[WestG] [AKT] Nominierung fuer das Europaeische Kulturerbe-Siegel
Pawlitta, Pascal
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Dez 11 09:22:24 CET 2013
Von: "Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 06.12.2013, 10:09
AKTUELL
Nominierung für das Europäische Kulturerbe-Siegel Gemeinsame Bewerbung von Münster und Osnabrück auf der nationalen Vorschlagsliste / Mit dem Rathaus Europa erklären
Gute Nachrichten aus Berlin: Münster und Osnabrück werden als "Stätten des Westfälischen Friedens" bei der Europäischen Kommission zur Auszeichnung mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel vorgeschlagen. In ihrer Sitzung am Donnerstag, 5. Dezember, hat die deutsche Kultusministerkonferenz die gemeinsame Bewerbung auf die nationale Vorschlagsliste gesetzt. Außerdem ist das Hambacher Schloss nominiert worden.
Bei Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe sorgt die Nachricht aus Berlin für große Freude. "Die Nominierung bestärkt unseren verantwortungsvollen Umgang mit dem historischen Erbe. Und sie ist Ansporn und Verpflichtung zugleich, aus Münster heraus, weiter Zeichen zu setzen für das Europa der Gegenwart und Zukunft", so Lewe.
Das Europäische Kulturerbe-Siegel würdigt Kulturstätten, die eine Schlüsselrolle in der europäischen Einigung einnehmen. Im Zentrum der münsterschen Bewerbung steht das historische Rathaus, stellvertretend für die Orte in Münster, an denen 1648 der Westfälische Friede verhandelt und verkündet wurde. Nach den Kriterien des Europäischen Kulturerbe-Siegels beschreibt die münstersche Bewerbung nicht nur das Baudenkmal Rathaus, sondern zeigt vor allem auch Aktionen und Maßnahmen auf, die die geschichtlichen Ereignisse in heutiger Zeit vermitteln. Mit dem Rathaus Europa erklären: Das ist Münsters Motto, gerade auch in der Ansprache der jungen Besucherinnern und Besucher.
Für die Bewerbung suchte sich Stadtdenkmalpflegerin Marlies Voss ausgewiesene Experten als Verbündete: Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster-Marketing und Prof. Dr. Franz-Josef Jakobi, Historiker und Beauftragter des Rates für das Thema Westfälischer Friede. Gemeinsam mit den Projektpartnern in Osnabrück erarbeiteten sie die Bewerbung "Münster und Osnabrück - Stätten des Westfälischen Friedens".
"Der Erfolg unserer Bewerbung auf nationaler Ebene bestätigt die internationale Bedeutung des 'westphalian system', das mit dem Rathaus untrennbar verbunden ist", erklärt Stadtdirektor Hartwig Schultheiß und fügt noch eine Anmerkung hinzu: "Es zeigt sich hier aber auch einmal mehr, wie wichtig das Zusammenwirken von Denkmalschutz und Stadtmarketing ist. Die gute Kooperation zeichnet Münster aus und hat im Städtevergleich ein hohes Niveau." Die Auszeichnung ist zugleich auch eine Bestätigung für die vielen langjährigen Aktivitäten aus Kultur, Wissenschaft und Tourismus zur Profilierung Münsters als Stadt des Westfälischen Friedens, von den Jubiläumsfeierlichkeiten bis hin zu jährlichen Veranstaltungen wie den "Dialogen zum Frieden" und dem Kinderfriedenstreffen.
Dass die städteübergreifende Bewerbung die Kultusministerkonferenz überzeugte, lässt alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter optimistisch in die Zukunft blicken. "Wir hoffen natürlich, dass wir nun auch die Zustimmung der europäischen Jury bekommen, und erwarten alle mit Spannung die Entscheidung der Europäischen Kommission", so Marlies Voss.
Wie geht es nach der Nominierung weiter? Die Verleihung des Siegels ist vorgesehen für Januar 2015. Zuvor wird sich im kommenden Jahr eine Fachjury der Europäischen Kommission mit den nominierten Bewerbern befassen und über die zukünftigen Träger des Siegels entscheiden. Bekommt Münster das Siegel, wird es als Plakette am Rathaus angebracht.
Das Europäische Kulturerbe-Siegel:
Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union (EU) haben am 16.11.2011 beschlossen, mit einem Europäischen Kulturerbe-Siegel das Zugehörigkeitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zur Union zu stärken und den interkulturellen Dialog anzuregen. Das Siegel zeichnet Stätten aus, welche die europäische Einigung, die gemeinsamen Werte sowie die Geschichte und Kultur der EU symbolisieren. Die Auszeichnung zielt insbesondere darauf ab, jungen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zum europäischen Kulturerbe zu erleichtern und ihr Bewusstsein für eine europäische Identität zu stärken.
Wissenswertes zur münsterschen Bewerbung:
Als Westfälischer Friede wird die Gesamtheit der zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossenen Friedensverträge bezeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland und zugleich den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande beendeten.
Das historische Rathaus mit dem Friedenssaal (erst seit dem 18. Jahrhundert so genannt, vorher Ratskammer) war während der Friedensverhandlungen und Vertragsabschlüsse Schauplatz gesellschaftlicher und repräsentativer Veranstaltungen.
Zeugen der Geschichte: An den Wänden im Friedenssaal befinden sich 37 Porträts von Beteiligten der Friedensverhandlungen: drei Herrscher, zwei Friedensvermittler und 31 Gesandte.
Mit dem Begriff "westphalian system" bezeichnet die Politikwissenschaft international die mit dem Westfälischen Frieden geschaffene völkerrechtliche Basis der zwischenstaatlichen Beziehungen seit 1648 bis heute. Das "westphalian system" hatte und hat insofern grundlegende Bedeutung im Zusammenhang des europäischen Einigungsprozesses.
Lebendiger Ort der Begegnung: Das Rathaus verzeichnete im Jahr 2012 rund 120 000 Besucher.
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