[WestG] [AKT] Vortragsreihe: Die Zeit vergeht, die Uhren bleiben..., Freudenberg, ab 25.03.2015

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mo Mär 16 08:45:46 CET 2015


Von: "Christian Berner" <kontakt at berner-medien.de>
Datum: 12.03.2015, 10:49 
 
 
AKTUELL
 
DIE ZEIT VERGEHT, DIE UHREN BLEIBEN...

Unter diesem Titel startet am 25. März unsere neue Vortragsreihe im 4FACHWERK MITTENDRIN MUSEUM mit dem Uhrenhistoriker Ian D. Fowler.

Im ersten Vortrag stellt Ian D. Fowler die Ausbreitung von bürgerlichen Uhren in Deutschland gegen Mitte des 18. Jahrhunderts dar und, wie diese Mode ins Siegerland kam.

Weitere Vorträge finden am 27. Mai, 30. September und am 25. November jeweils um 19:30 Uhr statt.

Der Eintritt beträgt 3 Euro, ein Museumsbesuch ist zeitgleich möglich.


INFORMATION ZUR UHRENTRADITION IN FREUDENBERG:

Einst gaben nur öffentliche Turmuhren oder auch Sonnenuhren den Menschen den Hinweis, "welche Stunde es denn geschlagen hat". Einige wenige nur konnten sich das Privileg einer eigenen Hausuhr leisten. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts wuchs aber der Wunsch des Bürgertums auch im Siegerland, selbst einen Zeitmesser zu besitzen. Die frühesten Uhren aus unserer Region stammen wohl aus der um 1770 gegründeten Werkstatt des Johann Georg Spies (1747-1795) in Siegen. Bei ihm begann 1774 Johann Peter Stahlschmidt (18.7. 1751- 6.10. 1833) aus Plittershagen seine Lehre. Er darf später als Begründer der Freudenberger Uhrmacherkunst bezeichnet werden.

Eine Reihe der "Stahlschmidt-Uhren" sind im Obergeschoss des Freudenberger Mittendrin-Museums zu bewundern. Und der 4FACHWERK-Museumsverein legt großen Wert darauf, die Sammlung zu erhalten, zu erweitern und das Wissen um diese traditionsreiche Handwerkskunst und seine hiesigen Urheber für unsere Zeit aufzubereiten. Das Haus, in dem Stahlschmidt 1781 seine Werkstatt einrichtete, heute "Oranienstraße 31", liegt nur wenige Meter vom Museum entfernt.

Stahlschmidt war ein "spätberufener Lehrling", denn seine Ausbildung begann er erst mit 23 Jahren. Stahl schmieden und härten, wie Messing gießen und bearbeiten gehörte zu den grundlegenden Fertigkeiten, die zu erlernen waren. Nach seiner Gesellprüfung am 28. Juli 1777 begab sich Stahlschmidt wenige Tage später (ab dem 1. August 1777) auf die bei den Handwerkern übliche Wanderschaft ("Muthsjahre"), die ihn u.a. nach Neustadt, Hamm, und Münster führten. Am 26. Juni 1781, kehrte er nach Freudenberg zurück. Seine erste hier gefertigte Uhr war am 12. November 1781 fertiggestellt und wurde für 28 Taler an Johann Möller in Ferndorf verkauft. Vor den Freudenberger Hammerschmieden legte Johann Peter Stahlschmidt am 8. August 1785 seine Meisterprüfung ab.

Die "komplizierteste erhaltene Siegerländer Uhr", von Johann Peter Stahlschmidt 1798 gefertigt, ist heute noch im 4FACHWERK Mittendrin-Museum in Freudenberg zu bewundern. Sie zeigt durch zwei Zifferblätter die Zeit gleichzeitig in zwei Räumen an, stand in seinem Haus und galt offensichtlich als Normaluhr im Flecken, nach der also die Zeit der anderen Uhren eingestellt wurde.

Der Uhrenmeister blieb bis in sein 76. Lebensjahr seinem Handwerk treu, bildete auch die Uhrmacher Johann Heinrich Gräff (1783-1860) und Johann Friedrich Müller aus. 1827 übergab er das Geschäft an seinen Sohn Tillmann Stahlschmidt.
 
 
INFO
 
Veranstaltungsdaten:
DIE ZEIT VERGEHT, DIE UHREN BLEIBEN...
Datum: 25. März 2015
4FACHWERK MITTENDRIN MUSEUM e.V.
Mittelstraße 4-6
57258 Freudenberg
Tel.: 027347223
E-Mail: museum at 4fachwerk.de

URL: www.4fachwerk.de

 
Kontakt:
Dieter Siebel
4FACHWERK MITTENDRIN MUSEUM e.V.
Kuhlenbergstraße 10
57258 Freudenberg
 
Tel.: 027347223
E-Mail: dieter.siebel at web.de


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