[WestG] [AKT] Erinnerung an den Mathematiker und Paedagogen Karl Schwering aus Anlass des Tages der Mathematik in Muenster
Pawlitta, Pascal
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Mi Mär 11 11:40:32 CET 2015
Von: "Ursula König-Heuer" <ursula.koenig-heuer at kreis-coesfeld.de>
Datum: 09.03.2015, 12:14
AKTUELL
Am 7. März 2015 fand in Münster wieder der Tag der Mathematik statt, an dem in den letzten Jahren auch Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Coesfeld erfolgreich teilgenommen haben. Mitveranstalter ist die Universität Münster. Für das Kreisarchiv Coesfeld ist der Tag Anlass, an einen Mathematiker und Pädagogen aus dem Kreis zu erinnern, dessen wissenschaftliche Anfänge ebendort lagen:
Karl Schwering, 1846 in Osterwick geboren, studierte nach der am Gymnasium Paulinum in Münster bestandenen Reifeprüfung ab 1865 zunächst Mathematik an der damaligen Akademie in Münster, danach in Berlin. Nach einer Lehrtätigkeit am Gymnasium am Grauen Kloster in Berlin zog es den talentierten Mathematiker zurück nach Münster, wo er sich als Privatdozent habilitierte. Seiner weiteren wissenschaftlichen Karriere wurde dem überzeugten Katholiken durch den Kulturkampf ein Ende gesetzt. Nach einer Lehrtätigkeit am Gymnasium in Brilon kehrte Dr. Karl Schwering in seine nähere Heimat zurück und lehrte von 1878-1892 als Lehrer am heutigen Gymnasium Nepomucenum in Coesfeld.
Die pädagogische Tätigkeit tat seinem mathematischen schöpferischen Schaffen keinen Abbruch, Schwering veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen in Fachzeitschriften, u.a. zur Geometrie. Bekannt wurde er für die "Schweringschen Linienkoordinaten". Anfang der 1890er-Jahre wurde er vom preußischen Kultusminister zur Mitarbeit an Lehrplänen nach Berlin gerufen. Das Scheitern des Volksschulgesetzentwurfes von Robert von Zedlitz-Trützschler, der der Kirche großen Einfluss einräumen wollte, bedeutete Schwerings dortiges frühes Ende. In der Folge wurde er Direktor des Gymnasiums in Düren, 1897 in Trier und schließlich 1901 am Apostelgymnasium in Köln. Seine wissenschaftlichen Forschungen ruhten nicht, er schrieb u.a. ein Handbuch für Lehrer der Mathematik. Schwering vertrat die Ansicht, dass kein Schüler eine besondere Gabe haben müsse, um die Grundsätze der Mathematik zu verstehen. Sie müsse nur nach der richtigen Methode gelehrt werden! Sein Buch "Ist Mathematik Hexerei" beschäftigte sich auf lockere Weise mit dem Thema.
Dr. Karl Schwering ging 1921 in den Ruhestand und starb im November 1925 in Köln, wo im Stadtteil Lindenthal eine Straße bzw. ein Platz nach ihm benannt ist, der Karl-Schwering-Platz. Einer seiner Söhne, Dr. Ernst Schwering, war später Oberbürgermeister von Köln.
INFO
Kontakt:
Ursula König-Heuer
Kreisarchiv Coesfeld
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48653 Coesfeld
Tel.: 02541 18 9140
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