[WestG] [AKT] Anerkennungsurkunde fuer Huelshoff-Stiftung: "Teamleistung von Westfalen"

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Nov 16 11:10:14 CET 2012


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 15.11.2012, 15:07


AKTUELL

Anerkennungsurkunde für Hülshoff-Stiftung
"Teamleistung von Westfalen"

Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke hat am Donnerstag 
(15.11.) die Anerkennungsurkunde an die 
Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung in Havixbeck auf Burg 
Hülshoff (Kreis Coesfeld) übergeben. Der Landschaftsverband 
Westfalen-Lippe (LWL) hatte gemeinsam mit Partnern die Stiftung 
gegründet, um das Geburtshaus der berühmten Dichterin Annette 
von Droste-Hülshoff (1797-1848), die Burg Hülshoff, der 
Allgemeinheit zu erhalten. 24 Stifter hatten insgesamt 19,3 
Millionen Euro Stiftungskapital zusammengebracht.

"Das war eine Teamleistung von Westfalen - mit Unterstützung 
von Land und Bund. Der Tag heute ist Anlass zu sehr guter 
Laune", so LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch. Er nahm gemeinsam 
mit LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale die 
Urkunde entgegen.

"Mit dem Namen von Droste-Hülshoff verbinde ich kultur- und 
kunsthistorische Werte", sagte Re-gierungspräsident Klenke in 
seiner Eigenschaft als Leiter der Stiftungsaufsicht bei der 
Bezirksregie-rung Münster. "Diese Werte zu vermitteln und für 
die nachfolgenden Generationen und die Öffent-lichkeit zu 
erhalten, wird mit der Anerkennung der Stiftung Wirklichkeit. 
Mit gemeinsamer westfälischer Anstrengung wurde die auf 
Ewigkeit angelegte Stiftung als 'kulturelles Leuchtturmprojekt‘ 
in der Region verankert."

Barbara Rüschoff-Thale: "Burg Hülshoff soll sich zu einem 
Literaturort mit überregionaler Strahlkraft entwickeln. 
Westfalen ist bereits heute eine lebendige Literaturlandschaft, 
geprägt von kreativen Literaturschaffenden. Dieses 
Literaturnetzwerk Westfalen wird mit Burg Hülshoff um eine 
weitere 'Masche‘ bereichert." Die Kulturstiftung des LWL und 
das Land NRW steuerten jeweils vier Millionen Euro zum 
Stiftungs-kapital bei, der Bund 2,8 Millionen. Beteiligt sind 
außerdem die Kulturstiftung der Westfälischen 
Provinzial-Versicherung mit 2,5 Millionen Euro, die 
NRW-Stiftung mit 1,6 Millionen Euro, die Kreise Coesfeld 
(400.000 Euro), Borken (250.000) und Warendorf (200.000), die 
Stadt Münster (500.000) und die Gemeinde Havixbeck (100.000) 
sowie Privatpersonen wie Dr. August Oetker, Reinhard Horstmann, 
Benedikt Graf Droste zu Vischering, Dr. Katja Hellenthal und 
Unternehmen wie der LVM, die Bertelsmann AG (500.000), die 
Ratio Handel GmbH, die Sparda-Bank Münster (50.000) und die 
Firma Sahle.

Die bisherige Eigentümerin, Jutta Freifrau von Droste zu 
Hülshoff, brachte die Burg mit den umlie-genden Ländereien, 
darunter die Parkanlagen, ein. Auch das Haus Rüschhaus in 
Münster, erbaut vom westfälischen Barockbaumeister Johann 
Conrad Schlaun, wird Teil der Stiftung.

Hintergrund
Gutachter hatten nach Abzug aller Verbindlichkeiten einen 
jährlichen Ertrag aus dem Stiftungskapital von 450.000 Euro 
veranschlagt, um einen finanziell gesicherten Betrieb zu 
gewährleisten. Hintergrund der Stiftung war auch die heftige 
Kritik an dem Gutachten "KunstNRW" zur Kultur und 
Kulturförderung, das die damalige Landesregierung vor vier 
Jahren vorgestellt hatte und das den westfälischen Landesteil 
so gut wie nicht erwähnte. Das Gutachten mit der einseitigen 
Bevorzugung des Rheinlandes habe Westfalen aufgeweckt, hieß es 
seinerzeit. Auch in Westfalen und Lippe brauche man vorzeigbare 
Projekte, die die Landesregierung ebenso wie die Kultur im 
Rheinland unterstützen müsse.

Burg Hülshoff
Die Wasserburg Hülshoff ist sowohl aus baudenkmalpflegerischer 
Sicht als auch als Geburtsort der Dichterin Annette von 
Droste-Hülshoff von hohem Interesse. Bei der Burg Hülshoff 
handelt es sich um eine typische westfälische Wasserburg mit 
einer über 500-jährigen Familientradition.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits im 11. 
Jahrhundert. 1417 kam sie in den Besitz der Herren von 
Deckenbrock, die sich später "von Droste" nannten. Das 
Herrenhaus ließ Heinrich I. von Droste Hülshoff um 1540/1545 
erbauen. Das in Form einer geschlossenen Renaissanceanlage 
gebaute Haus ist bis heute erhalten. Angeschlossen an die Burg 
ist eine im späten 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute 
Kapelle. Die Anlage mit dem öffentlich zugänglichen Park, der 
Burg sowie einem Drostemuseum ist in Familienbesitz.

Burg Hülshoff ist der Geburtsort der Dichterin Annette von 
Droste-Hülshoff. Im Januar 1797 wurde die Dichterin auf der 
Wasserburg geboren und verbrachte dort sowie in dem unweit 
gelegenen Haus Rüschhaus Großteile ihres Lebens. Zu Lebzeiten 
weitgehend unbekannt, zählt Annette von Droste-Hülshoff längst 
zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Literatur 
und ist unbestritten die wichtigste Dichterin Westfalens. Ihr 
Werk hat einen anerkannt hohen Stellenwert in der deutschen 
Literatur, Teile daraus wie die Erzählung "Die Judenbuche" 
gehören zur Weltliteratur.


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