[WestG] [AKT] Richtfest des kuenftigen kulturhistorischen Zentrums "kult" in Vreden: Landrat Dr. Kai Zwicker und Vredens Buergermeister Dr. Christoph Holtwisch schlugen die letzten Naegel ein - Regionale-Projekt nimmt nun Form an
Pattberg, Julia
Julia.Pattberg at lwl.org
Do Feb 11 12:56:50 CET 2016
Von: "Kreis Borken" <info at presse-service.de>
Datum: 10.02.2016, 08:15
AKTUELL
Richtfest des künftigen kulturhistorischen Zentrums "kult" in Vreden: Landrat Dr. Kai Zwicker und Vredens Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch schlugen die letzten Nägel ein - Regionale-Projekt nimmt nun Form an
Zugegeben, die "Bearbeitung "der beiden Nägel war im Wortsinne eine Trockenübung für Landrat Dr. Kai Zwicker und Vredens Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch. Während üblicherweise Bauherren im Dachstuhl zum Hammer greifen, um die letzte Sparre im Gebälk zu befestigen, ließ dies am Dienstagnachmittag (09.02.2016) der Dauerregen beim Richtfest des künftigen kulturhistorischen Zentrums "kult" (Kultur und lebendige Tradition Westmünsterland) in Vreden leider nicht zu. So musste die Feierstunde mit Richtspruch im wasserfesten Rohbau stattfinden. Das tat der ausgezeichneten Stimmung der Festgesellschaft - Vertreter aus Politik, Kultur, Verwaltung sowie die Architekten, Projektpartner, Mitarbeiter der ausführende Bau- und Planungsfirmen und die Baustellen-Nachbarn - aber überhaupt keinen Abbruch. "Petrus meint es gut mit uns", konstatierte der Landrat schmunzelnd, als er gemeinsam mit Vredens Bürgermeister die große Gästeschar begrüßte. "Unser gemeinsames Regionale 2016-Projekt kann so weiterhin wachsen und gedeihen!"
Beide dankten allen Beteiligten für die stets fruchtbare Zusammenarbeit und blickten dabei auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zurück: Seit Mitte 2013 laufen unter der Ägide der Architekten und Fachplaner die baulichen Planungen für das "kult", das bis Dezember 2015 unter dem Arbeitstitel "Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland" firmierte. Am 7 Januar 2015 starteten die Bauarbeiten mit dem ersten Spatenstich. Im gesamten Planungs- und Bauprozess erfolgt eine intensive Abstimmung zwischen Bauherrn, Architekten, Fachplanern und Nutzern. Die Planungsbegleitgruppe, in der Mitglieder des Kreistages und des Vredener Stadtrates vertreten sind, betreut den Planungs- und Bauprozess intensiv. Sie wirkt beispielsweise an der Auswahl von Materialien zur Fassaden- und Innenraumgestaltung mit.
Wesentliche Rohbauarbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Zuletzt wurden der Rohbau für das zweite Obergeschoss des Neubaus, Ausschalungsarbeiten, das Aufmaß am Neubau und Fenstermontagen fortgeführt. Hieran schließt die Errichtung des Dachstuhls am Neubau an. Parallel erfolgen seit Dezember Rohinstallations- und Elektroarbeiten im Untergeschoss. Die Klinkerarbeiten an den Fassaden der 70iger Jahre Bestandsgebäude sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. Auch die Planungen zur Inneneinrichtung sind weiter konkretisiert worden. Dabei wurden u. a. der Empfangstresen, die Informationstheke im Dokumentationsbereich sowie die Ausstattungen des Shops, des Lesesaals, der Bibliothek sowie der Bereiche des Stadtmarketings konzipiert.
Das künftige Zentrum wird einen umbauten Raum von rund 24.300 Kubikmetern mit Nutzflächen von rund 4.100 Quadratmetern umfassen. Die Nutzungen gliedern sich insbesondere in die Bereiche Neubau Ausstellung (ca. 2.100 qm), sonstige Präsentation (ca. 400 qm), Forschen/Lernen/Pädagogik (950 qm) sowie Kulturmanagement/Verwaltung (650 qm). Dies entspricht annähernd einer Verdopplung der ursprünglichen Nutzflächen des Hamaland-Museums und des Landeskundlichen Instituts Westmünsterland am Standort Vreden.
Unter dem Motto "Meilensteine 2016" gaben Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster und Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016, anschließend einen Ausblick auf die künftigen Aktivitäten des "kult". Quasi im Gleichklang mit dem Baufortschritt wachse auch die beabsichtigte kulturelle Strahlkraft und das gemeinsame Ansinnen, "Kultur und lebendige Tradition" im Westmünsterland und im deutsch-niederländischen Grenzraum weiter zu profilieren. So werde die künftige Dauerausstellung den Aspekt "Grenze" auf vielfältige Weise in den thematischen Fokus nehmen. Rund 300 Objekte aus der musealen und kirchlichen Sammlung würden neu präsentiert und der Multifunktionsraum erhalte eine technisch moderne Ausstellung für interne wie externe Veranstaltung.
"Inhaltlich setzen wir weiter auf viele Netzwerke und interdisziplinäre Zusammenarbeit", so Dr. Hörster. Dabei gebe es bereits intensive Kooperationen und Aktivitäten, die das "kult"-Team als Impulsgeber angestoßen habe. Neue Formate und Programme in der kulturellen Bildung seien mit verschiedensten Partnern in der Region entwickelt und umgesetzt worden, etwa die Museums- und Archivmodule. Für die kommenden Monate kündigte der Kreisdirektor eine Reihe von neuen Aktivitäten an:
- am 23. April in Zusammenarbeit mit der Stichting Grolle Vrij aus Groenlo den Kongress "Es ist besiegelt! De Kogel is door de Kerk!" - hier geht es um die Frage, wie Geschichte heute erlebbar erzählt und vermittelt werden kann
- am 30. April, am Internationalen Museumstag im Mai und im Sommer Baustellen-Konzerte
- im September die Präsentation der prämierten Beiträge des überregionalen Kurzfilmfestivals IDEALE; ein Projekt, das die Bürgerinnen und Bürger einlädt, ihre Vorbilder in einem Film zu porträtieren.
2017 wird es insbesondere um das Reformationsjubiläum gehen. Dann jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther der Überlieferung nach an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug. Auf vielfältige Weise und im Verbund mit dem Kulturamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und Museen, Theatern und weiteren Kulturakteuren setzen sich die "kult"-Verantwortlichen mit diesem Thema und seine Auswirkungen auf die Region auseinander. Bei derartigen Aktivitäten erweise sich, dass der neue Kulturstandort in Vreden weit mehr sei als ein Museum, erklärte Dr. Hörster und betonte: "Ohne eine enge Verzahnung von Archiven, Instituten und musealen Bereichen ist das nicht leistbar!".
Zum Hintergrund:
Im Rahmen des Vorhabens "kult Kultur und lebendige Tradition Westmünsterland" - ein gemeinsames Regionale-Projekt des Kreises Borken und der Stadt Vreden - werden das Hamaland-Museum Vreden, das dortige Landeskundliche Institut Westmünsterland sowie die historischen Teile des Kreisarchivs Borken und des Stadtarchivs Vreden unter einem Dach zusammengeführt. Hinzu kommt die Allgemeine Kulturarbeit des Kreises, inklusive Geschäftsstelle der Kreisheimatpflege. Auf diese Weise entsteht eine kulturelle Bildungseinrichtung, die weit mehr bietet als die Summe ihrer ursprünglichen Bestandteile. Es entsteht so ein kultureller Knotenpunkt mit Ankerfunktion zur nachhaltigen Sicherung der regionalen Kultureinrichtungen, der das kulturelle Gesamtprofil der Region stärkt, die Heimatverbundenheit und damit die regionale Identität fördert und das gesellschaftliche Engagement unterstützt. Geleitet wird das Konzept vom Gedanken der kulturellen Bildung, einem Ansatz zur Förderung neuer Lernprozesse in der Wahrnehmung von Kultur.
Kosten/Finanzierung:
Im Dezember 2013 haben der Kreistag Borken sowie der Stadtrat Vreden den Bau- und Umsetzungsbeschluss für das rund 13,57 Mio. Euro große Investitionsprojekt getroffen. Seither wurden Förderungen durch das Land NRW in Höhe von rund 6,8 Millionen Euro sowie den Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Höhe von rund 0,9 Millionen Euro an den Kreis Borken ausgesprochen. Den verbleibenden Restbetrag bringen die Stadt Vreden zu 30 Prozent (= 1,78 Mio. Euro) und der Kreis Borken zu 70 Prozent (= 4,14 Mio. Euro) auf.
Zur Projektplanung und -umsetzung:
. Ab Mitte 2014: Ausführungsplanungen
. Ab Herbst 2014: Ausschreibungen und Vergaben baulicher Leistungen . 2014/2015: Fortentwicklung der Konzeption der Dauerausstellung . Ab Januar 2015: Bauausführung Neubau . Mitte 2015: Sanierungsbeginn übriger Bestand . Spätsommer 2016: Bauübergabe Neubau und Start der Einrichtungsarbeiten . Herbst 2016: Bauübergabe übriger Bestand und Start Einrichtungsarbeiten . Dezember 2016: Inbetriebnahme des Neubaus . Frühjahr 2017: Abschließende Einrichtungsmaßnahmen für Forschungs- und Lernbereich sowie das Armenhaus und Inbetriebnahme des übrigen Bestands Während der Bauphase können sich Interessierte per Blog www.kulturachse.de über den Fortgang der Arbeiten, auf der Baustelle und im inhaltlichen Bereich, informieren.
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte