausstellung zu Albert Otto bis zum 16.3.2017 verlaengert, Westfaelische Salzwelten, Bad Sassendorf

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Do Mär 2 12:18:22 CET 2017


Von: "Jessica Hartmann" <info at westfaelische-salzwelten.de>
Datum: 28.02.2017, 12:57 
 
 
AUSSTELLUNG
 
Sonderausstellung zu Albert Otto bis zum 16.3.2017 verlängert, Westfälische Salzwelten Bad Sassendorf

Albert Ottos "Sassendorfer Landschaften" bleiben vorerst ein Gesprächsthema - und zwar noch einmal zwei Wochen. Am langen Donnerstag, 16.3.2017, gibt es dann zum Abschluss eine Podiumsdiskussion mit spannenden Gästen.
"Das Interesse an der Ausstellung gerade in den letzten beiden Wochen ihrer Laufzeit ließ eine Verlängerung als angemessen erscheinen", so Museumsleiter Dr. Oliver Schmidt. "Wir freuen uns natürlich, dass der Maler auch wegen der spannenden Presseberichterstattung zur Diskussion einlädt und entsprechende Rezeption erhält," so Schmidt weiter.

Der Künstler Albert Otto ist während der Laufzeit der Sonderausstellung Gegenstand örtlicher Debatten um die Haltung des Künstlers zum Nationalsozialismus geworden.

Die Ausstellung, die als klassische Kunstausstellung gehängt ist und für alle Museumsgänger etwas zu bieten weiß, richtet sich als besonderer Schatz an Alt-Sassendorfer und Bewohner des Kreises Soest, die sich in den Bildern verlieren, nach Erinnerungen und Erinnerungsorten forschen, davon erzählen oder einfach nur rätseln können, wann die Gemälde wo entstanden sind, oder was sie zeigen. "Das halte ich auch für einen besonderen Reiz dieser Sonderausstellung", so Dr. Oliver Schmidt, der Museumsleiter "denn die Menschen können hier schnell ins Erzählen geraten, da die Bilder zum Gespräch und gemeinsamen Ergründen der Darstellung einladen."

Die für die Finissage am 16.3. vorgesehene Diskussion, die der Museumsleiter moderieren wird, soll genau dieses Spannungsfeld zwischen dem Menschen Albert Otto, seiner Beziehung zur und Bedeutung für die Region am Hellweg sowie den Handlungsspielräumen von Künstlern in Wirken und Leben während der Zeit des Nationalsozialismus und ihrer folgenden Positionierung ergründen. Dazu werden neben der Enkelin des Malers, Regine von Elsbergen, der Lohner Zeitzeuge und -genosse Albert Ottos, Armin Wiesner, sowie die Kunsthistorikerin Irina Lammert vom Museum unter Tage in Bochum, das zurzeit die Ausstellung "Artige Künstler" zeigt und darunter auch ein Werk des Malers Albert Otto fasst, zusammentreffen, um sich dem Künstler und seinem Werk, das nicht zum Kanon der deutschen Kunstgeschichte zählt, anzunähern.

Die Ausstellung wird bis zum 16.3.2017 in den Westfälischen Salzwelten in Bad Sassendorf zu sehen sein und am letzten Lauftag bleibt das Museum bis ca. 21.30 Uhr geöffnet. Eintritt und Führungen gibt es zu den üblichen Museumskonditionen.

Der Künstler Albert Otto

Albert Otto kam am 6. Juli 1885 in Oberbrechen bei Limburg im Taunus zur Welt. Nach der Lehre bei einem Kirchenmaler in Wiesbaden studierte er an der Kunstakademie in Düsseldorf. Als im Zweiten Weltkrieg ein Bombentreffer sein Düsseldorfer Atelier zerstörte, zog es Albert Otto mit seiner Familie nach Bad Sassendorf, da die Landschaft der Soester Börde sein malerisches Interesse geweckt hatte.
Auf dem Speicher der Witwe Schürmann in Lohne entstand sein Atelier. Die Bad Sassendorfer Phase gilt als der Höhepunkt im Werk des Künstlers Albert Otto. 1975 verstarb er hier - seine Werke gingen in die Obhut der Gemeinde Bad Sassendorf.
Sein künstlerisches Schaffen begann er als Kopist alter Meister, deren Werke er auf Reisen durch Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien studierte. In dieser Phase entstand auch der Werkbereich seiner Gouachen - insbesondere ist ein umfangreiches Konvolut seiner italienischen Phase zu Beginn des Ersten Weltkriegs auf uns gekommen.
Die im und nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen, werkprägenden Landschaftsmalereien aus der Soester Börde werden unterdessen begleitet von Vorskizzen und Zeichnungen mit Bleistift, die in der Zusammenschau der Werke einen vertieften Einblick in Technik und Schaffensprozess des Künstlers Albert Otto gewähren.

Sassendorfer Landschaften - Albert Otto als Landschaftsmaler

Die Landschaften der Soester Börde entdeckte Albert Otto im Zweiten Weltkrieg: Als sein Atelier in Düsseldorf einen Bombentreffer erhalten hatte und viele seiner Arbeiten zerstört worden waren, zeigte ihm ein Kommilitone aus Bad Sassendorf die Kulturlandschaft am Hellweg.
Die in den folgenden Jahren entstandenen Werke gelten als das Hauptwerk des Malers. Über Jahrzehnte hinweg beobachtete er die jahreszeitlichen Erscheinungen von Land und Natur und erprobte an seinen Vorlagen eine Vielzahl künstlerischer Ausdrucksformen. Skizzen, Bleistiftzeichnungen, impressionistisch beeinflusste, mithin abstrakte Gemälde stellen sich in eine Reihe mit klassischer Landschaftsmalerei.
Die Motivauswahl zeigt reine Landschaften zum Teil in der Folge der Jahreszeiten und das menschliche Wirken in der Natur - immer wieder und unter wechselnden Bedingungen erstellte Motive zeigen die infrastrukturelle Durchdringung der Landschaft durch menschliche Bauwerke: Brücken schlagen Wege, verbinden Felder, bestimmen Wasserläufe, führen in die stillen Orte.
Gebäude in der Natur stehen dem Gegenüber - oft sind es alte, westfälische Bauernhäuser, oft aber auch die alten Kirchen der Sassendorfer Ortsteile, die aus der sonst flachen oder leeren Landschaft herausragen.

Die Werkschau zeigt Einblicke in die Vielseitigkeit des Künstlers Albert Otto in seinen Techniken ebenso wie im Zugang zu seinen Motiven. Gleichwohl ist er im "Museum untertage" in Bochum auch als einer der "artigen Künstler" im Nationalsozialismus identifiziert worden, sodass Künstler und Werk durchaus ambi- und polyvalent zu betrachten sind.


 
INFO

Öffnungszeiten: täglich 9 bis 17 Uhr, Eintrittskarten unter 0 29 21 / 94 334 35 oder info at westfaelische-salzwelten.de
 
Veranstaltungsdaten:
"Sassendorfer Landschaften"
Datum: Verlängert bis 16.03.2017
Westfälische Salzwelten
An der Rosenau 2, Bad Sassendorf
Tel.: 02921-94 334 35
E-Mail: info at westfaelische-salzwelten.de

URL: www.westfaelische-salzwelten.de

 
Kontakt:
Jessica Hartmann
Westfälische Salzwelten
Tel.: 02921-94 334 35
E-Mail: info at westfaelische-salzwelten.de

URL: www.westfaelische-salzwelten.de



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