[WestG] [AKT] Vortrag: Juedisches Leben in den 70er und 80er Jahren, Dorsten, 08.11.2012
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Nov 7 10:38:13 CET 2012
Von: "Norbert Reichling" <reichling at jmw-dorsten.de>
Datum: 04.11.2012, 17:48
AKTUELL
Jüdisches Leben in den 70er und 80er Jahren
Vortrag im Jüdischen Museum Westfalen (Dorsten)
Über die ersten und schwierigen Jahrzehnte jüdischen
Nachkriegslebens wird häufig gesprochen - sie standen im
Zeichen "gepackter Koffer". Über die folgenden Phasen,
eingebettet in die bundesdeutsche Normalität bis zur
Vereinigung 1989, ist weniger bekannt, doch in den 1970er und
1980er Jahren änderte sich Vieles: Die zweite Generation der in
Deutschland nach der Shoah geborenen Juden suchte nämlich mit
größerem Selbstbewusstsein einen Platz in der deutschen
Gesellschaft. Juden traten in dieser Zeit allmählich aus dem
ängstlichen Sicherheitspakt mit dem westdeutschen Staat heraus,
der ihnen feste Rollen zugewiesen hatte, und begannen sich
zunehmend in öffentliche Kontroversen einzumischen. Mit mancher
Differenz kann man solche Entwicklungen auch für die Juden in
der DDR feststellen.
So geht es in diesem Vortrag vor allem um das spannungsvolle
Verhältnis von jüdischer Normalität und nichtjüdischer
Normalisierung in Deutschland in den beiden Jahrzehnten vor der
Wiedervereinigung. In dieser Periode entstanden nicht nur neue
innerjüdische Fragen und Antworten, sondern auch eine neue
Gedenkkultur für die Naziverbrechen, einschl. einer Reihe
jüdischer Museen und Erinnerungsmale.
Constantin Goschler, Jg. 1960, war nach seinem Studium in
München am renommierten Institut für Zeitgeschichte tätig. Nach
seiner Promotion war er wissenschaftlicher Assistent an der
Humboldt Universität. Als Gastwissenschaftler lehrte er u.a. in
Prag, Harvard und Jena. Prof. Goschler hat seit 2006 den
Lehrstuhl Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum inne.
Seine Arbeitsgebiete umfassen die Geschichte der Juden in
Deutschland nach 1945, das Thema Kriegsfolgen und
"Entschädigung/Wiedergutmachung", Wissenschaftsgeschichte und
"Public History". Zur Zeit arbeitet er außerdem an einer Studie
über die Geschichte des Bundesamtes für Verfassungsschutzes. Er
ist Mitautor des soeben erschienenen Standardwerks "Geschichte
der Juden in Deutschland. Von 1945 bis zur Gegenwart"
(Beck-Verlag 2012).
INFO
Wann:
Donnerstag 8. November 2012, 19:30 Uhr
Wo:
Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Str. 1
46282 Dorsten-Innenstadt
Tel.: 02362-45279
URL: www.jmw-dorsten.de
Eintritt: 5 € (Trägervereinsmitglieder 4 €)
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