[WestG] [AKT] Neues Fahrzeug fuer Besucher mit Gehbehinderungen auf Zeche Nachtigall

Pascal Pawlitta Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mo Mai 27 09:15:06 CEST 2013


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 23.05.2013, 14:01
 
 
AKTUELL
 
Mit dem Rollstuhl unter Tage
LWL-Direktor stellt auf Zeche Nachtigall neues Fahrzeug für Besucher mit Gehbehinderungen vor
 
Eine Führung durch den Nachtigallstollen gehört zu den Höhepunkten eines Besuchs im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis). Weil auf dem Boden der niedrigen Gänge Schienen verlaufen, waren Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen von dem Untertage-Erlebnis bislang ausgeschlossen. Das wird sich jetzt ändern: Am Donnerstag (23.5.) wurde im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ein Stollen-Rollstuhl angeliefert. LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch bezeichnete das Fahrzeug als einen "weiteren kleinen Meilenstein" auf dem Weg der Inklusion. "Unser Ziel ist es, dass möglichst alle Menschen an unseren kulturellen Angeboten teilhaben können. Das geht nicht überall gleich gut und sofort. Inklusion ist ein Prozess, der Zeit, Geld und vor allem gute Ideen erfordert. Das Ergebnis einer solchen guten Idee können wir heute hier sehen", so der LWL-Direktor. 
 
Kirsch lobte die gute verbandsinterne Zusammenarbeit bei dem Projekt. Gebaut wurde der Stollen-Rollstuhl vom LWL-Berufsbildungswerk Soest. Dessen stellvertretender Leiter Erwin Denninghaus und LWL-Museumsleiter Michael Peters hatten die Idee am Rande einer gemeinsamen Fortbildung entwickelt. Dann ging alles sehr schnell. "Im Februar haben wir mit der Arbeit begonnen", berichtet Willi Wienecke. Der Leiter des LWL-Berufsbildungswerks brachte den grünen Prototyp am Donnerstag gemeinsam mit Simon Mummenbrauer, Ausbilder im Fachbereich Metalltechnik, sowie zwei sehbehinderten Auszubildenden, die das Fahrzeug mitentwickelt und -gebaut haben, nach Witten. 
 
Das Besondere an dem Rollstuhl sind die Spurweite und der Achsstand von je 60 Zentimetern. Damit passt er genau auf die Feldbahn-Schienen, die im Stollen verlegt sind. Am Ende kann er auf einer Drehscheibe gewendet werden. Das Fahrzeug ist teilweise verkleidet, um die Verletzungsgefahr zu reduzieren, verfügt über einen Bügel vor dem Einstieg und eine Handbremse. Einen eigenen Antrieb hat der Stollenrollstuhl nicht; er muss von eine zweiten Person geschoben werden.
 
"Für uns ist dieses Hilfsmittel ein großer Gewinn", erklärte Peters. Bisher musste das LWL-Industriemuseum gehbehinderten Besuchern und Gästen im Rollstuhl, die gerne an einer Stollenführung teilnehmen wollten, eine Absage erteilen. "Jetzt können wir Einzelpersonen das Untertage-Erlebnis ermöglichen", so Peters. Der Prototyp soll ab sofort in der Praxis erprobt werden. Wenn alles gut läuft, könnte das Fahrzeug dann "in Serie" gehen. In Soest ist man gerüstet: "Wir haben den gesamten Produktionsprozess dokumentiert, so dass wir bei Bedarf weitere Fahrzeuge bauen können", erklärt Wienecke.  
 
Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderung, die das neue Angebot nutzen möchten, bittet das LWL-Industriemuseum um Anmeldung unter Telefon: 02302 93664-0.
 
 
Hintergrund LWL-Berufsbildungswerk

Das LWL-Berufsbildungswerk Soest qualifiziert blinde und sehbehinderte junge Menschen in den Berufsfeldern Metalltechnik, Wirtschaft und Verwaltung sowie Ernährung und Hauswirtschaft. Dabei arbeitet es mit zahlreichen Firmen und Behörden in ganz NRW, teilweise auch in angrenzenden Bundesländern, zusammen. 


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