[WestG] [AKT] Newsletter der Westfalen-Initiative 03/2016

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mo Jun 6 10:11:52 CEST 2016


Von: "Westfalen-Initiative" <info at westfalen-initiative.de> 
Datum: 03.06.2016, 09:36


AKTUELL

Newsletter der Westfalen-Initiative 03/2016

Westfalen bewegt: Netzwerktreffen und Workshop

Ein Netzwerktreffen mit Workshop war am 17. Mai der offizielle Auftakt für den diesjährigen Wettbewerb "Westfa-len bewegt". Etwa 70 Teilnehmer kamen ins münsterische DRK-Tagungshotel Dunant. Dort gab Katrin Reuscher von der Otto Pankok Stiftung zunächst Hinweise, wie Projektanträge erfolgreich gestellt werden. In einer Gesprächs-runde stellten zudem Vertreter von Siegerprojekten aus Vorjahren ihre ehrenamtlichen Aktivitäten vor. In diesem Jahr stehen insgesamt 40.000 Euro Preisgeld zur Verfügung. Darin enthalten sind 10.000 Euro, die als Sonderpreis für ein Projekt der Flüchtlingshilfe vergeben werden.  Über die Vergabe der Preise entscheidet eine Jury nach Sich-tung der Bewerbungen. 

Regionale 2016: Ministerpräsidentin eröffnet das Präsentationsjahr

Gemeinsam mit 600 Gästen hat NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in Coesfeld das Präsentationsjahr der Regionale 2016 eröffnet. Bis Sommer 2017 stehen nun unter dem Motto "ZukunftsLAND verbindet" 43 Projekte im Fokus, die im Rahmen des NRW-Strukturförderprogramms im westlichen Münsterland entstehen. Sie zeigten Lö-sungen auf, "die auch in anderen Regionen in NRW weiterhelfen können", betonte Kraft. Zur Regionale-Region 2016 gehören die Kreise Coesfeld und Borken inklusive ihrer kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie die Kommunen Dorsten, Haltern am See, Hamminkeln, Hünxe, Schermbeck, Selm und Werne. www.regionale2016.de

Bevölkerung: Mehr Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund

Etwa 885.000 Menschen mit ausländischem Pass lebten Ende vergangenen Jahres in Westfalen. Das entspricht einer Steigerung von rund zehn Prozent innerhalb von zwölf Monaten. Mehr als 77 Prozent der Ausländer stammt aus einem europäischen Land. Mit 213.000 stellen die türkischen Staatsbürger die größte Gruppe. Insgesamt ist die Zahl der Einbürgerungen in Westfalen aber seit 2012 rückläufig. Im vergangenen Jahr erhielten 10.276 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft. Das sind 3,9 Prozent weniger als im Jahr 2014.

Medizin: Zahl ausländischer Ärzte steigt

Zunehmend ist die Zahl ausländischer Mediziner. Nach Angaben der Ärztekammer Westfalen-Lippe kommen derzeit knapp 5.500 (12,8 Prozent) der insgesamt 42.700 in Westfalen tätigen Ärzte aus dem Ausland. Von den Berufs-einsteigern und Assistenzärzten hat gegenwärtig sogar jeder zweite eine ausländische Staatsangehörigkeit. Mit 1,8 Millionen liegt die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund noch deutlich höher. Ihr Anteil an der Gesamtbe-völkerung hat sich binnen eines Jahres um gut einen Prozentpunkt auf 22,4 Prozent erhöht. 

Demografie: Deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land

In den Städten und Landkreisen Westfalens wird der demografische Wandels auf die Alten- und Jugendhilfe sowie auf die Integration von Migranten sehr unterschiedliche Auswirkungen haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Berlin Instituts im Auftrag des Deutschen Caritasverbandes. Besonders die Städte des westfälischen Ruhrgebiets zählen demnach zu den "migrantenreichen größeren Städten mit oft schwacher Wirtschaftslage". Dort gibt es überdurchschnittlich viele jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, einen erhöhten  Anteil von Aus-ländern, die Zuschüsse zur Grundsicherung beziehen, sowie eine erhöhte Kinder- und Altersarmut. Ländlich gepräg-te Bereiche wie Sauer- und Münsterland sowie Ostwestfalen gehören hingegen zur Gruppe der "jungen westdeut-schen Landkreise mit tendenziell klassischen Familienstrukturen". Sie zeichnen sich überwiegend durch eine gute sozio-ökonomische Situation aus. Probleme dort sind jedoch häufig eine schrumpfende Bevölkerung und gebeutelte kommunale Haushalte.

