[WestG] [AKT] Villa ten Hompel: Newsletters 2/2016

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mi Feb 10 11:14:09 CET 2016


Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de> 
Datum: 09.02.2016, 14:57


AKTUELL

Villa ten Hompel: Newsletters 2/2016

Themen des Newsletters 2/2016
Ausblick
Mittwochsgespräch mit Dr. Susanne Muhle am 10.2., 19 Uhr
Vortrag von Dr. Matthias Küntzel am Donnerstag, 18.2., 19 Uhr
"Tischgespräche" am Donnerstag, 25.2., 19 Uhr
Öffentliche Führung am Sonntag, 28.2., 15 Uhr
Mittwochsgespräch mit Dr. Christoph Lorke am 2.3., 19 Uhr
Szenische Führung am Sonntag, 6.3., 15 Uhr
Yad-Vashem-Lectures am Dienstag, 8.3., 10.30-16.00 Uhr
Spaziergang mit Timm C. Richter "Rund um die Villa" am Sonntag, 20.3., 14 Uhr
Villa International
Besuch aus Israel, Frankreich, Niederlande
Rückblick
Nachbericht zum Mittwochsgespräch mit Prof. Dr. Kleßmann
Hinweis auf eine Fortbildung im Oktober

 
Ausblick
 
Mittwochsgespräch mit Dr. Susanne Muhle am 10.2., 19 Uhr
Thema: "Auftrag: Menschenraub". Entführungen von Westberlinern und Bundesbürgern durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR  
Auf offener Straße brutal überfallen, in vertrauter Umgebung betäubt und entführt oder durch perfide Täuschungen auf DDRGebiet gelockt und rechtswidrig festgehalten. Etwa 400 Menschen teilen ein Schicksal: Sie wurden in den 1950er und 1960er Jahren aus der Bundesrepublik und vor allem aus West-Berlin in die DDR verschleppt und dort inhaftiert. Viele kehrten erst nach Wochen, Monaten oder gar Jahren aus der DDR-Haft zurück. Manche verschwanden für immer. Verantwortlich für die Entführungsaktionen war in erster Linie das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Es ist ein unbekanntes Kapitel der deutschen Teilungsgeschichte. In Anlehnung an die Gewalt- und Täterforschung begibt sich Susanne Muhle auf die Spuren der Entführungsopfer und Entführer. 
Dr. Susanne Muhle ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Berliner Mauer. Ihre Dissertation war Leitbesprechung in der FAZ und erhielt den Förderpreis "Opus Primum" der Volkswagen-Stiftung als beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation. 
Eintritt frei, Spenden erwünscht. 
 
  
Vortrag von Dr. Matthias Küntzel am Donnerstag, 18.2., 19 Uhr
Thema "Von der Muslimbruderschaft zu Isis". Über die Geschichte des Islamismus und seine Folgen 
Das frohlockende Selbstverständnis, mit dem die ISIS-Terroristen Kreuzigungen, Versklavungen und Enthauptungen Andersdenkender feiern, schockiert und verängstigt - und wirft Fragen auf. Haben wir es mit einem Rückfall in das schwärzeste Mittelalter zu tun oder ist ISIS eine moderne Bewegung? Was ist der Unterschied zwischen ISIS-Salafisten und Muslimbrüdern, zwischen al-Qaida-Terroristen und iranischen Islamisten? Und warum einigt sie ein Hass auf Juden und auf Israel? Matthias Küntzel wird auf die Notwendigkeit, aber auch auf die Schwierigkeit der Abgrenzung von "Islamismus" und "Islam" eingehen und den historischen Hintergrund skizzieren, vor dem der gegenwärtige globale Vormarsch des Islamismus stattfindet.
Dr. Matthias Küntzel ist Politikwissenschaftler und Historiker und hat mehrere Bücher und Beiträge in internationalen Zeitungen zum Antisemitismus und zum Nahen Osten veröffentlicht. 2011 wurde er von der Anti-Defamation League mit dem Ehrlich-Schwerin-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. 
In Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e. V. 
Eintritt frei, Spenden erwünscht. 
 

