[WestG] [AKT] Glasmalerei in Bottrop als Denkmal des Monats Maerz

Pascal Pawlitta Pascal.Pawlitta at lwl.org
Do Mär 28 11:08:17 CET 2013


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 26.03.2013, 10:51
 
 
AKTUELL
 
LWL zeichnet seltene über 500 Jahre alte Glasmalerei in Bottrop aus
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat die gerade restaurierten mittelalterlichen Glasfenster der katholischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Bottrop-Feldhausen als Denkmal des Monats März ausgezeichnet. Das eine Fenster zeigt unter reichen spätgotischen Baldachinen die Gottesmutter Maria im Strahlenkranz mit Jesus als Knaben und dem Evangelisten Johannes. In dem anderen Fenster ist die Kreuzigung Christi mit Maria und Johannes dargestellt.
 
"Der Bottroper Stadtteil Feldhausen hat neben dem bekannten, von Johann Conrad Schlaun gebauten Schloss Beck mit den figürlichen Kirchenfenstern zwar unbekanntere, aber ebenso bedeutende Denkmäler zu bieten. Unter den wenigen überlieferten Beispielen mittelalterlicher Glasmalerei in Westfalen ragen sie hervor, weil sie weitgehend gut erhalten sind und eine hohe künstlerische Qualität besitzen", so LWL-Denkmalpfleger Dr. Dirk Strohmann. Die Fenster sind um 1485 vermutlich in einer Kölner Werkstatt entstanden. Stifter waren die Herren von Droste zu Beck, die auf dem nahen Adelssitz Schloss Beck lebten und ihre Grablege in der Kapelle hatten.
 
Die mittelalterlichen Gläser wurden bereits 1973 restauriert und erhielten außen eine Schutzverglasung. So sind die Glasmalereien vor mutwilligen Beschädigungen von außen und Witterungseinflüssen geschützt. Kondensfeuchte schlägt sich nun an der Schutzverglasung nieder und schädigt nicht mehr die bemalte, feuchtigkeitsanfällige Innenseite der originalen Scheiben. Bei der gerade abgeschlossenen Restaurierung wurde die Schutzverglasung nur überholt und durch den Einbau von Verbundsicherheitsglas modifiziert.
 
"Da sich die Schutzverglasung bewährt hat, waren bei der Konservierung der alten Scheiben nur wenige Arbeitsschritte notwendig", freut sich Strohmann. Die leicht verschmutzte Ober-fläche wurde trocken gereinigt. Einige offene Sprünge, die sich durch jetzt behobene Spannungen der messinggerahmten Glasfelder ergeben hatten, mussten neu verklebt werden. Bei den Köpfen von Maria und dem Jesusknaben und der rechten Hand Marias im Nordostfenster entfernte man die 1955 ohne Verklebung zur Absicherung von Sprüngen aufgebrachten Stützgläser. Denn die Denkmalpfleger hatten festgestellt, dass die Oberflächenkorrosion zwischen den Gläsern zugenommen hatte.
 
 
Hintergrund:
 
Der Chor der schlichten, nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1950/51 neu errichteten Backsteinkirche bewahrt noch Reste des ursprünglichen Kapellenbaus der Zeit um 1473. Zu dieser spätgotischen Kapelle gehören auch die heute in den beiden östlichen Chorfenstern angebrachten Farbverglasungen.
 
Den Aufenthalt der Fenster in der Werkstatt der Glasmalerei Oidtmann in Linnich (Kreis Düren) nutzte das Freiburger Forschungszentrum für mittelalterliche Glasmalerei (CVMA Deutschland) zur eingehenden Bestandsaufnahme und fotografischen Dokumentation der Scheiben.
 
 
INFO
 
LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Fürstenbergstr. 15
48147 Münster


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