[WestG] [DID] Auf den Spuren der deportierten juedischen Nachbarn

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Do Jun 18 12:43:36 CEST 2015


Von: "Maike Haking" <Maike.Haking at rheine.de>
Datum: 17.06.2015, 14:05


DIDAKTIK

Auf den Spuren der deportierten jüdischen Nachbarn

Vielen Menschen ist die schreckliche NS-Zeit nur noch vage in Erinnerung. Es besteht die Gefahr, dass die deportierten Juden und die Geschichte jedes Einzelnen in den Hintergrund treten. Die junge Generation erfährt vieles nur über Fachbücher oder den Unterricht in der Schule, weil Zeitzeugen aufgrund des hohen Alters sterben. Dabei geht mehr und mehr das Erinnern an diese Zeit verloren und hier knüpfen der Stadtjugendring Rheine e.V. und das Jugendamt der Stadt Rheine an.

Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 27 Jahren sind auf den Spuren der nach Riga deportierten jüdischen Menschen aus dem Münsterland. Nachdem alle Teilnehmer/innen über jüdische Familien aus Rheine recherchierten, stand Ende Mai auch ein Besuch in der historisch bedeutenden Villa ten Hompel in Münster an. Mit dem stellvertretenden Leiter des Geschichtsortes, Stefan Querl, bekamen die Jugendlichen erste Eindrücke über die aus dem Münsterland nach Riga deportierten Familien. Nach Ausschnitten eines Originalfilms der damaligen Hinrichtungen folgte eine Führung durch die Villa. Über die einzelnen Themen, wie das Leben eines Juden in der NS-Zeit, die Deportationswege und das strategische Verfahren in den Ghettos konnten die Jugendlichen viel Wissen mitnehmen, um vorbereitet in eine für sie noch relativ unbekannte Stadt zu reisen.

Vom 21. bis 27. Juli 2015 geht es für alle 17 Teilnehmer/innen nach Riga. In dieser Zeit lernen sie die Stadt mit ihrer Kultur kennen und erkunden historische Orte, wie das ehemalige Konzentrationslager Salaspils, verschiedene Gedenkstätten, das Ghetto in Riga, die Synagoge Peitav Shul und den Deportationsbahnhof Skirotava. Ein großes Highlight der Bildungsfahrt wird der Austausch mit dem Historiker und Zeitzeugen Margers Vestermanis sein, der den Jugendlichen aus eigener Erfahrung, aber auch aus historischen Kenntnissen, berichten kann. So kann sich die Zukunft von morgen noch einmal in die Vergangenheit begeben und sich in historische Ereignisse wie diese zurückversetzen. Begleitet wird die Gruppe vom stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Rheine, Herrn Udo Bonk, der auch die Gedenksteinniederlegung vornehmen wird. Rheine ist seit dem 28. Januar 2015 Mitglied im Riga-Komitee. Die offizielle Gedenksteinniederlegung erfolgt am 25. Juli 2015 in Riga.


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