[WestG] [KONF] Workshop: "(Nach-)Kriegsgesellschaften 1938-1948. Zeitzeugenschaft und muendliche Erinnerung", Muenster, 23.06.2015

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Mär 18 12:33:21 CET 2015


Von: "Korbinian Böck" <korbinian.boeck at lwl.org>
Datum: 18.03.2015, 11:18


KONFERENZ

WORKSHOP "(Nach-)Kriegsgesellschaften 1938-1948. Zeitzeugenschaft und mündliche Erinnerung" des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte (Münster)

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Diskussionen um das ,Verschwinden des Zeitzeugen', der ,Musealisierung' von Zeitzeugenerinnerungen wie auch generell der Debatten um den Stellenwert von Zeitzeugenberichten in den medialen Formaten der Public-History, möchte sich dieser Workshop des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte mit der Frage beschäftigen, unter welchen Voraussetzungen es Sinn macht, Zeitzeugenberichte und Interviews einer Sekundäranalyse zu unterziehen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes "(Nach-)Kriegsgesellschaften (1938-1948)" des LWL-Instituts , das sich auf der Basis von Ego-Dokumenten und in der Mikroperspektive verschiedener westfälischer Städte und Gemeinden mit den Lebensverhältnissen und den Wahrnehmungen des NS-Regimes, von Kriegs- und Nachkriegszeit beschäftigt, wurden zahlreiche Interviews auf Tonträgern in kommunalen und Kreisarchiven in Westfalen erhoben. Häufig wurden diese Interviews während der 1980er bis 2000er Jahre im Rahmen von Jahres- und Gedenkveranstaltungen, von einzelnen (ABM-finanzierten) Projekten oder im Kontext des Schülerwettbewerbs um den Preis des Bundespräsidenten durchgeführt. Teilweise liegen diese Tonträger zusammen mit Transkriptionen vor; teilweise konnten die Archive aber nur noch Teilauswertungen archivieren.

Wie gehen Archive mit der Zweitauswertung von Zeitzeugeninterviews um? Welche Chancen und Probleme der Sekundäranalyse von Zeitzeugeninterviews ergeben sich in der historischen Forschung? 

Diesen Fragen widmet sich das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte mit dem Workshop "(Nach-)Kriegsgesellschaften 1938-1948. Zeitzeugenschaft und mündliche Erinnerung" am 23. Juni 2015 in Münster. Aus der Perspektive der Geschichts- und der Sozialwissenschaften, der Archive sowie der Museen sollen die Möglichkeiten und Probleme der qualitativen Sekundäranalyse untersucht werden.


PROGRAMM

Ort: Liudgerhaus (Überwasserkirchplatz 3, 48143 Münster) 

Zeit: Dienstag, 23.Juni 2015 


Tagungsablauf:

10.00h	Dr. Matthias Frese/Dr. Julia Paulus (LWL-Institut f. Regionalgeschichte, Münster) 	
		Begrüßung und Einführung 

		Zeitzeugen in Interviews - Oral-History-Forschung. Wie gehen Archive mit der Zweitauswertung von Zeitzeugeninterviews um?
	 		
10.30h 	Dr. Linde Apel (Werkstatt der Erinnerung - Oral History-Archiv der Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg): 
		Mündliche Quellen: erheben, archivieren, zweitauswerten


11.30h	Philipp Koch (Mindener Museum): 
		Biografische Zeitzeugeninterviews - authentisches Erfahrungskapital oder wertloses Geschichtskonstrukt?
		Chancen und Risiken historischer Forschung im Tonarchiv des Mindener Museums


12.30h	Mittagessen


		Die Weiterverwendung von Interviews in Museums-, Geschichts- und sozialwissenschaftlichen Projekten  


13.30h 	Dr. Dagmar Kift / Dr. Olaf Schmidt-Rutsch (LWL-Industriemuseum, Dortmund): 
		Tonband - Vitrine - Digitalisat. Das Erinnerungsarchiv des LWL-Industriemuseums


14.30h	Dr. Brigitte Halbmayr (Institut für Konfliktforschung (IKF), Wien):
		Chancen und Probleme der Sekundäranalyse von Zeitzeugeninterviews in der historischen Forschung


15.30h	Kaffeepause


16.00h	Dr. Sabine Beckmann (Forschungsprojekt "IDconstruct-Identitätskonstruktion im Lebenslauf-eine sekundäranalytische Modellstudie zu Gender,
		Arbeit und Familie", Universität Bremen):
		Möglichkeiten und Grenzen einer Sekundäranalyse qualitativer historischer Daten - am Beispiel einer genealogischen "qualitativen Sekundäranalyse" (QSA)


17.00h	Dr. Thomas Schürmann (Volkskundliche Kommission für Westfalen, Münster) Neugelesen.
		Interview-Transkripte bei der Volkskundlichen Kommission für Westfalen und ihre Aussagekraft zu NS- und Nachkriegszeit.


Ende gegen ca. 18.00h


Anmeldungen bis 5. Juni an Dr. Matthias Frese (matthias.frese at lwl.org) und Dr. Julia Paulus (julia.paulus at lwl.org)


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