[WestG] [AKT] Zahl des Monats - 173 Gebäude stehen in den LWL-Freilichtmuseen

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mi Jun 8 09:07:51 CEST 2016


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org> 
Datum: 06.06.2016, 14:01


AKTUELL

Zahl des Monats - 173 Gebäude stehen in den LWL-Freilichtmuseen

Krankenhäuser, Museen, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Förderschulen, forensische Kliniken - der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vereint die unterschiedlichsten Bereiche unter einem Dach. In einer Serie illustrieren Zahlen die Arbeit des Verbandes. 

Diesmal:
173 historische Gebäude stehen in den Freilichtmuseen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), 
davon 63 in Hagen und 110 in Detmold (Kreis Lippe).

Wie die Menschen früher in Westfalen lebten und arbeiteten, erfahren Besucher in Originalbauten dieser Zeit. Stein für Stein und Balken für Balken wurden die Gebäude an ihrem Originalstandort abgetragen. 
Das längste Gebäude in den LWL-Museen ist die Seilerei aus Glandorf bei Osnabrück, die 1850 errichtet und 1964 als eines der ersten Gebäude im LWL-Freilichtmuseum Hagen wieder aufgebaut wurde. Sie ist 72 Meter lang. Das kleinste Gebäude ist - passend zum Themenjahr "Scheiße sagt man nicht!" - der Abort des Münsterländer Gräftenhofs im LWL-Freilichtmuseum Detmold. Das zum Teil rekonstruierte Häuschen mit der charakteristischen herzförmigen Öffnung aus Baumberger Sandstein zur Belüftung ist nur 0,8 Quadratmeter groß.
Außerdem warten in Detmold noch 15 Haupthäuser und 32 Nebengebäude darauf, dass sie im größten Freilichtmuseum Deutschlands wieder errichtet werden. Dazu gehören Speicher, Bienenhäuser, Backhäuser, ein Taubenturm, Schmieden, Wasser- und Ölmühlen, eine Brennerei und ein Einmannbunker. Unter den eingelagerten Gebäuden sind Kostbarkeiten wie etwa das Haus Stöcker aus Kreuztal-Burgholdinghausen (Kreis Siegen). "Das ist ein wunderschöner Fachwerkbau aus dem Jahre 1797, erbaut von der jüdischen Familie Moses und seit 1860 im Besitz der Familie Stöcker", erklärt Dr. Hubertus Michels, Bauhistoriker im LWL-Freilichtmuseum Detmold. Oder das Bauernhaus Oberbrodhagen aus Bielefeld-Gallershagen von 1813, das zukünftige Hauptgebäude einer ravensbergischen Hofanlage oder das Haupthaus vom Hof Voswinkel aus Kierspe-Vollme (Märkischer Kreis) aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit fast noch mittelalterlich anmutendem Erscheinungsbild. "Gebäude dieser Art und in vergleichbarer Überlieferungsqualität sind in Westfalen sonst kaum noch vorhanden." 

Auch im LWL-Freilichtmuseum Hagen, dem einzigen Freilichtmuseum für Handwerk und Technik in Europa gibt es noch verborgene Schätze: Eine Messerschleiferei, eine große Zeitungsrotation und eine komplette Zweiradwerkstatt warten hier auf den Wiederaufbau.
Während früher die Gebäude Teil für Teil abgebaut und später wieder neu zusammengesetzt wurden, sind die jüngeren Museumszugänge wie der in diesem Jahr in Detmold eröffnete Hof Remberg aus Finnentrop-Fretter (Kreis Olpe) per 'Ganzteiltranslozierung' ins Museum gekommen. Dabei werden die Häuser in wenige große Teile zerlegt, die dann am Stück ins Museum transportiert werden. "Das hat den Vorteil, dass die originalen Wandflächen mit Putz und Tapete ins Museum kommen und man so viel mehr Originalsubstanz erhalten kann", erklärt Michels.


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