[WestG] [AKT] LWL: Entwicklung von Burg Huelshoff in vier Schritten
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Okt 2 11:49:36 CEST 2012
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 28.09.2012, 13:01
AKTUELL
LWL: Entwicklung von Burg Hülshoff in vier Schritten
Die Annette von Droste-Hülshoff-Stiftung ist am Freitag (28.9.)
durch das Innenministerium anerkannt worden. Der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hatte gemeinsam mit
Partnern die Stiftung gegründet, um das Geburtshaus der
berühmten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) der
Allgemeinheit zu erhalten. LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch zur
Zukunft der Stiftung und der Wasserburg bei Havixbeck (Kreis
Coesfeld).
Herr Dr. Kirsch, was soll aus der Burg Hülshoff werden?
Wir wollen dieses hochrangige kulturelle Erbe nicht nur
erhalten, sondern weiter entwickeln. Das jetzige Familienmuseum
auf Burg Hülshoff werden wir überarbeiten und die Präsentation
modernisieren sowie die Bedeutung der berühmtesten
Dichter-Persönlichkeit aus Westfalen stärker herausarbeiten.
Und wie soll es weitergehen?
Das ist nur ein erster von insgesamt vier Schritten. Zweitens
wird die Droste-Forschungsstelle mit ihrer Spezialbibliothek
und dem Handschriftenarchiv aus Münster nach Burg Hülshoff
umziehen. Wir wollen ein Droste-Hülshoff-Institut mit
bundesweiter Ausstrahlung aufbauen. Kontakte zu Marbach und
anderen bedeutenden Literaturorten wurden bereits geknüpft. Das
Institut soll aber auch eng mit den Institutionen in der Region
zusammenarbeiten, zum Beispiel mit dem Museum für westfälische
Literatur in Oelde und dem Künstlerdorf Schöppingen, auch in
das Projekt Literaturland Westfalen wollen wir es einbinden.
Drittens planen wir schon für ein Literaturzentrum NRW, einem
Ort der Begegnung mit Schwerpunkt Literatur. Dazu müssen wir
Literatur ganz anders präsentieren, so wie es das Museum in
Oelde ja schon vorgemacht hat. Es gibt schon interessante Ideen,
zum Beispiel mit Pavillons in den Gartenanlagen zu arbeiten.
Wir können uns dort Veranstaltungen zu Gegenwartsliteratur
vorstellen, aber auch Programme aus den Bereichen Tanz, Theater
und Film.
Und nicht zuletzt wollen wir das Haus Rüschhaus in Münster, den
langjährigen Wohnort der großen Dichterin, einbeziehen. Der Weg
zwischen Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus soll ein Lyrikweg auf
den Spuren der Dichterin werden - dazu gehören erklärende
Tafeln, Gedichtrezitationen aus versteckten Tonquellen und
Skulpturen - Lyrik als Erlebnis.
Wie wollen Sie das alles finanzieren?
Gerade wegen unserer langjährigen Erfahrung haben wir sehr
westfälisch vorsichtig gerechnet, externe Finanzfachleute
gefragt, immer wieder die Zahlen überprüft. Das Ergebnis: Für
die Unterhaltung des Anwesens und den ersten Schritt brauchen
wir jährlich 450.000 Euro, und dafür reichen die Erträge aus
dem Stiftungskapital von 19,3 Millionen Euro. Für die weiteren
Schritte wollen wir Zustiftungen anregen und Unterstützung
hereinholen. Positive Signale gibt es bereits.
Es geht aber nicht nur um Geld - wir wollen ja Burg Hülshoff
und das Haus Rüschhaus weiterentwickeln mit dem Netz des LWL,
der in der Kultur hervorragende Fachleute und mit seinen
erfolgreichen 17 Museen sehr großes Know how aufbieten kann.
Hintergrund Burg Hülshoff
Die Wasserburg Hülshoff ist sowohl aus baudenkmalpflegerischer
Sicht als auch als Geburtsort der Dichterin Annette von
Droste-Hülshoff von hohem Interesse. Bei der Burg Hülshoff
handelt es sich um eine typische westfälische Wasserburg mit
einer über 500jährigen Familientradition.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits im 11.
Jahrhundert. 1417 kam sie in den Besitz der Herren von
Deckenbrock, die sich später "von Droste" nannten. Das
Herrenhaus ließ Heinrich I. von Droste Hülshoff um 1540/1545
erbauen. Das in Form einer geschlossenen Renaissanceanlage
gebaute Haus ist bis heute erhalten. Angeschlossen an die Burg
ist eine im späten 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute
Kapelle. Die Anlage mit dem öffentlich zugänglichen Park, der
Burg sowie einem Drostemuseum war bislang in Familienbesitz.
Burg Hülshoff ist der Geburtsort der Dichterin Annette von
Droste-Hülshoff. Im Januar 1797 wurde die Dichterin auf der
Wasserburg geboren und verbrachte dort sowie in dem unweit
gelegenen Haus Rüschhaus Großteile ihres Lebens. Zu Lebzeiten
weitgehend unbekannt, zählt Annette von Droste-Hülshoff längst
zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Literatur
und ist unbestritten die wichtigste Dichterin Westfalens. Ihr
Werk hat einen anerkannt hohen Stellenwert in der deutschen
Literatur, Teile daraus wie die Erzählung "Die Judenbuche"
gehören zur Weltliteratur.
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