Verein Westfalen-Initiative: Rapp-Frick neuer Beiratsvorsitzender

Dr. h.c. Hans-Peter Rapp-Frick ist neuer Vorsitzender im Beirat des Vereins Westfalen-Initiative. Vereinsvorsitzender Dr. Peter Paziorek stellte ihn dem Gremium während dessen jüngster Sitzung in Kamen-Kaiserau vor. Im dortigen SportCentrum tagte der Beirat auf Einladung von Hermann Korfmacher, dem Präsidenten des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW). Rapp-Frick gehörte dem Beirat des Vereins der Westfalen-Initiative bereits zuvor kraft seines Amtes als Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) zu Hagen an. Als Vorsitzender des Beirats ist er Nachfolger von Dr. Manfred Scholle, dem Paziorek für seinen Einsatz in den vergangenen vier Amtsjahren dankte.

Wirtschaft: Bis 2040 werden Arbeitskräfte knapp

In Westfalen wird es bis zum Jahr 2040 deutlich weniger Erwerbstätige geben. Das geht aus einer Modellrechnung des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Nur für Münster (plus 9,8 Prozent) und Dortmund (plus 3 Prozent) werden steigende Erwerbspersonenzahlen prognostiziert. In allen anderen Städten und Kreisen hingegen wird die Zahl der Arbeitskräfte teils erheblich sinken. Für den Märkischen Kreis (minus 28,6 Prozent), den Hochsauerland-kreis (minus 27,4 Prozent) und den Kreis Höxter (minus 25,9 Prozent) sagen die Statistiker sogar einen Rückgang von mehr als einem Viertel voraus. Zunächst aber ist in den nächsten Jahren noch mit einem Anstieg der Erwerbs-personenzahlen zu rechnen, zu dem es auch 2014 in 22 der 27 Kreise und kreisfreien Städte der Region kam. Da-durch erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf 4,1 Millionen. Das größte Plus gab es in Münster mit 1,7 Prozent auf 216.000.   

Windkraft: Studie sieht wenig Raum für weitere Anlagen

In Westfalen gibt es wegen der regionalplanerischen Vorgaben wenig Raum für weitere Windkraftanlagen. In ande-ren Regionen Deutschlands bestehen hingegen noch ausreichend Möglichkeiten für den Ausbau der Windenergie. Das geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor. Mit Hilfe einer geoda-tenbasierten Analyse haben die Wissenschaftler ermittelt, welche Flächen in Deutschland sich grundsätzlich für die Windenregie eignen. Berücksichtigt wurden dabei naturschutzrechtliche Vorgaben, die aktuelle Flächennutzung, natürliche Standortfaktoren wie die Windverhältnisse und das Geländerelief sowie der Einfluss von Festlegungen der Bundesländer.

Stadtentwicklung:  Zahl der Baugenehmigungen gestiegen 

Die westfälischen Bauämter haben im vergangenen Jahr 25.474 Wohnungen zum Bau freigegeben. Das waren 5.225 Wohnungen bzw. 25,8 Prozent mehr als im Jahre 2014. Mit 33,9 Prozent war das Plus bei den Mehrfamilienhäusern (12.495) überdurchschnittlich hoch. Besonders stark fiel es mit 46,6 Prozent im Regierungsbezirk Detmold aus. Der westfalenweite Anstieg der 9.673 genehmigten Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern war moderater. Die Baugenehmigungsquote - also die Zahl der genehmigten Wohnungen je 10.000 Einwohner - lag 2015 in Westfalen bei 31,1. Die höchsten Quoten erreichten die Kreise Borken (59,1) und Steinfurt (56,1).

RegioPole: "Kleine Großstädte" gründen Netzwerk

Die drei westfälischen Städte Bielefeld, Paderborn und Siegen haben gemeinsam mit Erfurt, Rostock und Trier das Netzwerk "RegioPole" gegründet. Vertreter der sechs Städte haben in Berlin eine interkommunale Vereinbarung unterzeichnet. Als Verbund "kleiner Großstädte" außerhalb der Metropolregionen wollen die sechs sogenannten Regiopolen künftig gemeinsam ihre Interessen als wirtschaftsstarke Oberzentren gegenüber EUJ, Bund und Ländern vertreten. Die Mitglieder des Netzwerks erhoffen sich unter anderem eine bessere Ausgangsposition im Wettbe-werb um wichtige Infrastrukturprojekte. 

