[WestG] [AKT] Eugenik und Euthanasie im Nationalsozialismus, Stadthagen

Weidner, Marcus Marcus.Weidner at lwl.org
Mo Jul 6 10:49:39 CEST 2015


Von: "Andreas Kraus" <kraus-stadthagen at t-online.de>
Datum: 23.06.2015, 19:19


AKTUELL

Förderverein ehem. Synagoge Stadthagen e.V.
(in Kooperation mit der Landeskirche Schaumburg-Lippe, dem Wilhelm-Busch Gymnasium Stadthagen, dem Ratsgymnasium Stadthagen und dem Gymnasium Ernestinum Rinteln)

"Eugenik und Euthanasie im Nationalsozialismus -
Verbrechen, Erinnerung, Gegenwart"

Schirmherr: Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke 

Zu den weitgehend vergessenen Opfern des NS-Regimes gehören die Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, die psychisch Kranken, die Depressiven und Dementen und diejenigen, die nicht dem Normalbild entsprachen. 

Mit Zwangsterilisationen, mit dem Verbot von Eheschließungen, mit Ermordung kurz nach der Geburt, mit Verschickungen in Kindermordabteilungen der Heil- und Pflegeanstalten und mit spezialisierten Tötungsanstalten im damaligen Deutschen Reich realisierte die nationalsozialistische Gesellschaft ihren eugenischen Wahn eines angeblich gesunden und nützlichen "arischen Volkskörpers". Dazu wurde ein flächendeckendes System der Überwachung, der Sichtung, Sterilisation und Vernichtung eingerichtet, das vor allem Ärzte und Juristen, aber auch Hebammen, Gemeindeschwestern, Krankenschwestern und -pfleger in den Dienst seiner Politik stellte.

Wir wissen heute, dass ein direkter Weg von der "Euthanasie" zur "Endlösung" führte. Während die jüdischen Opfer vornehmlich in den Vernichtungslagern und Ghettos, aber auch durch Erschießungskommandos im Osten ermordet wurden, geschah die Politik der NS-Eugenik weitgehend vor Ort - der Genozid von nebenan. 

Der Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen e.V. möchte mit der Veranstaltungsreihe Eugenik und Euthanasie im Nationalsozialismus das Leiden dieser Menschen in Erinnerung rufen und gleichzeitig Fragen nach der Verantwortung der Gesellschaft für ihre beeinträchtigten Mitglieder heute thematisieren. Vor dem Hintergrund unserer Vergangenheit ist hier eine besondere Hypothek vorhanden, der wir uns stellen sollten.

Ausstellung wie Vorträge richten sich an die interessierte Öffentlichkeit


Programm

Montag, 7.9. bis Freitag, 18.9 2015: Ausstellung: "Euthanasie in Hadamar. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in hessischen Anstalten" (Landeswohlfahrtsverband Hessen) in Stadthagen/Wilhelm Busch-Gymnasium 
Ausstellungseröffnung am 7.9. um 19.00 Uhr
Prof. Dr. Franz-Werner Kersting, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte Münster und Universität Münster:  "Die NS-Psychiatrie-Verbrechen und ihre Relevanz für die Gegenwart" 

Schülerinnen und Schüler mit einer Lesung; Musik: Uli Meyer und Dietmar Post
Ort: Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen

Öffnungszeiten: tagsüber (außer Wochenende) 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr 


9.9.2015: Arbeitsgruppe "Zwangssterilisationen und NS-Eugenik" beim Förderverein ehem. Synagoge (Leitender Oberstaatsanwalt a.D. Bodo Becker; Dr. Hedwig Pietsch, ehem. Leiterin des Gesundheitsamtes Stadthagen; Andreas Kraus, Förderverein): "Konturen und Beispiele der eugenischen Verbrechen im Schaumburger Land 1933 - 1945"
Ort: Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen
Zeit: 19.00 Uhr

15.9. 2015: Otto Herz, ehem. Mitglied im Bundesvorstand der GEW, Autor für die "Lebenshilfe": "Für eine inklusive Gesellschaft und Schule" 

Ort: Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen
Zeit: 19.00 Uhr


17.9. 2015: Prof Dr. Katrin Braun, Universität Wien und Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft, Berlin: "Aufarbeitung der Vergangenheit und Lehren für aktuelle medizinethische Debatten"

Ort: Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen
Zeit: 19.00 Uhr


Montag, 21.9. bis Freitag, 2.10.2015: Ausstellung: "Euthanasie in Hadamar. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in hessischen Anstalten"  
(Landeswohlfahrtsverband Hessen) in Rinteln/Gymnasium Ernestinum 

Ausstellungseröffnung am 21.9. um 19.00 Uhr
Prof. Dr. Franz-Werner Kersting, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte Münster und Universität Münster:  "Die NS-Psychiatrie-Verbrechen und ihre Relevanz für die Gegenwart" 

Schülerinnen und Schüler des Ernestinum Rinteln mit einer Lesung

Ort: Gymnasium Ernestinum Rinteln

Öffnungszeiten: tagsüber (außer Wochenende) 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr


23.9.2015: Arbeitsgruppe "Zwangssterilisationen und NS-Eugenik" beim Förderverein ehem. Synagoge (Oberstaatsanwalt a.D. Bodo Becker; Dr. Hedwig Pietsch, ehem. Leiterin des Gesundheitsamtes Stadthagen; Andreas Kraus, Förderverein): "Konturen und Beispiele der eugenischen Verbrechen im Schaumburger Land 1933-1945"

Ort: Gymnasium Ernestinum, Rinteln	
Zeit: 19.00 Uhr


INFO

Verantwortlich: Andreas Kraus, Förderverein ehem. Synagoge Stadthagen e.V.
Weitere Informationen: www.stadthagen-synagoge.de


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte