[WestG] [AKT] Vortrag ueber die polnische Zuwanderung ins Revier, Bochum, 25.10.2012
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Okt 23 11:11:46 CEST 2012
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 23.10.2012, 08:52
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
AKTUELL
Von Ruhrpolen zu Kosmopolen
Vortrag über die polnische Zuwanderung ins Revier
Donnerstag, 25. Oktober 2012, 19.00 Uhr
Die Zuwanderung aus Polen spielt für das Ruhrgebiet eine ganz
besondere Rolle. Welche, erläutert der Historiker und
Migrationsexperte Dietmar Osses am Donnerstag, 25. Oktober, im
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover. Ab 19 Uhr lädt der
Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) Interessierte ein,
mehr über die Geschichte und Gegenwart der polnischen
Zuwanderung ins Revier zu erfahren.
Die Wurzeln der deutsch-polnischen Geschichte führen bis in die
zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, der Hochphase der
Industrialisierung. Zahlreiche polnische Bergarbeiter wanderten
auf der Suche nach Arbeit ins Ruhrgebiet. "Gut eine halbe
Million so genannter "Ruhrpolen" machten die Stadt Bochum zur
Jahrhundertwende zum Zentrum des polnischen Lebens im Revier",
so Dietmar Osses, Leiter des LWL-Industriemuseums Zeche
Hannover.
In der Phase der politischen Blockbildung und des Kalten Kriegs
wurden die Verbindungen zwischen Ost und West fast völlig
abgeschnitten. Erst mit dem Umbruch in Osteuropa Mitte der
1980er Jahre öffneten sich die Grenzen wieder. Nach Verhängung
des Kriegsrechts in Polen und der Internierung führender
Gewerkschafter und Sympathisanten wurden Tausende zur Ausreise
gedrängt, andere flüchteten vor Verhaftung und Verfolgung ins
westliche Ausland. Nach der Lockerung der Reisebestimmungen
nutzten Hunderttausende die Möglichkeit, mit einem Reisevisum
nach Deutschland zu gelangen. Insgesamt kamen in den 1980er und
90er Jahren rund zwei Millionen Menschen aus Polen nach
Deutschland.
Bis heute hat sich ein neues polnisches Kulturschaffen im
Ruhrgebiet entwickelt. Die Künstlerinitiative Kosmopolen ist
ein Beispiel hierfür. In jährlichen Festivals zeigen die
Mitglieder die Ergebnisse deutscher und polnischer Einflüsse in
Kunst und Kultur.
Der Vortrag ist eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung "Nach
Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet", die noch
bisSonntag (28.10.) im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
gezeigt wird. Die Schau widmet sich der Geschichte und
Gegenwart der Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion, Polen
und dem ehemaligen Jugoslawien.
INFO
Veranstaltungsort:
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum
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