[WestG] [AUS] Lucian Freud malt Esther - LWL-Museum zeigt in der Ausstellung "Das nackte Leben" britische Malerei
Pawlitta, Pascal
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Do Okt 16 11:15:20 CEST 2014
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 14.10.2014, 14:55
AUSSTELLUNG
Lucian Freud malt Esther - LWL-Museum zeigt in der Ausstellung "Das nackte Leben" britische Malerei
Große Namen der britischen Kunst ziehen kurz nach der Neueröffnung in das LWL-Museum für Kunst und Kultur ein: 120 Werke von Francis Bacon, Lucian Freud, David Hockney und 13 anderen Künstlern sind ab dem 8. November 2014 in der Ausstellung "Das nackte Leben" zu sehen. Mit der Ausstellung weiht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Sonderausstellungsräume in seinem neu eröffneten Museum ein. In einer Serie stellt das LWL-Museum die wichtigsten Kunstwerke vor.
Zu den bekanntesten britischen Malern gehört Lucian Freud, der intensive Porträts schuf. Kurz bevor 1980 dieses Porträt entstand, war Freuds damals 16-jährige Tochter Esther nach London gezogen. "Wenn ich ihn im Atelier besuchte, sah ich überall Akte. Als er mich fragte, ob ich ihm Modell sitzen wolle, sagte ich ja. Ohne lange zu überlegen oder zu diskutieren zog ich mich aus und setzte mich hin", so Esther selbst. Inzwischen ist Esther eine angesehene Schriftstellerin und lebt in London und Suffolk.
Als ein Interviewer wissen wollte, ob eine solche Situation nicht peinlich sei, erwiderte Freud: "Habe ich jemanden nackt vor mir, geht das mit Rücksichtnahme einher: im Falle meiner Töchter die Rücksichtnahme des Vaters und die des Malers. Meine Töchter verhalten sich so, dass ich kein Problem damit habe, sie zu malen."
Freud besaß in seiner Wohnung mehrere Skulpturen von Auguste Rodin. Er hatte ein ausgeprägtes Gefühl für das Zusammenwirken von Formen, und verfügte über die bemerkenswerte Fähigkeit, Körper plastisch wiederzugeben. Dies lässt sich am Bild etwa an den gemalten Gliedmaßen ablesen, die er als solide, lebendige Formen erlebte. Die angedeutete Sinnlichkeit und ungewöhnliche Pose heben dieses Bild von üblichen Akten ab.
Freud, der sein Werk als "autobiografisch" verstand, malte fast ausschließlich Familienmitglieder, Freunde und ihm nahestehende Künstler, wie Francis Bacon, Frank Auerbach und Michael Andrews. Freud arbeitete ausschließlich vor dem Modell oder direkt vor dem Motiv. Ab Mitte der 1950er-Jahre veränderte sich Freuds Malweise. Seine Formate wurden größer und sein Farbauftrag lockerer und plastischer. Als Grund dafür nannte er Bacons Einfluss. Die beiden kannten sich seit 1945 und waren lange Jahre befreundet. Bacon sprach zu dieser Zeit davon, "sehr viele Dinge in einen einzelnen Pinselstrich zu legen". In den frühen 1980er-Jahren begann er, an großformatigen Werken zu arbeiten - hauptsächlich Akte, die er in seinem Atelier porträtierte.
INFO
Das nackte Leben. Bacon, Freud, Hockney und andere. Malerei in London 1950-80
8. November 2014 bis 22. Februar 2015
LWL-Museum für Kunst und Kultur
Domplatz 10
48143 Münster
Telefon +49(0)251 5907-01
Fax +49(0)251 5907-210
URL: http://www.lwl-museum-kunst-kultur.de
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