"Tischgespräche" am Donnerstag, 25.2., 19 Uhr
Andreas Breiing, Münster 
Andreas Breiing (Die Buschtrommel) zitiert Passagen von mitstenografierten Monologen Hitlers aus den privaten Tischrunden im "Führerhauptquartier". Hier "plaudert" der Privatmann Hitler über Privates und Politisches. 
Darsteller und Historiker der Villa ten Hompel stehen nach der Aufführung für ein Gespräch zur Verfügung. 
Eintritt: 10 Euro 
Anmeldung erbeten unter: Tel. 0251/492-7101 
 
 
Öffentliche Führung am Sonntag, 28.2., 15 Uhr
Jeweils am letzten Sonntag im Monat, um 15 Uhr findet eine kostenlose öffentliche Führung durch die Dauerausstellung statt. Am 28.2. führt Sie der Historiker Timm Richter durch die Ausstellung. 
Dauer: 60 Minuten 
Eintritt frei, Spenden erwünscht. 
 
  
Mittwochsgespräch mit Dr. Christoph Lorke am 2.3., 19 Uhr
Armut im geteilten Deutschland. Die Wahrnehmung sozialer Randlagen in der Bundesrepublik und der DDR 
Was ist Armut? Oft bilden altbewährte Sozialklischees den Deutungsrahmen für die Bewertung von "Armut", in dem sich moralisierende, dramatisierende und solidarisierende Narrative entfalten. Die Wahrnehmung der "Unterschicht" hat aber auch eine Geschichte - Christoph Lorke untersucht erstmals die sozialen Images von Armut in der BRD und DDR zwischen den beiden Staatsgründungen (1949) und der "Wiedervereinigung" (1989). Wo lassen sich Gemeinsamkeiten und Abweichungen in der Bewertung sozialer Schieflagen "hüben" wie "drüben" erkennen? 
Dr. Christoph Lorke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Münster. Seine Dissertationsschrift war nominiert für den Förderpreis "Opus Primum" der Volkswagen-Stiftung als beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation. 
In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Münster und dem Referat Erwachsenenbildung im Evangelischen Kirchenkreis Münster 
Eintritt frei, Spenden erwünscht. 
 
  
Szenische Führung am Sonntag, 6.3., 15 Uhr
"Bei ten Hompels unterm Sofa" 
Agnieszka Barczyk, Carsten Bender und Daniel Gollmann. 
Im Mittelpunkt des szenischen Hausrundgangs steht das großbürgerliche Leben der Familie ten Hompel in den "roaring twenties". Unter dem Sofa hervorgekramt werden viele Geschichten aus dem Berufs- und Familienleben Rudolf ten Hompels. 
Einlass ab 14.30 Uhr 
Der Eintritt beträgt 10 Euro pro Person 
Reservierungen unter: tenhomp at stadt-muenster.de oder Tel. 0251/492-7101 
  

Yad-Vashem-Lectures am Dienstag, 8.3., 10.30-16.00 Uhr
Schulisches Lernen mit Videointerviews der Shoah-Foundation 
Daniel Gollmann, Kim Keen, Jürgen Düttmann, Ulrike Schneider-Müller (Münster) 
Eine Möglichkeit, erinnerungskulturelle Brücken zu bauen, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt, sind Videointerviews. Vorgestellt werden Videos mit Überlebenden der Shoah, die im Bereich des heutigen Regierungsbezirks Münster wohnten sowie umfangreiches historisch-didaktisches Begleitmaterial, das im Workshop erprobt und kritisch reflektiert werden soll. Geeignet zum Einsatz ab Klasse 9. 
In Kooperation mit dem Förderverein der Villa ten Hompel, der Bezirksregierung Münster, Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. 
Anmeldung unter: tenhomp at stadt-muenster.de und Tel.: 0251-492-7101 
 
 
Spaziergang mit Timm C. Richter "Rund um die Villa" am Sonntag, 20.3., 14 Uhr
Geschichtsexpedition 
Ein Spaziergang rund um die Villa ten Hompel mit Timm C. Richter (Münster). 
In nur wenigen Stadtvierteln von Münster lassen sich so viele authentische Orte aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges finden wie in Mauritz und Erpho. 
Der Spaziergang dauert ca. 90 Minuten, Treff- und Endpunkt ist die Villa ten Hompel, die Teilnehmergebühr beträgt 5 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 
 
