[WestG] [AKT] Einweihung und Benennung der "Otto-Meinecke-Straße" am Dortmunder U, Dortmund, 18.03.2016

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mi Mär 16 07:55:51 CET 2016


Von: "Geschichtskultur Ruhr" <geschichtskultur-bounces at hclist.de>
Datum: 15.03.2016, 09:19
Übernahme aus der Liste "Geschichtskultur Ruhr"


AKTUELL

Einweihung und Benennung der "Otto-Meinecke-Straße" am Dortmunder U

Die Bezirksvertretung Innenstadt-West beschloss am 28. Januar 2015, die Straße, die die Brinckhoffstraße mit der Ritterstraße/Übelgönne verbindet und die nördliche Begrenzung des U-Geländes bildet, in "Otto-Meinecke-Straße" zu benennen.
Die öffentliche Einweihung und Anbringung des Straßenschildes wird am
18.03.2016
durch die Bezirksvertretung um 11 Uhr vorgenommen. Treffpunkt ist der westliche Beginn der Straße (Anschluss Ritterstraße).

Zu Otto Meinecke:
Erstmals in der Bundesrepublik wird damit in Form einer Straßenbenennung nach 1945 an einen in der Nazizeit verfolgten Mann erinnert, dessen einziges "Vergehen" seine Liebe zu Männern war.
Otto Meinecke war homosexuell. Er wurde nach mehreren Festnahmen durch die Polizei und Inhaftierungen in der Dortmunder Steinwache in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin deportiert und am 13. Juli 1942 im Alter von 61 Jahren ermordet. 
Allein im Sommer 1942
ermordeten die Nazis im KZ Sachsenhausen bei einer zielgerichteten Mordaktion gegen Homosexuelle mindestens 95 namentlich bekannte Männer, die dort im Ziegelwerk, dem sogenannten "Klinker" Schwerstarbeit leisten mussten. Unter den Opfern waren auch zahlreiche weitere Männer aus dem Ruhrgebiet.
Gleichzeitig soll diese Straßenbenennung stellvertretend erinnern an die vielen Tausend Homosexuellen, die in den deutschen Konzentrationslagern zwischen 1933 und 1945 starben und auch an mehrere Zehntausend Männer, die mittels des Unrechtsparagraphen
175 in der Nazizeit
juristisch verfolgt wurden, die ausgegrenzt wurden und oft ihre beruflichen Existenzen verloren.
Gleichzeitig ist die Straßenbenennung ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und das gelungene Zusammenspiel von Vereinen, Initiativen, Politik und Verwaltung. Zunächst wurde am 9. Februar 2012 auf Initiative der Ruhrgebiets-Beratungsstelle für Lesben, Schwule und deren Familien "Rosa Strippe e.V." ein Stolperstein für Otto Meinecke vor dem Haus Kleppingstraße 6 verlegt. Mit den recherchierten Informationen über den Lebensweg von Otto Meinecke folgte auf Initiative der Dortmunder Schwulen- und Lesbenvereinigung SLADO e.V. 
eine Anregung an die
Parteien der Bezirksvertretung Dortmund Innenstadt West zu einer Straßenbenennung für einen verfolgten Homosexuellen.

Veranstaltungsort:
Verbindungsstraße zwischen Brinckhoffstraße und Ritterstraße/Übelgönne (nördliche Begrenzung des U-Geländes), Dortmund



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