[WestG] [AKT] Zeitschrift Forum Geschichtskultur Ruhr 2/2015
Pattberg, Julia
Julia.Pattberg at lwl.org
Fr Okt 30 09:36:26 CET 2015
Von: "Geschichtskultur Ruhr" <geschichtskultur-bounces at hclist.de>
Datum: 29.10.2015, 07:25
Übernahme aus der Liste "Geschichtskultur Ruhr"
AKTUELL
Zeitschrift FORUM GESCHICHTSKULTUR RUHR, , hrsg. v. Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher, Regionalverband Ruhr / Route Industriekultur, Ruhr Museum und Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, ISSN: 1436-7661, Heft 2/15
INDUSTRIELLE KULTURLANDSCHAFTEN
Wo, wenn nicht im Ruhrgebiet, kann man von "industrieller Kulturlandschaft" sprechen? Als Wirtschaftsregion mit besonderen Standortfaktoren konstituierte sich mit der Industrialisierung seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Raum, der durch die Aneignungsprozesse der hier lebenden Menschen zu einer industriell geprägten Kulturlandschaft wurde. Bezog sich Industriekultur in ihren Anfängen noch auf das besondere Artefakt als historisch bestimmbares Einzelobjekt, das besonders aufgrund seiner ästhetischen Gestalt herausgehoben wurde, so geraten heute die dynamischen Prozesse industriell geprägter Kulturlandschaften in den Blick, bei denen der Zusammenhang von sozio-ökonomischen Entwicklungen und kulturellen Formungen heraus gestellt wird.
Steht der 1992 bei der UNESCO eingeführte Begriff "cultural landscape" bei Marius Röhr in seiner Relevanz für Neubestimmungen der Welterbekonvention im Hinblick auf die "industrielle
Kulturlandschaft" im Zentrum des Interesses, konzentriert sich Rolf Höhmann auf die analytische Kraft des Begriffs unter Zugrundelegung einer systematischen Kategorienbildung zur Beschreibung der 45 Welterbestätten mit Objekten der Technik und Industrie. Die "Antragstauglichkeit" der industriellen Kulturlandschaft lotet der Beitrag von Ursula Mehrfeld und Marita Pfeiffer aus, in dem die Erfassung des Ruhrgebiets als industrielle Kulturlandschaft kulturpolitisch zurück verfolgt und die gegenwärtigen Diskussionen zum projektierten Welterbeantrag "Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet" zusammengefasst wird. International kontextualisiert werden "Erinnerungen" an Industriekultur mit einem am Haus der Geschichte des
Ruhrgebiets durchgeführten Projekt (Stefan Berger, Jana Golombek, Christian Wicke), das im globalen Maßstab nach dem Bedeutungszusammenhang von industrieller Entwicklung und kultureller Gestaltung fragt und die damit verbundenen Hervorbringungen je eigener regionaler Identitäten erforscht. Überlegungen zur Forschungsstrategie und erste daraus erwachsende Thesen zum Ruhrgebiet eröffnen Einblicke in die Forschungswerkstatt. Sehenswert ist Industriekultur allemal, was der Beitrag des Fotografen Peter Liedtke mit seinen Hinweisen zur von Fotografen geprägten Wahrnehmungsästhetik auch durch seine großartige Bebilderung verdeutlicht.
Nahezu exemplarisch eröffnet der Aufsatz von Renate Kastorff-Viehmann zu "Landschaft und Identität im Ruhrgebiet der 1920er Jahre" Blicke auf die Formung der "industriellen Kulturlandschaft" über die Modellierung des "Ruhrmenschen". Kongenial zum vorliegenden Heft lohnt der Besuch der Ausstellung "Arbeit & Alltag. Industriekultur im Ruhr Museum", die noch bis zum 3. April 2016 zu sehen sein wird. Zum Heft trugen Ideen von Marita Pfeiffer und Marius Röhr und der reiche Bildfundus von Peter Liedtke bei, wofür wir uns herzlich bedanken.
Editorial: Franz Josef Jelich
Redaktion: Franz-Josef Jelich (verantw.) und Susanne Abeck unter Mitarbeit von Walter E. Gantenberg
Den Inhalt des Heftes können Sie auf der Website des Forums Geschichtskultur unter www.geschichtskultur-ruhr.de einsehen.
Das Heft ist für 7,50 EUR beim Klartext Verlag zu beziehen.
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte