[WestG] [AKT] Vortrag: "Um 1200: Paris", Dortmund, 13.11.2012

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Nov 13 09:21:53 CET 2012


Von: "Medieninfo" <medieninfo at tu-dortmund.de>
Datum: 12.11.2012, 13:27


AKTUELL

Bild und Klang: Kulturgeschichte Europas
Öffentliche Vorlesungsreihe der Technischen Universität Dortmund

Der fünfte Abend der Vorlesungsreihe "Bild und Klang: 
Kulturgeschichte Europas" widmet sich dem Thema "Um 1200: 
Paris". Diese europäische Metropole ist - neben Prag - eines 
der Leitmotive der Reihe. So wird die Reinoldikirche am 
Dienstag, 13. November, wieder zum Hörsaal. Die Vorlesung mit 
Musikvorführung richtet sich an Studierende und die städtische 
Öffentlichkeit. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Der Kunsthistoriker Dr. Niklas Gliesmann vom Seminar für Kunst 
und Kunstwissenschaft der TU Dortmund betrachtet im Rahmen der 
Vorlesung die Stadt Paris um das Jahr 1200. Ausgehend von der 
zentralen Insel in der Seine wird die wachsende Stadt zwischen 
weltlichen und kirchlichen Zentren in den Mittelpunkt gerückt. 
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Kathedrale Notre-Dame, 
die damals entstand, sowie auf dem Stadtheiligen Dionysius von 
Paris. Gefragt wird außerdem nach seiner Wirkung auf die 
Baugestalt der frühen Kirchen der Gotik.

Die Schule von Notre-Dame und der Beginn der Mehrstimmigkeit 
waren der vielleicht gewaltigste musikalische Umbruch des 
Mittelalters, untrennbar verbunden mit dem Übergang von der 
Romanik zur Gotik. Der Musikwissenschaftler Prof. Michael 
Stegemann von der TU Dortmund stellt deshalb die beiden 
zentralen Komponisten, die Notre-Dame-Meister Leonin und 
Perotin, vor. Sie waren es auch, die mit ihren Werken die 
Notwendigkeit einer rhythmischen (Mensural-) Notation bewirkten.

Paris und Bologna um 1200, das verbindet man - wie Prof. Thomas 
Schilp, Historiker und Leiter des Dortmunder Stadtarchivs, 
ausführen wird - mit den ersten Universitätsgründungen des 
lateinischen Europas. Als Korporationen sind Universitäten eine 
typisch europäische Einrichtung, da sie als Genossenschaften 
von "magistri" und "scholares" gegründet worden sind. Die 
Anerkennung und Privilegierung der Universität schützte 
Lehrende und Studierende. In Paris führte dies zur Entwicklung 
des "Quartier Latin". Die Kollegialverfassung, ihre 
Selbstverwaltung und die weitgehende Autonomie der 
Universitäten waren Besonderheiten in der mittelalterlichen 
Gesellschaft. Die Scholastik der Pariser Universität um 1200 
sorgte für Modernisierungen der Theologie, die der sich 
ändernden Welt angepasst werden musste. Prof. Barbara Welzel 
vom Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund 
wird durch den Abend führen.

Die Vorlesungsreihe "Bild und Klang: Kulturgeschichte Europas" 
findet bis zum 5. Februar fast jeden Dienstagabend um 19.30 Uhr 
statt. Bilder und Kunstwerke aus dem Innenraum von St. Reinoldi 
sowie Werke aus mehreren Jahrhunderten Musikgeschichte sind 
Gegenstand der Vorlesungen. Thematisch steht in diesem 
Wintersemester die Kulturgeschichte Europas zwischen den Jahren 
um 800 und der Gegenwart im Vordergrund.


INFO

Um 1200: Paris
Vorlesung mit Musikvorführung im Rahmen der Reihe "Bild und 
Klang: Kulturgeschichte Europas" am Dienstag, den 13. November, 
von 19.30 bis 21 Uhr in der Stadtkirche St. Reinoldi

Kontakt:
Prof. Barbara Welzel
Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft
Tel.: (0231) 755 - 2955
E-Mail: barbara.welzel at tu-dortmund.de



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