Stiftungsverbund Westfalen-Lippe: Neue Herausforderungen meistern

Bildung ist ein Schlüsselfaktor für die Integration der vielen Flüchtlinge und die Integration wiederum ist eine ge-meinsame Aufgabe von Einheimischen und Neuankömmlingen. Gerade Stiftungen engagieren sich in jüngster Zeit enorm auf diesem Sektor und können dort ihre Stärken voll entfalten. Das veranschaulichte Sabine Süß, Leiterin der Koordinierungsstelle Netzwerk Stiftungen und Bildung im Bundesverband Deutscher Stiftungen, in ihrem Podiums-vortrag während des Stiftungstages Westfalen-Lippe 2016 am 22. April im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Pader-born. Eine wichtige Frage der gegenwärtigen Stiftungsarbeit ist, wie sich Kräfte sinnvoll bündeln lassen. Denn zu-nehmend schmälert die aktuelle Niedrigzins-Phase die Einnahmen der Stiftungen und damit deren Gestaltungsmög-lichkeiten. Folglich befassten sich die mehr als 70 Teilnehmer aus etwa 50 Stiftungen in Westfalen-Lippe in einem der drei angebotenen Workshops mit alternativen Anlagestrategien. Auch die anderen beiden Arbeitsgruppen gin-gen auf aktuelle Herausforderungen der Stiftungsarbeit ein. Dabei ging es um das Gewinnen und Binden von eh-renamtlichen Mitarbeitern sowie den Einsatz von Social Media in der Öffentlichkeitsarbeit. Fachkundige Referenten gaben jeweils konkrete Hinweise zur Aufgabenbewältigung.

Tourismus: Unter dem Strich mehr Übernachtungen

Die westfälische Tourismusbranche hat sich 2015 positiv entwickelt. Sie verzeichnet 24,7 Millionen Übernachtun-gen. Das sind 384.000 bzw. 1,6 Prozent mehr als im  Vorjahr. Bundesweit lag das Plus allerdings sogar bei 2,9 Pro-zent. Das zeigt das Sparkassen-Tourismusbarometer. Die größte Steigerung innerhalb Westfalens verzeichnet das Münsterland mit 5,6 Prozent auf 3,8 Millionen Übernachtungen. Einen Rückgang um 1,6 Prozent auf 800.000 Über-nachtungen gab es im Siegerland-Wittgenstein. Ursache dafür war eine rückläufige Nachfrage bei den Vorsorge- und Rehakliniken. Mit 7,3 Millionen Übernachtungen bleibt das Sauerland der Marktführer. Allerdings verlief dort die Wintersaison 2015/16 unterdurchschnittlich. Weil die Wetterbedingungen lediglich zeitweise gut waren, kamen nur rund 600.000 Skifahrer, Snowborder, Rodler, Wanderer und Zuschauer. Nach Angaben des Verbandes Wintersport-Arena Sauerland sind es in einer sehr guten Saison etwa eine Million Gäste.    


Termine

2.-10. Juli 2016	Zehntes Internationales Stimmfestival "Voices" im barocken Gut Holzhausen bei Nieheim im Kreis Höxter. Eröffnungskonzert des Klassikfestivals unter dem Titel "Mozart - Einfach Genial" mit der Nordwestdeutschen Philharmonie, der chilenischen Sopranistin Catalina Bertucci und dem Pianistenpaar Mooki Lee-Menuhin und Jeremy Menuhin. www.voices-holzhausen.de

11.-17.  Juli 2016	19. Weltkongress der Hispanistik in Münster. Die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU)  erwartet 800 internationale Wissenschaftler der Asociatión International de Hispanistas (AIH). 

30. Juli 2016	Das Wembley-Tor ist bis heute sagenumwoben und umstritten. Genau 50 Jahre nach dem legendären Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Deutsch-land und England eröffnet das Deutsche Fußball Museum in Dortmund eine Sonderausstellung zu dem Thema. www.fussballmuseum.de


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