[WestG] [AKT] Vortragsreihe: Gewalt im 21. Jahrhundert. Begriffe - Ordnungen - Verletzungen, Bochum, 26.10.16-08.02.17
Kleine, Pia
Pia.Kleine at lwl.org
Di Okt 18 10:48:52 CEST 2016
Von: "Geschichtskultur Ruhr" <geschichtskultur-bounces at hclist.de>
Datum: 10.10.2016, 08:34
Übernahme aus der Liste "Geschichtskultur Ruhr"
AKTUELL
Vortragsreihe: Gewalt im 21. Jahrhundert. Begriffe - Ordnungen - Verletzungen, Bochum, 26.10.16-08.02.17
Veranstalter: Prof. Dr. Mihran Dabag, Institut für Diaspora- und Genozidforschung, Ruhr-Universität Bochum
In Medienpartnerschaft mit L.I.S.A. - Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung
Mittwochs, 16:00 Uhr c.t.
Veranstaltungsort: Ruhr-Universität Bochum, Vorlesungssaal HGA 10
In unserem Umgang mit den Gewaltformen des 21. Jahrhunderts neigen wir dazu, die unterschiedlichen Politik(en) und Politikformen, die zu dieser Gewalt führen, zu "entkonturieren". Dies betrifft die Rede von "failed states" ebenso wie das häufige Bild vom "Rückfall ins Mittelalter" oder vom "Herausfallen aus der Moderne". In der historischen Forschung tendieren wir zu einer Zuflucht in phänomenorientierte, aber auch anthropologisierende Beschreibungen. Forschungen zu "Eskalationen" und "Dynamiken", "Gewalträumen" und "Gewaltgemeinschaften" verlangen hier Aufmerksamkeit. Zugleich werden Konzepte, die die Gewalt genauer zu differenzieren suchen (wie "Genozid", "staatliche Verfolgung", "Autoritarismus"), als "politische" Begriffe abgelehnt.
Mit Referentinnen und Referenten aus den Geschichts-, Sozial- und Politikwissenschaften, der Philosophie und Literaturwissenschaft möchten wir auf Diskussionen um die Bedingungen aktueller Weltordnung blicken. Wir möchten Beschäftigungen mit Strukturen der Gewaltausübung selber sowie Träger- und Täter-Gruppen kollektiver und staatlicher Gewalt vorstellen. Welchen Herausforderungen sollte/müsste sich die Forschung heute vor allem vermehrt stellen? Welche neuen Formen von Gewaltpolitik begegnen uns derzeit? Welche wichtigen Erkenntnisse aus der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts müssen unbedingt stärker berücksichtigt werden, wenn wir über die "Gewalt im 21. Jahrhundert" sprechen?
In den Vorträgen werden jeweils auch Kategorien, Analysemodelle und neue Forschungsergebnisse aus interdisziplinären Zusammenhängen vorgestellt, die einzelnen Chancen und Probleme diskutiert. Dabei soll ein Bewusstsein auch dafür entstehen, dass die Kategorien von "Opfern" und "Tätern" in der Analyse von Gewaltprozessen einen Raum haben müssen. Inwieweit müssen wir historische Grundannahmen historisieren? Inwieweit zeigen sich aber bei überzeitlichen, allgemeine soziale, historische und politische Gültigkeit beanspruchenden Konzepten doch auch Tendenzen der Relativierung von Täterschaft?
Die Vorträge werden nach Ende des Semesters über L.I.S.A. - Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung online zugänglich gemacht.
Programm:
26.10.2016, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Mihran Dabag (Ruhr-Universität Bochum):
Gewalt im 21. Jahrhundert. Annäherungen an eine zivilisatorische Enttäuschung
02.11.2016, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Tobias Debiel (Universität Duisburg-Essen):
Lokale Ordnungen und ihre Rolle für die Überwindung politischer Gewalt
09.11.2016, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Thorsten Bonacker (Philipps-Universität Marburg):
Versteht die Friedens- und Konfliktforschung extreme Gewalt?
16.11.2016, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Klaus Schlichte (Universität Bremen):
Was passiert im Krieg? Gesellschaften in der Gewalt
23.11.2016, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Corinna Mieth (Ruhr-Universität Bochum):
Vom gerechten Krieg zur humanitären Intervention
30.11.2016, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Sabine Swoboda (Ruhr-Universität Bochum):
Juristische Aufarbeitung kollektiver Gewalt im Kontext von bewaffneten Konflikten und Unrechtsregimen
07.12.2016, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Peter Neumann (King's College London):
ISIS und dschihadistische Bedrohungen in Europa
14.12.2016, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Marie-Janine Calic (Ludwig-Maximilians-Universität München):
Nach den Kriegen: Was Europa vom Balkan lernen kann
11.01.2017, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Stefan A. Schirm (Ruhr-Universität Bochum):
Weltordnung im 21. Jahrhundert
18.01.2017, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Susanne Schröter (Goethe-Universität Frankfurt am Main):
Genderkonstruktionen und Gewalt gegen Frauen im Salafismus und Jihadismus
25.01.2017, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Jürgen Martschukat (Universität Erfurt):
16 Shots. Politische Gewalt gegen African Americans - eine Geschichte der Gegenwart
01.02.2015, 16:00 Uhr
Prof. Dr. Teresa Koloma Beck (Universität der Bundeswehr München):
Der Körper erinnert sich: Zum Leibgedächtnis bewaffneter Konflikte
08.02.2017, 16:00 Uhr
Dr. Kristin Platt (Ruhr-Universität Bochum):
Die "Gewaltsituation". Zur Partizipation in kollektiver Gewalt
INFO
Kontaktdaten:
Prof. Dr. Mihran Dabag
Institut für Diaspora- und Genozidforschung, Fakultät für Geschichtswissenschaften
Universitätsstraße 150, 44801 Bochum
Tel.: 0234/3229702
E-Mail: idg at ruhr-uni-bochum.de
URL: www.ruhr-uni-bochum.de/idg
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