[WestG] [AKT] Westfaelischer Preis fuer Baukultur geht an Betriebsgebaeude und Auslassbauwerk im Emscher Landschaftspark

Pattberg, Julia Julia.Pattberg at lwl.org
Mo Sep 21 10:13:59 CEST 2015


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org> 
Datum: 18.09.2015, 12:35


AKTUELL

Westfälischer Preis für Baukultur geht an Betriebsgebäude und Auslassbauwerk im Emscher Landschaftspark

Der Westfälische Preis für Baukultur geht an das Auslassbauwerk und das Betriebsgebäude eines Hochwasserrückhaltebeckens. Das Bauwerk wurde von dem Wasserwirtschaftsverband Emschergenossenschaft im Zuge des Umbaus der Emscher von einem offenen Abwasserkanal zu einer naturnahen Flusslandschaft in Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel-Ickern gebaut. Damit würdigt die Jury des vom Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL) und von der Westfalen-Initiative mit Unterstützung der LBS Westdeutsche Landesbau¬spar¬kasse ausgelobten Preises "die innovative architektonische Lösung für eine scheinbar simple Bauaufgabe". 

"Das Projekt spiegelt die Bedeutung von Baukultur in unserer Alltagswelt wider. Die Architekten haben unter Beweis gestellt, dass mit einer kooperativen Planungsphilosophie Bauten entstehen, die einen Mehrwert für die Gesellschaft haben", hob LWL-Direktor Matthias Löb bei der Preisverleihung am Freitag (18.9.) in Münster hervor. "Ich bin beeindruckt, dass das Gebäude viele Funktionen vereint: Es ist Ausdruck moderner Hochwassertechnik und damit ein Zeichen für Naturschutz, es ist eine Landmarke und ein Orientierungspunkt, es ist ein Informations- und Ausstellungsort, es ist ein Aussichtspunkt auf die Landschaft und es ist ein attraktiver Arbeitsort. Das Projekt verdeutlicht damit, dass Baukultur weit über Gestaltung hinausgeht", so Löb weiter. Baukultur zeige sich hier im achtsamen Umgang mit der Bautradition sowie in der Einbeziehung der Menschen und der Landschaft in den Entwurf, hieß es in der Laudatio.

Juliane Kopperschmidt und Prof. Christian Moczala (B.A.S Architekten aus Dortmund) 
nahmen den Preis entgegen: "Unser Ziel war es, ein zeichenhaftes Gebäude zu errichten, das sich gleichzeitig auf selbstverständliche Weise in die Landschaft einfügt. Gerade bei dem sehr technischen Zweck, Hochwasser in der Emscher zurück zu halten, war das nicht einfach", sagte Kopperschmidt. "In der Arbeitsgemeinschaft mit den Ingenieuren der Spiekermann GmbH ist dabei ein sowohl technisch wie gestalterisch stimmiges Bauwerk entstanden. Es freut uns sehr, dass das Ergebnis nun mit dem westfälischen Baukulturpreis ausgezeichnet wird", ergänzte Moczala.

"Das Auslassbauwerk erstreckt sich in Form einer Fußgängerbrücke über die Emscher und schafft auf diese Weise eine wichtige Verbindung im Wegenetz entlang des Flusses. Dieser Knotenpunkt wird durch das turmartige Betriebsgebäude markiert, das der weiten Landschaft einen wohltuenden architektonischen Akzent entgegensetzt. Der Ausblick kann auf der Dach¬terrasse des Gebäudes genossen werden", heißt es in der Begründung der Jury.

"Uns überzeugte das Projekt zum einen durch seine architektonische Gestaltqualität und Funk¬tionalität. Die äußere Erscheinung ist von einfachen und robusten Materialien geprägt, die an die historische Industriearchitektur des Ruhrgebiets erinnern. Die tragende Fassade des Turmbaus besteht aus Ziegelmauerwerk, die Fensterelemente, Brüstungen und die Treppenkonstruktion aus beschichtetem Stahl. Auch die sorgfältig gestalteten Details und Materialfügungen verweisen auf die regionale Baukultur", sagte der Juryvorsitzende Michael Arns, Vizepräsident der Architektenkammer NRW.

Die Jury, zu der auch LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale und der Geschäftsführer der Westfalen-Initiative Dr. Eberhard Christ, gehörten, überzeugte das Projekt zum anderen "durch seinen klugen Umgang mit der noch jungen Landschaft des neuen Emschertals". Dabei sei es bemerkenswert, wie das Projekt auch den unsichtbaren Kontext, das Hochwasser, das das Rückhaltebecken nur in seltenen Fällen in einen See verwandeln werde und dann dem Projekt für nur kurze Zeit seinen eigentlichen Sinn verleihe, einbeziehe.


INFO

Hintergrund: Auslasswerk und Betriebsgebäude des Hochwasserrückhaltebeckens an der Emscher in Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel-Ickern
Texte (Jurytext und Architekturbeschreibung) / Bilder / Film unter: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Baukulturpreis/Preistraeger-2015

Hintergrund: Westfälischer Preis für Baukultur
Der Preisträger des Westfälischen Preises für Baukultur erhält eine Architekturreise im Wert von 3000 Euro nach Soglio in Graubünden. Soglio ist ein herausragendes Beispiel für das Thema Bauen im historischen und gewachsenen Kontext. 

Mehr Informationen zum Westfälischen Preis für Baukultur unter:
http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Baukulturpreis/




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