[WestG] [AKT] 775 Jahre Iserlohn: Rueckblick und Denkanstoeße
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Mai 23 09:54:38 CEST 2012
Von: "Stadt Iserlohn" <info at presse-service.de>
Datum: 22.05.2012, 15:21
AKTUELL
775 Jahre Iserlohn: Rückblick und Denkanstöße - Dr. David Gropp
referierte zum Thema "Stadtsanierung und Denkmalschutz"
Dr. David Gropp, wissenschaftlicher Referent bei der
LWL-Denkmalpflege, referierte im Rahmen der Vortragsreihe von
Stadtarchiv und Volkshochschule zur 775-Jahrfeier der Stadt
Iserlohn am Montag, 21. Mai, zum Thema "Stadtsanierung und
Denkmalschutz in Iserlohn - Entwicklungen und Probleme seit den
1960er Jahren".
Rund siebzig Zuhörer verfolgten den mit zahlreichen Abbildungen
anschaulich illustrierten Vortrag des Kunsthistorikers und
Denkmalpflegers, der zunächst mit einem Rückblick auf die in
den 1960er Jahren einsetzende Stadtsanierung begann. David
Gropp erläuterte, wie die Umsetzung der damals erarbeiteten
Verkehrskonzepte zu einer tiefgreifenden Veränderung der durch
den Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstörten Innenstadt führte.
Die Gestaltung des historischen Stadtkerns zu einer "modernen
City" war damals das Ziel aller beteiligten Entscheidungsträger,
so der Referent. Iserlohn sollte als Großstadt und Zentrum des
Kreises etabliert werden.
David Gropp erläuterte an ausgewählten Beispielen, welche
Veränderungen in den Bereichen Verwaltung, Wohnen und Einkaufen
vollzogen wurden. Danach spielten Aspekte des Denkmalschutzes
zur damaligen Zeit keine Rolle. Mit einem Exkurs zum Wandel des
Denkmalbegriffs seit dem 19. Jahrhundert und Vergleiche mit der
Stadt Soest spannte er für die Zuhörer den Bogen in die
Gegenwart. Waren noch bis in die 1960er und 1970er Jahre fast
ausschließlich künstlerische und ästhetische Kriterien
maßgebend, sind inzwischen unter anderem gewachsene lokale
Strukturen sowie für die soziale, wirtschaftliche und
politische Geschichte aussagekräftige Bauten von Bedeutung.
Der Referent stellte zum Abschluss den Schillerplatz mit dem
Rathaus, dem Karstadt-Kaufhaus und der Sparkasse als
qualitätsvolles, markantes Bauensemble der 1970er Jahre vor,
dessen Denkmalwert auf längere Sicht durchaus zu diskutieren
sei.
Im Anschluss an das Referat wurden einzelne Aspekte des
Vortrages angeregt diskutiert. Die Diskussion zeigte, dass der
vor Jahrzehnten erfolgte Umbruch heute zum Teil kritisch
gesehen wird und ein verantwortungsvoller Umgang mit der
historischen Bausubstanz gewünscht wird.
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