[WestG] [AKT] 100 Jahre Kriegerehrenmal in Obermarsberg

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Do Okt 24 08:52:50 CEST 2013


Von: "Andreas Karl Böttcher " <info at marsberger-geschichten.de>
Datum: 23.10.2013, 14:56


AKTUELL
 
100 Jahre Kriegerehrenmal in Obermarsberg

Als vor 100 Jahren noch der preußische Kaiser Wilhelm II. in Deutschland regierte, beschloss der damalige Kriegerverein aus Obermarsberg seinen gefallenen Kameraden ein Denkmal auf dem Marktplatz zwischen der Westseite der Nikolaikirche und dem damaligen Bauernhaus Buse (Schwesternhaus) zu bauen. Die Bildhauer-Gebrüder Larenz aus Niedermarsberg waren hierfür prädestiniert und in dieser Zeit das Non-Plus-Ultra, wenn es um den Bau von Kriegerdenkmälern in der Region ging. So standen und stehen teils bis heute Ehrenmäler aus der Werkstatt von Franz und Bernard Larenz in Meerhof, Oesdorf, Westheim, Hesperinghausen, Rösenbeck oder Beringhausen. An vielen weiteren Kriegerehrenmälern, wie z. B. Rhoden, Erlinghausen, Giershagen, Padberg, Bontkirchen, Messinghausen oder das damalige Heldendenkmal auf dem Niedermarsberger Friedhof (Kreuz) haben sie ebenfalls mitgewirkt. Die Bildhauer Larenz fertigten aber auch in Körbecke, Auenhausen, Helbra, Tietelsen, Kirchrarbach, Oberhenneborn oder in der Kirche in Calle wahre Meisterwerke zu Ehren der Gefallenen der Kriege.

In Obermarsberg ist aus den an das Museum "Haus Böttcher - Marsbergs Haus der Geschichte" übergebenen Unterlagen durch die Eheleute Elisabeth und Franz-Josef Larenz aus Niedermarsberg, die u. a. die Auftragsbücher der Bildhauer beinhalten, ersichtlich, dass das Kriegerehrenmal von der damaligen Stadt Obermarsberg und dem Kriegerverein in Auftrag gegeben wurde. Die Baukosten betrugen 4.000 Mark. Auf dem Ehrenmal befand sich eine 2 Meter große, kniende Germania in Form einer Siegesgöttin mit Siegerkranz, alle in Bronze gegossen. Die Siegesgöttin hielt den Kranz über einen vor dem Denkmal stehenden, preußischen Soldaten mit wehender, nationaler Fahne. Der Soldat, ebenfalls aus Bronze, war 1,90 Meter hoch. Auf den ersten Bauplänen für das Obermarsberger Kriegerdenkmal, die allesamt nun Eigentum des Geschichts- und Heimatvereins "Marsberger Geschichten - Schlüssel zur Vergangenheit e. V." sind, war an Stelle der Germania eine Bronzebüste von Kaiser Wilhelm I., ähnlich wie in Hesperinghausen, angedacht. Dieser Plan wurde aber nicht realisiert.

Das erbaute Ehrenmal wies damals u. a. die in Bronze-Lettern gesetzten Sprüche: "Obermarsberg seinen gefallenen Söhnen" sowie die Gefallenen des Deutsch-Österreichischen Krieges in 1866 (Christian Wiegelmann) und des Deutsch-Französischen Krieges in 1870/71 (Eduard Branscheidt, Franz Gerlach, Ferdinand Pielsticker und Heinrich Zieren) auf. Links und rechts des Denkmals befanden sich jeweils bronzene Löwenköpfe aus denen Wasser in die darunter befindlichen Becken floss. Vor genau 100 Jahren also waren die Teile des Kriegerehrenmals von den Larenz Gebrüdern in ihrer Werkstatt fertiggestellt und wurden von dem Niedermarsberger Fuhrunternehmer Carl Berbüsse per Pferdegespann nach Obermarsberg zur Aufstellung transportiert. Die Einweihung des Ehrenmals erfolgte am Sonntag, dem 26.10.1913 unter Mitwirkung zahlreicher Vereine, Stadtverordneter und Einwohner. Am 15.07.1921 wurde das Obermarsberger Kriegerehrenmal durch die Anbringung der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges erweitert.

Eine weitere Änderung fand während des II. Weltkrieges statt. Man brauchte für Geschütz metallene "Rohstoffe". Die Germania und der Soldat verschwanden. An Stelle der Germania wurde ein steinernes, deutsches Tatzenkreuz angebracht. Nach dem II. Weltkrieg erstellte man im Halbrund zwei Mauerwerke vor dem bestehenden Ehrenmal mit den Namen der Gefallenen des Krieges. Auch ergänzte man einen Namen zu den Napoleonischen Kriegen aus 1812-14. Alle Pläne zu den o. a. Kriegerehrenmälern der Umgebung können in Haus Böttcher begutachtet werden. Nähere Informationen auch unter www.Museum-Marsberg.de


INFO

Kontakt:
Andreas Karl Böttcher
Marsberger Geschichten - Schlüssel zur Vergangenheit e. V.
Eresburgstraße 28
34431 Marsberg
 
Tel.: 02992-1465
Fax: 02992-908974
E-Mail: info at marsberger-geschichten.de

URL: www.marsberger-geschichten.de


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