 
Villa International
 
Besuch aus Israel, Frankreich, Niederlande
Internationale Besucher gaben sich in den letzten Tagen die Villa-Türklinke in die Hand. 
Zu den Lectures Nr. 36 kam die Yad Vashem Repräsentantin für Deutschland, Dr. Birte Hewera nach Münster. Sie nahm ebenfalls an einem Nachbereitungsseminar der Lehrergruppe teil, die unter der Leitung von Ulrike Schneider-Müller gegen Jahresende 2015 Israel besucht hatte. 
Eine Schülergruppe aus dem Bereich Orleans kam auf ihrer Tour durch deutsche Erinnerungsorte zusammen mit Nathalie Grenon, der Leiterin unserer Partnerorganisation in Frankreich, dem Cercil (Centre d'étude et de recherche sur les camps d'internement du Loiret), zu einem Ausstellungsbesuch in die Villa, bevor sie durch die Nacht zurück nach Frankreich fuhren. Dr. Christoph Spieker konnte bei dieser Gelegenheit interessante aktuelle Publikationen aus der pädagogischen Arbeit des Cercil für die Bibliothek in der Villa übernehmen. 
Museumspädagogen und Erinnerungsexperten aus Berlin, Den Haag, Arnheim, Weimar  und Amsterdam tagten am Samstag in der Villa, um gemeinsam ein Projekt zu erarbeiten. Parallel sollen deutsche und niederländische ein Angebot zu dem Thema und für Flüchtlinge erarbeiten. Das "Nationaal Comité 4 en 5 mei" aus Amsterdam hat die Projektleitung, in das auf niederländischer Seite das "Humanity House" in Den Haag und auf deutscher Seite die Villa operativ eingebunden werden sollen. 
 

Rückblick
 
Nachbericht zum Mittwochsgespräch mit Prof. Dr. Kleßmann
Mit Prof. Dr. Christoph Kleßmann aus Potsdam war beim ersten Mittwochsgespräch des Jahres einer der profiliertesten Zeithistoriker Deutschlands zu Gast in der Villa ten Hompel. Thema war die doppelte deutsche Nachkriegsgeschichte. 
Kleßmann war langjähriger Lehrstuhlinhaber für Zeitgeschichte an der Uni Potsdam und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF). In der Villa ten Hompel stellte er sein als Forschungsstandard geltendes Konzept einer "asymmetrisch verflochtenen Geschichte von BRD und DDR" auf den Prüfstand. Dabei warnte er vor methodischen Verengungen und ermunterte die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, darunter viele Historiker die selbst zur deutschen Nachkriegsgeschichte forschen, bei künftigen vergleichenden Studien die europäischen Verflechtungen und Asymmetrien stärker in den Fokus zu rücken. 
 
  
Hinweis auf eine Fortbildung im Oktober
Orte und Zeugnisse nationalsozialistischer Verbrechen im Raum Lublin. 
Ein Fortbildungsseminar für Lehrkräfte im Staatlichen Museum Majdanek 

Das Seminar vom 19. Oktober bis 27. Oktober 2016 im Staatlichen Museum, also der Gedenkstätte Majdanek, dient der Orientierung und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern, die sich auf geplante Seminare mit Schülergruppen vorbereiten wollen. Die Gedenkstätte befindet sich in Lublin, der polnischen Partnerstadt von Münster. Zudem ist ein Zwischenaufenthalt in Warschau mit historischem Stadtgang geplant. Lehrende können im Programm einen ähnlichen Lern- und Erfahrungsprozess wie später Schülerinnen und Schüler durchlaufen, sich also beispielsweise intensiv mit Quellen auseinander setzen. Der Geschichtsort Villa ten Hompel ist Mitveranstalter in einer Reihe von Kooperationspartnern, darunter das HU-Bildungswerk Nordrhein-Westfalen, das gerne über das Programm, An- und Abreise sowie die preislichen Konditionen näher informiert. Das Seminar versteht sich auch als wichtige und sinnvolle Ergänzung der seit Jahren bewährten Yad-Vashem-Fortbildungen in Israel. 
Kontakt und Infos: Dr. Paul Ciupke per Mail: buero at hu-bildungswerk.de oder über die Pädagogische Akademie GEE in Duisburg unter Telefon 0203-547244. 
Anhand historischer Bilder oder Objekte können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Herbstfortbildung in der Gedenkstätte Majdanek recherchieren. 


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