[WestG] [AKT] Verleihung des Jugendgeschichtspreises 2013 des Juedischen Museums Westfalen in Dorsten

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Dez 4 10:47:31 CET 2013


Von: "Geschichtskultur Ruhr" <geschichtskultur-bounces at hclist.de>
Datum: 01.12.2013, 19:40
Übernahme aus der Liste "Geschichtskultur Ruhr"


AKTUELL

Junge Nachwuchsforscher werden geehrt - Verleihung des Jugendgeschichtspreises 2013 des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten

Der Jugendgeschichtspreis des Dorstener Jüdischen Museums fand in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Eingereicht werden konnten erneut Facharbeiten zur jüdischen Geschichte, Religion und Gegenwart sowie zur NS-Geschichte von Schülerinnen und Schüler der Oberstufen aus NRW. 

Am 4. Dezember werden nun die diesjährigen Preisträger ausgezeichnet. Von den eingereichten Arbeiten wählte die Jury vier Facharbeiten aus und vergab einen ersten, zwei zweite und einen dritten Preis. Der dritte Preis geht an drei Schülerinnen des Städtischen Ruhr-Gymnasiums in Witten. In ihrer Arbeit "Juden und die damalige Synagoge in Witten" haben sie das Thema Nachbarschaft aufgegriffen und anhand von Interviews mit einigen Zeitzeugen und Archivrecherchen bearbeitet. Vor allem interessierte sie mögliche Kontakte ihrer eigenen Schule mit der bis 1938 neben der Schule stehenden Synagoge bzw. der jüdischen Gemeinde. Dabei erhielten sie wichtige Hilfestellung durch die Stadtarchivarin Dr. Martina Kliner-Fruck.

Der zweite Preis wurde in diesem Jahr zweimal vergeben. Das Schicksal jüdischer Soldaten zwischen Heimatliebe und antisemitisch geprägter Ausgrenzung während des Ersten Weltkriegs hat ein Schüler des Gymnasiums St. Ursula aus Dorsten behandelt. Die zweite Arbeit eines Schülers vom Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium untersucht die Wiedergutmachungsverfahren für NS-Verbrechen am Beispiel jüdischer Familien aus Dülmen.

Der erste Preis geht in diesem Jahr an eine Schülerin des Anne-Frank-Gymnasiums in Werne. Ausgehend von der auch persönlichen Feststellung, dass die Verlegung von Stolpersteinen in Werne von Personen aus ihrem privaten und schulischen Umfeld wie auch von ihr selbst nicht wahrgenommen worden war, stellte sie die Frage nach der Wirksamkeit dieser Form des Gedenkens. Hierzu initiierte sie u.a. eine eigene Umfrage in der Werner Innenstadt.

Wie in den vergangenen Jahren vergibt die Jury auch 2013 wieder einen Gruppen-Sonderpreis. Aktuell teilen sich je eine Schülergruppe der Gesamtschulen aus Nettetal und Schermbeck diesen Preis. Die Schermbecker Schüler haben in Verbindung mit einer schuleigenen Inszenierung der Oper Brundibar eine Ausstellung "Kinder und Jugendliche als Opfer des Holocaust" konzipiert und realisiert. Eine Studienreise nach Auschwitz bildete für die Schülergruppe der Gesamtschule Nettetal den Ausgangpunkt für weitere Reflexionen nach ihrer Rückkehr. Die Ergebnisse präsentieren sie in einer Ausstellung, einer PowerPoint-Präsentation und einem Kurzfilm.

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am Mittwoch, dem 4. Dezember, ab 18:00 Uhr im Jüdischen Museum Westfalen geehrt. Neben einer Urkunde erhalten alle einen Büchergutschein sowie einige Bücher überreicht. Interessierte sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.


Die Namen der Preisträger und ihre Themen:

1.Preis:
Katharina Escher, Anne-Frank-Gymnasium Werne - Das Projekt Stolpersteine in Werne -gescheitert? Eine Untersuchung von Intention und Wirkung.

2.Preis:
Lucas Classen, Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Dülmen - Wiedergutmachung für NS-Verbrechen am Beispiel jüdischer Familien aus Dülmen

Lennart Reich, Gymnasium St. Ursula Dorsten - Jüdische Soldaten des Ersten Weltkriegs zwischen Heimatliebe und Ausgrenzung vor dem Hintergrund des wachsenden Antisemitismus, beginnend ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis zur "Reichskristallnacht"

3. Preis: 
Elif Akgündüz, Hicran Demirel, Ronja Schmitz, Städtisches Ruhr-Gymnasium Witten - Juden und die damalige Synagoge in Witten


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte